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#KlappeAuf: Gegen Rechts

„Herz und Verstand sind unsere Antriebskräfte. Empathie und Analyse. Darum gehen Menschen seit über 100 Jahren ins Kino. Um zu fühlen. Um zu verstehen.“

Sind diese Worte aus dem Manifest, das eine große Gruppe österreichischer Filmschaffender unter dem Motto #KlappeAuf Anfang des Jahres öffentlich verkündete, politisch? Oh ja. In einer politischen Kultur, die immer stärker von Populismus und „alternativen Fakten“ geprägt wird, sind Empathie und Analyse zu Haltungen geworden. Die Unterzeichner/innen beziehen Stellung zur Politik ihres Landes, die seit nunmehr drei Monaten von Rechtspopulist/innen mitbestimmt wird. Das Manifest ist ein Aufruf zum Widerstand gegen Hetze und für mehr Solidarität.

Eine der Unterzeichnerinnen ist die bekannte Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann, die nun die Berlinale nutzte, um hierzulande auf die Protestaktion aufmerksam zu machen. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk forderte sie uns alle auf, die Klappe aufzumachen, und zwar nicht nur in öffentlichen Inszenierungen, sondern "dort, wo man steht, wo man arbeitet". Sie selbst tut das "mit Bildern und Tönen" in WALDHEIMS WALZER (AU 2018), den sie in Berlin vorstellte. Es geht darin vordergründig um die Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten 1986 und die Affäre um dessen NS-Vergangenheit. Im Mittelpunkt steht aber weniger die Person Waldheims, als vielmehr der Umgang einer Gesellschaft mit Wahrheit und Lüge, um die Mechanismen, die in Österreich damals zu hetzerischen und antisemitischen Reaktionen und einem nationalen Schulterschluss führten. Mehr Analyse! Weniger Hetze!

Das gilt auch andersherum: Sehr genau schaut und spürt auch David Wnendt in KRIEGERIN (DE 2011) hin. In dem fantastisch besetzten Film um die beiden Mädels Marisa (Alina Leshwin) und Svenja (Jella Haase), die Teil einer Neonaziclique sind, studiert er die Gewalt und die Anziehungskraft der rechtsextremen deutschen Jugendszene. Ausgrenzung, so scheint der Film zu sagen, bringt uns auch nicht weiter.

Ähnlich zerrissen wie Protagonistin Marisa ist der junge Marek in MY DOG KILLER (SK/CZ 2013) –  schmerzhaft stößt er an die Grenzen seines Weltbildes, als er erfährt, dass er einen Halbbruder mit Roma-Familie hat. Der Film lief 2016 beim goEast Filmfestival in Wiesbaden. Im selben Jahr startete das Festival das Projekt OPPOSE OTHERING!, das sich  Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, englisch:„Othering“, widmet. Auch dieses Jahr im April machen in der gleichnamigen Festivalsektion Nachwuchsfilmer/innen die #KlappeAuf und präsentieren mutige Filme als internationale Premiere. Mehr davon!

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