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Abnehmen ist schwer, oder?

Menschen, die bereits an Übergewicht leiden, haben es nicht leicht. Kaum einer fühlt sich wohl in seiner Haut und ist stolz auf die vielen überflüssigen Pfunde, die er mit sich herumtragen muss. Im Gegenteil ist es ihm unangenehm bis peinlich. Oft gesellen sich die ersten Krankheitssymptome zu dieser bereits schwer zu tragenden Last hinzu. Es sind die Anfänge des „Metabolischen Syndroms“, das Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Alterszucker und eine Fettleber mit sich bringt. Die betroffenen Menschen sind nicht selten verzweifelt, denn eigentlich möchten sie unbedingt an Gewicht verlieren, um sich wieder gut zu fühlen. Aber sie geraten immer mehr in einen Negativkreislauf. Heimlich wird getuschelt, dass sie willensschwach seien und natürlich an ihrem Zustand selbst schuld. Denn würden sie nur weniger essen und sich bewegen, wäre das Problem gelöst. Richtig ist sicherlich, dass die Betroffenen den Beginn dieser Entwicklung mit ihrem Ess- und Bewegungsverhalten ausgelöst haben. Aber warum es ihnen so schwer fällt, diese wieder umzukehren hat einen Hintergrund der erst seit kurzem bekannt ist.

Bereits 1994 wurde ein neues Hormon – das Leptin – entdeckt, das unseren Energiehaushalt und damit unser Körpergewicht reguliert. Wir alle produzieren Leptin im Fettgewebe. Je mehr die Fettspeicher durch unser Essen aufgefüllt sind, um so mehr Leptin wird ausgeschüttet und gelangt ins Blut. Das Gehirn registriert es und „weiß“ dadurch, dass unsere Energiespeicher voll sind. Deswegen produziert es ein wohliges Sättigungsgefühl, gute Stimmung und Lust auf Bewegung. Im Hungerzustand fehlt das Leptin im Blut: Das Gehirn ist in Alarm und leitet überlebensnotwendige Maßnahmen ein. Man verliert die Lust auf Bewegung, bekommt schlechte Laune und ein mächtiges Verlangen nach Essen.

A ber warum hat dann ein Übergewichtiger mit vollen Fettspeichern und einem hohen Leptinspiegel trotzdem unstillbares Essverlangen? Genau dieser Widerspruch wurde erst vor einigen Jahren gelöst. Man fand heraus, dass ein ständig erhöhter Insulinspiegel den hohen Leptinspiegel im Blut für das Gehirn unsichtbar macht, so dass der Körper fälschlicherweise glaubt, er befände sich im Hungerzustand. Verantwortlich dafür sind vor allem Industriezucker, Süßigkeiten aller Art und hohe Zuckeranteile in Softdrinks, Fastfood und Fertignahrung. Das Wissen um diese Zusammenhänge ist die Rettung für die Übergewichtigen. Denn die Willensstärke, dem hormonellen Verlangen zu widerstehen, bringt man nur auf, wenn das Ziel in Sicht ist: Reduzieren Sie Zucker und Süßes drastisch, essen Sie viel möglichst frische Pflanzennahrung. Das senkt den Insulinspiegel, wodurch das Leptin für das Gehirn wieder sichtbar wird.

(pbr)
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