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Bewegung gegen Schmerz

Wir Menschen sind dafür konzipiert, alle Bewegungen auszuführen, die aufgrund der Gelenke in uns „eingebaut“ sind. Führen wir die Bewegungen, die genetisch möglich sind, regelmäßig aus, so kann unser Körper auf der Bewegungsebene „funktionieren“. Funktionieren heißt, dass die Bewegungsansteuerung vom Gehirn, der Muskeln und der Faszien sowie das Zusammenspiel der Knochen optimal sind.

Die meisten Menschen sind von diesem Idealzustand weit entfernt, weil die wichtigste Voraussetzung, die eigentlich mögliche 100 Prozent umfassende Bewegung, nicht annähernd genutzt wird. Die Möglichkeiten des Schultergelenks beispielsweise nutzen wir zu etwa acht, die der Wirbelsäule zu vielleicht fünf Prozent. Alle Gelenke zusammengefasst nutzen wir zu nicht einmal zehn Prozent. Diese massiven Einschränkungen verändern zunächst die Bewegungsprogramme des Gehirns.

Das Netz des Bindegewebes, der Faszien, wird permanent von kleinen Spinnentierchen, den Fibroblasten, repariert, neu gewoben, abgebaut. „Auftraggeber“ dieser Umstrukturierungsarbeiten ist die Bewegung, die wir durchführen – oder eben auch nicht. Die Zugkräfte der Muskeln und Faszien, aus denen Sehnen und Bänder „gewoben“ sind, werden im Laufe von Jahren und Jahrzehnten durch steigende Unflexibilität und Verkürzungen aufgrund der Muskelansteuerungen immer größer. Die Faszien verfilzen.

Daraus resultieren zu hohe Belastungen für die Gelenke und deren Knorpel sowie für die Wirbelsäule und deren Bandscheiben. Das Gehirn erzeugt Schmerzen, um genau die Bewegungen zu verhindern, die aufgrund der zu hohen Belastungen zu Arthrose, Meniskuseinrissen, Bandscheibenschäden, Spinalkanalstenose, Sehnen- und Bänderverletzungen und entzündungsähnlichen Zuständen an Schleimbeuteln führen.

Da die stark angespannten Muskeln sowie die verfilzten Faszien Gefäße und Nerven abdrücken, kommt es zu einschlafenden Füßen und Händen, zu Fußheberschwäche und ähnlichen Symptomen. Und schließlich verändern sich die Knochen. Diese Entwicklung, die bei alten Menschen für unabänderlich gehalten wird, ist letztlich unwissentlich „antrainiert“. Sie hat mit dem Alter nichts zu tun, sondern mit der zunehmenden „Trainingszeit“ gleich Lebenszeit. Die einzige Möglichkeit der Heilung besteht darin, die schädigenden Überspannungsprogramme im Gehirn zu löschen (Osteopressur) und durch spezielle Schmerzfrei-Übungen (Engpassdehnungen) oder andere geeignete Maßnahmen für den Ausgleich der fehlenden Bewegungsvielfalt zu sorgen.

Vortrag „Was haben Faszien mit Gesundheit und Schmerzfreiheit zu tun?“, 31. August, 19.30 Uhr, Bad Homburg. Um Anmeldung wird gebeten, Telefon: (0 61 72) 17 10 50.

(pbr)
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