E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 23°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Kolumne: Der Körper als Trainingsgerät

Wir Menschen sind heute von unserer technisierten Umwelt so geprägt, dass wir unseren Körper wahrnehmen wie Autos – mit technischen Lebensdauern und Verschleißzeiträumen. Man weiß, dass etwa Radlager preisgünstiger Autos weniger lange halten als bei hochwertigen Wagen. Das gleiche Bild haben wir von Gelenken, Augen, Organen, den Zähnen oder sogar dem Gehirn, das irgendwann an „Altersdemenz“ zu erkranken droht. Bestätigt wird diese Auffassung von vielfältigen „Erneuerungsreparaturen“. Künstliche Gelenke, Knorpel, Bandscheiben, Sehnen, Herzschrittmacher, Stents, Linsen und nicht zuletzt „neue“ Organe – eine Art „Gebrauchtteile“ werden eingebaut. All das ist ein Segen für die Erhaltung der Lebensqualität und – bei der Organtransplantation – auch lebensrettend.

Allerdings ist Vorbeugen besser als Bohren. Wir müssen uns darüber klar sein, wie Körper und Geist funktionieren. Wie sie aufgebaut sind, welche Einflüsse sich positiv oder negativ auswirken. Auf materieller Ebene bestehen wir aus Zellen, die von einem dreidimensionalen Spinnennetz, der Faszie, zusammengehalten werden. Man weiß, dass wir zu über 90 Prozent innerhalb eines Jahres erneuert sind. Allgegenwärtiges Prinzip dabei ist, dass die Zellerneuerung und die Erhaltungsarbeiten an der Faszie „Auslöser“ benötigen. Der Hauptmotor dafür ist die Belastung durch „Bewegung“ und „Betrieb“, also die Nutzung. Der Zustand unserer Knochen und Gelenke sowie der inneren Organe – all das hängt ab von der Nutzung unseres Körpers und Geistes mit der richtigen Intensität.

Sehr hilfreich, sich diese bewusst zu machen, ist eine Skala von 0 bis 10. Wenn 1 die minimale Anstrengung bedeutet, 8 eine deutlich wahrnehmbare, bei der man oft geneigt ist aufzuhören, und 10 eine, bei der man sich körperlich und geistig anspannen muss, um sie auszuhalten, dann liegt man mit größer 8 und kleiner 10 im sicheren bis leicht aufbauenden Erhaltungsbereich. Ob Sie mit zunehmendem Alter Ihre Kraft, Beweglichkeit oder Ausdauer aufrechterhalten, ob Sie Ihre Gelenkknorpel, Bandscheiben oder das Denkvermögen behalten möchten: Fordern Sie sich größer 8, kleiner 10. Nicht bewegen und sich schonen – kleiner 8 – baut ab, macht schneller älter und gehört damit zu den Einflüssen, die sich negativ auswirken. Wir sind halt keine Autos.

Homepage: www.drpetrabracht.de

(pbr)
Zur Startseite Mehr aus Sprechstunde

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse