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Sprechstunde: Eine Stunde gibt es zurück

Es ist wieder so weit. In der Nacht zum Sonntag wird die Zeit angehalten. Wir bekommen die Stunde, die uns im März genommen wurde, wieder zurück. Während sich die einen über eine Stunde länger schlafen am Sonntag freuen, wissen die anderen, dass ihnen die Zeitumstellung wieder zu schaffen machen wird. Immerhin bekommen 48 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer Probleme mit ihrem Biorhythmus. Wir Menschen besitzen eine feinst justierte innere Uhr, die perfekt und hochpräzise an den Tages- und Nacht-Rhythmus angepasst ist. Insbesondere das Schlafhormon Melatonin ist hiervon betroffen. Melatonin ist nicht nur für einen tiefen Schlaf verantwortlich, sondern steuert viele weitere hormonelle Vorgänge im Körper, wie etwa die Temperatur. Natürlich hängt unser Lebensgefühl am nächsten Tag davon ab, ob unsere Hormone ihren Aufgaben nachkommen können.

Durch diese Zeitumstellung wird unser Biorhythmus in diesem Jahr zum zweiten Mal gestört. Deshalb reagieren viele Menschen vermehrt mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen, gesteigertem Hungergefühl und vermehrter Müdigkeit. Besonders für sensible Menschen, Kinder und alte Menschen ist also mehr Achtsamkeit in den kommenden Tagen geboten. Sie sind teilweise weniger ausgeglichen, was zu vermehrter Übellaunigkeit führen kann, der Stresspegel steigt zu Hause, in der Schule und am Arbeitsplatz, und die Anfälligkeit für Infekte wird größer.

Achtung: Durch diesen „Mini-Jetlag“ steigt die Zahl der Verkehrsunfälle um bis zu acht Prozent, auch sollen die Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzbeschwerden zunehmen. Gerade in der jetzt kommenden dunkleren Jahreszeit sollten Sie die Ordnungsgesetze des Lebens umso besser befolgen. Dazu gehören das Einhalten regelmäßiger und ausreichender Schlafzeiten, die umso besser sind, je früher vor Mitternacht wir zu Bett gehen. Dazu zählt auch, sich regelmäßig Temperaturschwankungen zu unterziehen, um dem Körper wechselnde Reize und dadurch bessere Abwehrkraft zu verleihen, indem man beispielsweise täglich, zumindest zum Schluss der Morgendusche, kalt duscht sowie sich jeden Tag, egal bei welchem Wind und Wetter, für einige Zeit an der frischen Luft zu bewegen. Tanken Sie so viel natürliches Licht wie möglich, um das Leben auch im Winter in leuchtenden Farben zu sehen.

Die Sommerzeit wurde vor mehr als 30 Jahren eingeführt, um Energie zu sparen. Diese Rechnung ist allerdings nie aufgegangen. Russland hat sich daher bereits im vergangenen Jahr von der Zeitumstellung verabschiedet. Es wäre von gesundheitlichem Vorteil, wenn wir uns von diesem erfolglosen Energiesparmodell ebenfalls verabschieden würden.

Homepage: www.drpetrabracht.de

(pbr)
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