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Kolumne "Sprechstunde": Grippe im Sommer?

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Ungewöhnlich heiß ist dieser Sommer. Überraschenderweise haben viele Menschen derzeit eine Sommergrippe. Sollte man doch meinen, dass diese Erkrankung bei solchen Temperaturen eher die Ausnahme sei. Es handelt sich allerdings nicht um eine richtige Influenzagrippe, sondern um einen grippalen Infekt. Viren, die sich in warmer, feuchter Luft wohlfühlen, sollen verantwortlich dafür sein. Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Klagt der eine über Halsschmerzen und Mattigkeit, so liegt der andere mit Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost im Bett, und der Dritte kämpft mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall. Als Gründe werden Ansteckung und Übertragung durch zu wenig Händewaschen, Belastung durch Zugluft, große Temperaturunterschiede durch Klimaanlagen, lange Badezeiten, viele kalte Getränke, zu lange Sonnenzeiten und zu wenig Flüssigkeitszufuhr genannt.

Aber was steckt wirklich dahinter? Vielleicht sind es doch nicht die Viren, sondern der Mensch, dessen Immunsystem schwach ist. Es kann viele Gründe haben. Ein bedeutender ist der Vitamin-D-Mangel, der in Deutschland herrscht. Aber warum im Sommer, in dem wir doch in der Lage sind, durch die Sonnenbestrahlung über die Haut genügend D-Vitamin bilden zu lassen. Der Grund sind Sonnenschutzmittel mit einem größeren Lichtschutzfaktor. Ab 10 ist die Bildung von Vitamin D unterbunden. Ohne Sonnenschutzmittel löst der Mensch in einer halben Stunde Sonnenbad mit fast nackter Haut in den anschließenden 24 Stunden die Bildung von 10 000 bis 20 000 I.E (Internationale Einheiten) Vitamin D aus. Das Sonnenvitamin D ist ein absolutes Muss für ein funktionierendes Immunsystem, um sich vor Sommergrippe-Viren zu schützen.

Wenn Sie zu den Betroffenen gehören, die sich „angesteckt“ haben, dann gönnen Sie sich die notwendige Ruhe, die ihr Körper zur Erholung braucht. Medikamente, besonders Antibiotika, sind sinnlos, da dieser Infekt durch Viren ausgelöst wird. Essen Sie wenig und wenn dann frisches Obst. Oder trinken Sie selbstgemachte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten viele Vitalstoffe, die ihr Körper benötigt, um gut mit den Viren fertig zu werden. Bei Schnupfen und Halsschmerzen bieten sich Salzspülungen an, die desinfizierend auf die Schleimhäute wirken.

Bitte lassen Sie unbedingt Ihren Vitamin-D-Spiegel beim Arzt überprüfen. Derzeit sind in meiner Praxis immer noch – trotz intensiver Aufklärung seit mehr als acht Jahren – über 90 Prozent meiner neuen Patienten von einer teils schweren Unterversorgung mit Vitamin D betroffen. Ein durch Ergänzung oder Sonnenbaden gut gefüllter Vitamin-D-Speicher wird Ihre Lebensqualität nicht nur im Sommer verbessern.

Homepage: www.drpetrabracht.de

(pbr)
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