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Heilpflanze Kubebenpfeffer

Die Globalisierung macht sich auch bei der Wahl der Heilpflanze 2016 bemerkbar. Der Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim hat den Kubebenpfeffer (Piper cubeba) zur Heilpflanze des Jahres 2016 gewählt. Waren es in der Vergangenheit überwiegend heimische Heilpflanzen, die zur Wahl standen, so fällt die diesjährige Entscheidung deutlich aus dem Rahmen, was ich sehr begrüße. Denn es wichtig, sich neben einheimischen auch mit wertvollen Pflanzen anderer Kulturen zu beschäftigen. Der Kubebenpfeffer ist in Indonesien beheimatet und hängt als kleine, kugelige Früchte an einem mehrere Meter hohen Kletterstrauch. Die Blätter sind lang und glatt, und seine Früchte wachsen in langen Ähren. Grün sind sie, wenn sie geerntet werden, nach dem Trocknungsprozess durch die Sonne wird er dunkelbraun.

Was diese gekrönte Pflanze so besonders macht, ist ihre vielseitige Heilwirkung. In der Antike war man überzeugt, dass Kubebenpfeffer ein Aphrodisiakum ist und die Liebe fördert. Schon Hildegard von Bingen (1098–1179) beschrieb diese Pfeffersorte als wirksames Mittel für einen fröhlichen Geist, einen scharfsinnigen Verstand und für ein reines Wissen. Auch wirken diese Früchte gegen Atem- bzw. Harnwegserkrankungen. Eingesetzt werden sie außerdem gegen Entzündungen und Allergie. Kubebenpfeffer eingesetzt bei Konzentrationsstörungen und Gedächtnisschwäche soll Wunder bewirken. Daneben fördert er die Verdauung von schweren, fetten Gerichten. Ganze Körner werden auch gerne bei Kopfschmerzen zerkaut.

 

Die kugeligen Früchte, eingesetzt meist in der indonesischen, asiatischen und nordafrikanischen Küche als traditionelles Gewürz, schmecken süßlich-scharf, etwas nach Eukalyptus und Kampfer. Für manche besitzt er sogar eine zitronige Note. Reis-, Gemüse- und Meeresfrüchte-Gerichten verleiht man mit ihm eine besondere Note. Der Geschmack entfaltet sich in drei Phasen. Zuerst spürt man die pfefferige Schärfe, die dann in eine bittere Note übergeht. Am Ende schmeckt man den leicht eukalyptusartigen Geschmack.

Beispielsweise als Zutat der marokkanischen Gewürzmischung Ras el-Hanout, zu der noch Ingwer, Muskatnuss, Zimt, Anis, Lavendelblüten, Gewürznelken, Piment, Kardamom und Rosenknospen gehören. In Indien und Indonesien wird er auch gerne in Curry-Mischungen verwendet. Kubebenpfeffer können Sie ganz, zerstoßen, im Mörser gemahlen oder aus der Pfeffermühle zum Mitkochen oder Nachwürzen verwenden. Achten Sie darauf, dass sein Geschmack sehr dominant ist. Oft reichen bereits einige wenige Körner. Eine spannende Wahl, mit einer neuen Geschmacksnote bei den Speisen und Heilwirkungen, die sicher jeder gebrauchen kann.

Homepage: www.drpetrabracht.de

(pbr)
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