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Musterwohnun: ABG zeigt: So kann man in Oberrad für 10 Euro Nettokaltmiete wohnen

Von Eine Miete von 10 Euro pro Quadratmeter – das schafft die ABG bei einem Pilotprojekt in Oberrad. Auf diesen Erfahrungen aufbauend sollen ähnliche Projekte folgen.
Mike Josef (links) und Frank Junker stehen auf einem Balkon eines der beiden neuen Häuser. In die Wohnung gelangt man außer metallene Außentreppen. Das soll im Innern mehr Wohnraum ermöglichen statt Platz für einTreppenhaus zu „verschwenden“, sagt Junker. Foto: Heike Lyding Mike Josef (links) und Frank Junker stehen auf einem Balkon eines der beiden neuen Häuser. In die Wohnung gelangt man außer metallene Außentreppen. Das soll im Innern mehr Wohnraum ermöglichen statt Platz für einTreppenhaus zu „verschwenden“, sagt Junker.
Oberrad. 

Es könnte gut sein, dass die beiden Wohnhäuser, die die ABG im Mai in Oberrad mit 46 Wohnungen fertigstellt, einzigartig in Frankfurt bleiben. Nicht wegen des Konzept des modularen, preiswerten Bauens, denn das will die ABG Holding auch in Zukunft machen, wie deren Geschäftsführer Frank Junker bei der Präsentation der gerade fertig gewordenen Musterwohnung erklärt. Aber dass die Nettokaltmiete bei 10 Euro pro Quadratmeter liegt, wird angesichts steigenden Auflagen und steigenden Grundstückspreise wohl kaum mehr umzusetzen sein, sagt Planungsdezernent Mike Josef.

Angetreten sei die ABG ganz bewusst mit dem Ziel: Mehr als 10 Euro darf die Miete nicht kosten. „Ein Wert, den die ABG bei Neubauten sonst nicht erreicht, sie liegt meist mit 12 Euro meist 20 Prozent darüber“, sagt Josef. Die Mietpreise privater Investoren lägen ab 15 Euro aufwärts – und das trotz eines Ausbaus der städtischen Wohnungsbauförderung.

Ohne Fördermittel gebaut

„Wir wollen zeigen, dass man so preiswert bauen kann – auch ohne öffentliche Fördermittel“, sagt Junker. Der Preis pro Quadratmeter Wohnfläche betrage hier 1477 Euro, private Investoren seien es oft 5000 Euro. „Wir wollten aber auch keine ,Schlichthäuser’ bauen, sondern Wohnungen, in denen man gerne lebt.“ Daher habe die ABG das weltweit arbeitende Architekturbüro Schneider + Schumacher beauftragt, die Häuser zu entwerfen.

Die Fassade zur Gräfendeichstraße ist schlicht. Gut zu erkennen sind die bodentiefen Fenster, die mit Stahlgeländern abgesichert sind. Bild-Zoom Foto: Heike Lyding
Die Fassade zur Gräfendeichstraße ist schlicht. Gut zu erkennen sind die bodentiefen Fenster, die mit Stahlgeländern abgesichert sind.

Ein Mittel, den Baupreis zu senken, sei die modulare Bauweise, sagt Josef. „Man kann mehrere Module hintereinander und übereinander bauen.“ Auch mehr als die hier entstehen drei Stockwerke hoch. Dadurch sinken die Planungskosten für weitere Bauten. Die Stromleitungen werden in den Sockelleisten der Wände versteckt, sagt Josef. „So muss der Elektriker nicht die Wände aufstemmen, um die Leitungen zu verlegen, und der Verputzer sie nicht wieder schließen. Das spart Zeit und Geld.“ Die Treppen sind außen am Haus. Das ermögliche eine bessere Raumaufteilung im Inneren. Statt separater Küche und Wohnzimmer gebe es eine Wohnküche, das sei sowieso modern, sagt Junker. Geld spare auch die Solaranlage. Bei der Wärmedämmung verzichtet die ABG auf die von Feuerwehren kritisierten Styroporplatten: Die Dämmung ist in den Hohlziegeln der Außenwände. Ein Prinzip, dass die ABG in einen anderen Pilotprojekt bereits im Riederwald testete.

Folgeprojekt im Hilgenfeld

Selbst wenn der Mietpreis von 10 Euro künftig wegen weiter steigender Baukosten nicht gehalten werden kann: Die modulare Bauweise will die ABG Holding auch bei künftigen Projekten weiter verfolgen. Etwa bei der Erweiterung der Siedlung Im Hilgenfeld am Frankfurter Berg. Von den 850 geplanten Wohnungen wolle die ABG dort rund 100 Wohnungen modular. Dabei will die ABG auch ihr Netzwerk an Büros und Firmen erweitern, mit denen sie dabei zusammenarbeitet: Bereits 60 Büros aus ganz Europa hätten angekündigt, sie würden sich gerne am Wettbewerb für das Projekt beteiligen. Außerdem plane die ABG an anderer Stelle weitere 130 Wohnungen modular – wo, will er aber noch nicht verraten.

Mike Josef ärgert unterdessen, dass die Baukosten in Deutschland immer weiter in die Höhe schneller. „Dabei sind es weniger Vorgaben des Landes oder der Bundesregierung. Neben den Grundstückspreisen ist ein Preistreiber der Begriff des ,Stand der Technik’, nach dem laut Gesetz gebaut werden muss.“ Der werde aber nicht demokratisch von Parlamenten, sondern von Berufsverbänden festgelegt. „Gibt es etwas Neues, wird das einfach zum Stand der Technik erklärt.“ Wer sich daran nicht halte, verliere schnell vor Gericht, wenn es zum Prozess komme.

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