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SG Harheim: Bei den Kickern läuft’s rund

Tobias Quirin ist neuer Vorsitzender der SG Harheim. Schwerpunkt des verjüngten Vorstands ist die Jugendarbeit – inklusive Feriencamp.
Der Ball rollt wieder mit dem neuen, jungen Vorstand, hier (von links) mit Christian Moser, Tobias Quirin und Markus Rudolf. Foto: Leonhard Hamerski Der Ball rollt wieder mit dem neuen, jungen Vorstand, hier (von links) mit Christian Moser, Tobias Quirin und Markus Rudolf.
Harheim. 

Bei der Mitgliederversammlung der Harheimer Fußballer lief es wie geschmiert. „Die Sitzung war kurz“, wundert sich selbst der neue Vorsitzende der SG Harheim, Tobias Quirin. Dabei gelang, was bislang stets fehlschlug: Der Verein verpasste sich eine Verjüngungskur. Tobias Quirin ist mit 33 Jahren zwei Generationen – ganze 38 Jahre – jünger als der letzte Vereinsvorsitzende. Kassierer Christian Moser (35) trennen 25 Jahre von seinem Vorgänger, auch Schriftführer Patrick Stamm ist 35 Jahre. Selbst Markus Rudolf, stellvertretender Vorsitzende und mit 48 Jahren Ältester im neuen Vorstand, ist 20 Jahre jünger als sein Vorgänger.

Vorstand komplett besetzt

2015 konnte der Verein nur weitermachen, weil der inzwischen verstorbene Helmut Kessler sich „von der Theke weg“ überreden ließ, als stellvertretender Vorsitzender zu fungieren, sagt Quirin. Einen Vorsitzenden gab es nicht. Ganz neu ist die Vereinsarbeit für Moser und Quirin nicht: Moser ist seit 2014 im Vorstand, Tobias Quirin kam 2015 hinzu. Den Umschwung schafften sie, weil sie viele Jüngere zum Mitmachen bewegten. „Nur Sebastian Heisig und Marcus Wiegand als erster und zweiter Jugendwart sind geblieben, alle anderen Posten sind neu besetzt“, sagt Quirin. Stephan Weigmann als neuer zweiter Kassierer und Holger Glab als Spielausschussvorsitzender komplettieren den achtköpfigen Vorstand. Auch die je zehn Beisitzer- und Ältestenratsposten sind besetzt.

So ergeben sich neue Möglichkeiten, freut sich Quirin. „Zuletzt konnten wir nur reagieren, keine neuen Aktionen anstoßen.“ Denn dazu brauche es viele ehrenamtliche Helfer. „In diesem Jahr werden wir 70 Jahre alt, am 17. September wird gefeiert. Das hätten wir mit dem kleinen bisherigen Vorstand nicht stemmen können.“

Gut sei, dass sich viele der nun Aktiven aus gemeinsamen Schul- und Fußballtagen kennen, sagt Quirin. „Es hilft, wenn man auch außerhalb des Platzes befreundet ist.“ Die verschiedenen Teile des Vereins – Jugendabteilung, die beien Seniorenmannschaften sowie die Alten Herren – sollen wieder eine Einheit werden.

Auch fußballerisch wolle sich die SG Harheim wieder besser aufstellen, sagt Quirin. Gab es zuletzt doch vor allem in der B- und A-Jugend Lücken. „Die Jugendleiter haben in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht. Auch die Neubaugebiete haben viele Kinder in den Verein gebracht“, so Moser. Die SG habe ausgebildete, engagierte Jugendtrainern. Und mit 50 Euro im Jahr liege der Mitgliedsbeitrag für den Nachwuchs im unteren Drittel in Frankfurt.

Viel Einsatz nötig

Dennoch sei viel Einsatz nötig, denn die SG Harheim hat keinen Kunstrasenplatz, sagt Markus Rudolf. Im vergangenen Jahr organisierten die Jugendtrainer ein erstes Fußballcamp, das der Verein unlängst in den Osterferien wiederholte. „Künftig soll es drei Camps pro Jahr geben, bis zu 50 Kinder können mitmachen.“ Und mit 115 Euro sei es preiswert, inklusive Trikots, Trinkflasche, Frühstück und Mittagessen. Weil die Trainer das Konzept selbst erarbeiteten und das Camp auch leiten. „Dass unser früherer Torwart Oliver Reck für einen Tag vorbeischaute, war ein besonderer Höhepunkt.“ Reck, einst Meister mit Werder Bremen, trainiert zurzeit Kickers Offenbach.

„Wir wollen die Harheimer in den Verein holen“, sagt Quirin. An jene Zeiten anknüpfen, als 200 Zuschauer kamen. Viel Geld hat der Verein dafür nicht: Rund 65 000 Euro im Jahr – darunter 16 000 Euro von der Stadt für die Pflege der Bezirkssportanlage. Viel aber bleibt da nicht übrig. „Für alle Trainer zusammen zahlen wir 6000 Euro, hinzu kommen Fortbildungen. Allein an Hallenmiete zahlen wir 2500 Euro“, sagt Quirin. Ohne „starkes ehrenamtliches Engagement“ könne der Verein daher nicht bestehen. Überlebensfähig sei der Verein aber auch dann nur, wenn er einen Kunstrasenplatz bekomme.

(red)
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