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Bürger und Ortsbeirat 10 fordern Verkehrskonzept: Bonamesern stinkt der Stau

Von Lastwagen in engen Straßen, Gefahren für Fußgänger und Radler, ein tödlicher Unfall am U-Bahn-Übergang: Viele Verkehrsthemen beschäftigen die Bonamser. Und wollen sie mit dem Ortsbeirat 10 angehen.
Tagein, tagaus quälen sich die Autofahrer durch den Oberen Kalbacher Weg in Bonames. Da steht dann auch mal plötzlich ein Auto quer zu den Fahrspuren oder geraten Radfahrer in durchaus brenzlige Situationen. Foto: Leonhard Hamerski Tagein, tagaus quälen sich die Autofahrer durch den Oberen Kalbacher Weg in Bonames. Da steht dann auch mal plötzlich ein Auto quer zu den Fahrspuren oder geraten Radfahrer in durchaus brenzlige Situationen.
Bonames. 

Kay Mack bringt es in der Sitzung des Ortsbeirats 10 auf den Punkt: „Die Bonameser sind nicht einfach nur ein bisschen unzufrieden. Die Menschen im alten Ortsteil sind wütend. Das Fass ist kurz vorm Überlaufen.“ Der stellvertretende Vorsitzende des Naturschutzvereins Bonames wohnt in der Straße Am Burghof, einer „winzigen Ortsstraße, in der man aber aufgrund des dichten Verkehrs nicht mehr über die Straße kommt“. Zwei Radfahrer seien hier schon angefahren worden, „dass es noch keinen Toten gegeben hat, ist pures Glück“. Von der Stadtverwaltung, so hört man immer wieder im Stadtteil, fühlen sich die Bonameser im Stich gelassen.

Dem stellt der Naturschutzverein eine Liste mit Forderungen und 350 Unterschriften entgegen, die der Vorsitzende Michael Schloßnagel dem Ortsbeirat 10 übergab. Das Gremium reagierte bereits mit einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen an den Magistrat. Durch den Burghof sollen nur Lastwagen bis 3,5 Tonnen fahren, in ganz Bonames soll Tempo 30 und an allen Kreuzungen „rechts vor links“ gelten, im Burghof sollen ein Zebrastreifen eingerichtet und eine Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt werden. Doch damit nicht genug: Mit bewegter Stimme hatte zu Beginn der Sitzung Ortsvorsteher Robert Lange (CDU) mit einer Schweigeminute jenes zwölfjährigen Mädchens gedacht, das vor drei Wochen am U-Bahn-Übergang am Oberen Kalbacher Weg tödlich verunglückt ist (wir berichteten).

Der technisch veraltete Übergang ist gefährlich und muss sicherer werden, darin ist sich auch der Ortsbeirat einig. Die Mittelinseln am Bahnübergang sollen möglichst schnell verschwinden, um auf der engen Fahrbahn Platz zu schaffen für einen separaten Fahrradstreifen. Auch soll deutlich vor der Haltelinie der Autos – wie an vielen Ampeln üblich – eine Haltefläche für Radfahrer geschaffen werden. Der Magistrat soll weitere „bauliche und technische Verbesserungen“ am Übergang prüfen.

Kritik an Neubaugebiet

Auch das geplante Neubaugebiet Am Eschbachtal / Harheimer Weg (früher Bonames-Ost genannt) spielt bei Verkehrsthemen eine wichtige Rolle. So forderte Walter Welker, ein Sprecher der BI „L(i)ebenswertes Bonames“: „Solange die Verkehrsfragen im Stadtteil nicht geklärt sind, darf in Bonames-Ost nicht gebaut werden.“

Sein Sprecherkollege Peter König betont, für Bonames seien 1580 neue Wohneinheiten im Osten des Stadtteils „plus ein Gymnasium, das rechnerisch Verkehr wie 200 weitere Wohnungen bringt“, nicht akzeptabel – auch wenn der damalige Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) das einen „guten Kompromiss“ genannt habe. „Ich erinnere den Ortsbeirat daran, dass immer noch sein Beschluss steht, hier nur 1380 Wohneinheiten zu bauen. Und ich bitte ihn, das auch einzufordern“, sagte BI-Sprecher Christoph Schmidt-Lunau.

Immer mehr Verkehr

Dass das Neubaugebiet mehr Verkehr für den Bonameser Ortskern, also rund um den Platz Am Wendelsgarten, aber auch im Burghof und der Homburger Landstraße, bringe, zeige ein Gutachten der Stadt, so BI-Sprecher Thomas Kettner. „Die Stadt spricht von 24 000 Autos pro Tag. Das ist heute obsolet, es sind eher 26 000 und mit Bonames-Ost werden es 30 000 sein.“

Und als sei dies nicht genug, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Gero Gabriel, drohe dem Norden ein weiteres großes Neubaugebiet, das noch mehr Kraftfahrzeugverkehr in alle Stadtteile spüle. Der Ortsbeirat bittet – wiederum einstimmig – den Magistrat, sich zu überlegen, wie man den Ortskern vom Verkehr entlasten kann.

Angesichts dessen sei es dringend geboten, den Verkehr auf der für Bonames-Ost geplanten Ortsrandstraße nicht durch einen Bahnübergang an der U-Bahn-Trasse auszubremsen, sondern ihn per Brücke oder Unterführung schnell am Stadtteil vorbei zu führen, sagt Michael Schloßnagel. Denn Schranken, die wie an den beiden anderen Übergängen oft geschlossen seien, verleiteten Autofahrer dazu, durch den Bonameser Ortskern zu fahren. Auch der Ortsbeirat ist gegen einen U-Bahn-Übergang an der Ortsrandstraße. Das unterstreicht er einstimmig per Nachfrage beim Magistrat nach der Sicherheit der Bahnübergänge: „Nicht umsonst schafft die Deutsche Bahn AG möglichst viele Bahnübergänge ab, weil sie gefährlich sind.“

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