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Diesterwegplatz: Brunnen am Südbahnhof soll wieder plätschern

Der verwahrloste und seit etwa zwei Jahren trockengelegte Brunnen am Südbahnhof könnte bald wieder plätschern. Nach einem skurrilen Streit um die Zuständigkeit signalisiert der Magistrat der Stadt nun Entgegenkommen: Bei der anstehenden Verschönerung des Diesterwegplatzes soll der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden.
Rechts vom Haupteingang des Südbahnhofs steht der kleine Brunnen, in den das Wasser aus der anliegenden Mauer über eine schiefe Ebene floss. Er wurde stillgelegt, die Bepflanzung ist ein Witz. Foto: Leonhard Hamerski Rechts vom Haupteingang des Südbahnhofs steht der kleine Brunnen, in den das Wasser aus der anliegenden Mauer über eine schiefe Ebene floss. Er wurde stillgelegt, die Bepflanzung ist ein Witz.
Sachsenhausen. 

„Wann wird die Stadt endlich dieses peinliche Zuständigkeitsgerangel beenden und die Brunnenanlage am Südbahnhof wieder in Betrieb nehmen?“ Mit diesen Worten hat sich Uwe Schulz am 14. November erkennbar entnervt an den Magistrat der Stadt Frankfurt gewendet. Grund dafür hatte er genügend: Der Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der FDP im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) hatte mitverfolgt, wie die Stadt und die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG Holding die Verantwortung für den Brunnen abstritten und die Zuständigkeit, respektive Verantwortlichkeit hin- und herschoben.

Dabei hatte alles geordnet begonnen. Bereits im August 2017 stellte Marlis Gutmann (Die Linke) zusammen mit dem Stadtteilparlament einen Antrag an den Magistrat, und forderte, die Brunnenanlage wieder in Betrieb zu nehmen.

Ende November antwortete der Magistrat, dass das Bauwerk nicht in seiner Zuständigkeit liege, sondern zum Gebäudekomplex des Südbahnhofs gehöre, der Eigentum der ABG sei. Weil die Infrastruktur des Brunnens schon vor Jahren zurückgebaut worden sei, sehe die ABG davon ab, ihn zu sanieren.

Zuständigkeitsgeschacher

Auf Nachfrage dieser Zeitung allerdings erwiesen sich die Verhältnisse als ungeklärt. ABG-Chef Frank Junker wies die Verantwortung für den Brunnen weit von sich. Grund dafür sei, dass der Brunnen auf einem städtischen Grundstück stehe. Die Brunnenkammer, die für den Betrieb des Brunnens wesentlich ist, liege allerdings auf dem Gelände des Bahnhofs, hielt der im Stadtplanungsamt zuständige Abteilungsleiter Michael Hootz entgegen. Beide Parteien erklärten die Verhältnisse deswegen für „eindeutig“ – und zwar zulasten des jeweils anderen.

Junker schlug vor, dass die Stadt eigene Leitungen legen und die Betriebsanlage für den Brunnen auf ihrem Grundstück unterbringen könne – das könnte nun bald passieren. Vor dem Hintergrund dieses Konflikts hat Uwe Schulz den Brunnen nämlich bei einer Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung noch mal ins Gespräch gebracht. Mit Erfolg. Stadtrat Mike Josef (SPD) bestätigte, dass sich die Stadt nun doch um eine Sanierung kümmern wird. „Seitens des Ortsbeirats 5 wurde eine gestalterische Überholung des denkmalgeschützten Diesterwegplatzes gewünscht“, antwortete er, „diese soll nach und nach umgesetzt werden.“ Im Zuge der anstehenden Renovierung könne der Brunnen reaktiviert werden. Der Magistrat werde sich daher darüber beraten und über mögliche Lösungsansätze sprechen.

Stadt lässt sich Zeit

Damit ist dem Ortsbeirat 5 ein doppelter Durchbruch gelungen. Er fordert die Verschönerung schon seit 2001. „Der Platz soll nicht nur aufgewertet werden, auch das Wegesystem muss verbessert werden. Bislang rasen die Leute immer durch die Grünflächen“, erklärt Ortsvorsteher Christian Becker (SPD). „Die Haltestelle ist außerdem nicht barrierefrei, obwohl sie für viele ein wichtiger Knotenpunkt beim Umsteigen ist. Das muss sich ändern.“ Wie genau die Überholung aussehen wird, ist allerdings noch nicht bekannt. Die Zuständigkeit ist damit aber endlich geklärt.

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