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Eintracht Frankfurt: Das sagen bekennende Eintracht-Fans zu Kovacs Abgang

Viele Fans sind maßlos enttäuscht: Trainer Niko Kovac geht, und das sagt er ausgerechnet jetzt, so kurz vor den letzten, entscheidenden Spielen der Saison. Wir haben bekennende Anhänger gefragt, wie sie den Abgang des Trainers sehen, der die Eintracht nach oben geführt hat.
Henni Nachtsheim Foto: Peter Hartenfelser (imago stock&people) Henni Nachtsheim

Henni Nachtsheim: Ich find es einfach schade. Da ich aber die emotionale Verbindung zwischen ihm und den Bayern nicht wirklich kenne, und auch nicht einschätzen kann, ob ihm der Verein - ungeachtet von sportlichen oder finanziellen Perspektiven - tatsächlich mehr bedeutet als die Eintracht, würde mich mit Kommentaren lieber zurückhalten. Es gibt allerdings eine Sache, von der ich absolut überzeugt bin: in Sachen „Vorgesetzte“ verbessert er sich auf keinen Fall! 

Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripur (Grüne) zitiert den Song der Band Die Toten Hosen: „Ich würde niemals zu den Bayern gehen.“ Der Chef des Eintracht-Fanclubs im Bundestag hat keinerlei Verständnis für Kovac’ Abgang. „In Frankfurt hätte er eine Legende werden können, aber statt für den Thron hat er sich für einen Schleudersitz entschieden.“ Dass die Einstellung bei den Bayern quasi über Nacht gefallen sein soll, kann er nicht glauben. Wie Kovac ihn versöhnen könnte? „Möge er uns den Pokal und den Championsleague-Platz holen, dann könnte ich verzeihen.“

Ernste Gesichter bei der Eintracht: Fredi Bobic, Jan Strasheim und Niko Kovac (von links).
Eintracht Frankfurt Wie Niko Kovac plötzlich ein Bayer wurde

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic ist bedient. Das Vorgehen von Bayern München im Fall Kovac nennt er unprofessionell und respektlos.

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Sandra Schellhase-Bender ist Dauergast im Stadion und die Frau vom Fach, wenn es um Fußball geht. Sie gibt zu, dass sie traurig ist über den Abgang. „Kovac war ein Glücksfall für die Eintracht.“ Das Bayern-Angebot sei „eine einmalige Chance, man kann es ihm nicht verübeln. Er kann sich jetzt immer noch ein Denkmal setzen, wenn er die Eintracht nach Europa führt.“ Für einen Nachfolger werde es schwer, seine Fußstapfen auszufüllen.

Markus Frank (CDU) Bild-Zoom
Markus Frank (CDU)

Auch Frankfurts Sportdezernenten Markus Frank (CDU) macht der Abgang traurig. Enttäuscht sei er davon, wie Kovac seinen Abschied in Frankfurt kommuniziert hat. „Er hat gute Arbeit bei der Eintracht geleistet, da ist es doch klar, dass er Angebote bekommt.“ Dass er das aus München nicht ausschlagen mochte, hätten die Frankfurter wohl noch etwas besser verstanden, wenn der Trainer damit offener umgegangen wäre.

Peter Völker leitet als Vorsitzender der TG Bornheim Hessens größten Sportverein. Der bietet alles außer Fußball, dennoch ist er mitten in der Diskussion: „Ich glaube, dass die Eintracht-Vertreter vernünftig gehandelt haben. Ich finde es auch fair, einem erfolgreichen, jungen Trainer keine Steine in den Weg zu legen. Jeder andere in dieser Situation würde auch die Chance ergreifen. Kovac hat sehr viel für den Club getan. Ich glaube nicht, dass die Spieler durch seinen Abgang Schaden erleiden. Das ist ihr Beruf, sie müssen damit umgehen.“

„Ich bedaure sehr, dass Niko Kovac die Eintracht verlassen wird“, sagte Sparkassen-Chef Robert Restani. „Er hat in Frankfurt hervorragende Arbeit geleistet. Ich habe aber auch Verständnis dafür, dass er neue Wege bestreiten möchte. Die Eintracht wird auch weiterhin im oberen Drittel der Bundesligatabelle mitspielen.“

Hans-Dieter Bock ist Wirt der bekanntesten Eintracht-Kneipe im Frankfurter Westen, dem „Froschkönig West“: „Ich sehe den Abgang von Kovac entspannt. Das entscheidet er selbst. Der Fan hat da leider wie auch bei der Nachfolge-Diskussion keinen Einfluss. Aber es ist ja schon immer so, dass das Geschrei groß ist, wenn einer den Verein verlässt. Für mich ist nur wichtig, dass die Eintracht nicht in die zweite Liga absteigt.“

Künstler und Bildhauer Tobias Rehberger Bild-Zoom
Künstler und Bildhauer Tobias Rehberger

Künstler Tobias Rehberger wäre froh, wenn Kovac länger geblieben wäre, denn „die zwei Jahre mit ihm haben Spaß gemacht. Jemandem, der so viel Gutes für die Eintracht getan hat, kann man aber nicht böse sein.“ Trotzdem: „Die Chance, zu den Bayern zu gehen, wäre ihm nicht davongelaufen. Herrn Bobic traue ich zu, dass er uns wieder jemanden Gutes bringt.“

Selbst in Dubai gibt es treue Fans der Eintracht. Andreas Gulya ist Chef der Bembel-Beduinen. „Seit Thomas Tuchel abgesagt hat, war mir klar, dass er geht.“ Er gönnt dem Kroaten den Karrieresprung: „99,9 Prozent aller Menschen hätten sich so entschieden.“ Aber er ist unglücklich über Kovac’ Hin und Her: „Die Kommunikation war ganz mies.“ Das hätten die Frankfurter Fans nicht verdient: „Er war ein No Name, ist erst mit der Eintracht groß geworden.“ Zu hoffen bleibe, dass die Spieler in dieser Unruhe ihre Chance auf den Pokal und die Champions League nicht verspielen.

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