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Sachsenhäuser Gärtner: Das sagt ein Experte zum beliebten Weihnachtsstern

In jedem Blumengeschäft und in vielen Supermärkten sind sie in der Adventszeit zu haben, mit großen roten, weißen oder rosa Blättern in Sternform: Weihnachtstern, Adventsstern und Christstern werden sie genannt. Winfried Giersch züchtet die Wolfsmilchgewächse in vierter Generation in Sachsenhausen.
Badet förmlich in einem Meer aus leuchtend roten Weihnachtssternen: Gärtner Winfried Giersch. Bilder > Foto: Michael Faust Badet förmlich in einem Meer aus leuchtend roten Weihnachtssternen: Gärtner Winfried Giersch.
Sachsenhausen. 

In diesem Jahr ist die Lieblingsfarbe der Frankfurter Rot. Zumindest, wenn es um Weihnachtssterne geht. Winfried Giersch (60) muss es wissen. Er ist Experte. Seit 1894 gibt es seine Gärtnerei Giersch in Sachsenhausen, er betreibt sie in vierter Generation. „Der Name ,Weihnachtsstern’ ist eigentlich fakultativ“, sagt er und lacht, während er seinem riesigen braunen Neufundländer George den Kopf krault. „Wenn man es richtig macht, können sie das ganze Jahr blühen.“

Das Wolfsmilchgewächs ist eine Kurztagpflanze, also eine Pflanze, die blüht, wenn es lange dunkel war. Wenn man sie für eine Weile jeden Tag 12 bis 14 Stunden mit einem Eimer oder Karton bedeckt, produziert sie zu jeder Jahreszeit nach sechs bis acht Woche farbige Blätter. Die roten, weißen, rosa, aprikose- oder lachsfarbenen Blätter, die uni oder farbig gemischt sein können, sind keine Blüten, auch wenn es so aussieht. „Diese ,Hochblätter’ locken in der Ursprungsheimat Mexiko Bestäuber an wie Kolibris und Bienen“, erklärt Giersch im Gewächshaus. Die tatsächlichen Blüten stehen winzig klein in der Mitte der Blätter.

Nach mexikanischem Mythos ist der Christstern aus einem Blutstropfen einer unglücklich verliebten aztekischen Göttin entstanden. In Frankreich nennt man ihn „étoile d’amour“, also „Stern der Liebe“.

Viele landen im Müll

Es macht Giersch traurig, dass die meisten Pflanzen in Deutschland nach einiger Zeit im Müll landen. „Frost verträgt der Weihnachtsstern nicht, Zugluft mag er nicht. Am liebsten steht er hell in der Nähe eines Fensters. Beim Gießen sollte man darauf achten, dass es keine Staunässe gibt, austrocken darf die Erde auch nicht“, erklärt er. Im Sommer stehen die Weihnachtssterne gerne mit frischer Erde im lichten Schatten im Garten oder auf dem Balkon. Im Laufe der Zeit verholzen sie, wachsen zu Büschen heran und blühen auch, wenn man ihnen ab und zu stickstoffbetonten Dünger gibt. George erkundet das Gewächshaus. Die Töpfe und Körbe voller prachtvoller Weihnachtssterne für den Großmarkt interessieren ihn nicht besonders. Das ist gut so, da sie für Haustiere giftig sind.

Auch für die Vase sind Weihnachtssterne geeignet. Die Gärtnerei Giersch ist die einzige Gärtnerei in Frankfurt, die die Hochstämme für Schnittblumen züchtet, und das seit mehr als 50 Jahren. Giersch hat sich für die Sorte „Winterrose“ mit ihren dichten gekräuselten roten Hochblättern entschieden. „Es ist kompliziert“, meint Giersch und meint den Transport. „Sie müssen stehend transportiert werden, im Liegen gehen sie kaputt.“ Für die Vase gibt es auch einiges zu beachten. Die dicken Stiele bluten sehr stark, wenn man sie schneidet.

Botanisch Pointsettie

Den Weihnachtsstern, botanisch Poinsettie genannt, kann man mit anderen Pflanzen und Blumen in die Vase stellen, nur Kieferzweige sind ungeeignet, weil sie ausharzen. Christsterne können raumhoch werden. An Weihnachten sind die roten Christsterne von Giersch wieder im Frankfurter Kaiserdom zu sehen – in Bodenvasen. Giersch lächelt: „Das hat Tradition, damit Weihnachten noch schöner ist.“

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