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Nachwuchs wird in Harheim im Juni erwartet: Der Klapperstorch ist da

Von Nach fast 50 Jahren brüten im Stadtgebiet endlich wieder Störche – ein positives Signal für die Biodiversität. Um die stolzen Vögel zum Bleiben zu bewegen, sind nun Anwohner und Spaziergänger zum umsichtigen Umgang aufgerufen.
Das Storchenpaar hat sich zum Brüten das Nest in Harheim ausgesucht. Foto: Rainer Rüffer Das Storchenpaar hat sich zum Brüten das Nest in Harheim ausgesucht.
Harheim. 

In 14 Meter Höhe hat der Storch von seiner Plattform aus einen ganz besonders guten Blick auf die Menschengruppe, die sich mit langsamen Schritten seinem Nest nähert und in gebührendem Sicherheitsabstand stehen bleibt: „Solang wir den Störchen nicht zu nahe kommen, zeigen die Vögel keine Scheu“, erklärt Ingolf Grabow, der als Vorstandsmitglied des Naturschutzbunds (Nabu) die Vögel regelmäßig beobachtet und ein Fernglas aufgebaut hat, damit die Besucher die Störche trotz der Distanz ganz nah erleben können.

Hinter dem Anlass, für den die Abordnung, der auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Mainova-Vorstandsvorsitzender Constantin Alsheimer angehören, zwischen den Feldern in Harheim unterwegs ist, steckt eine kleine Sensation: „Seit fast 50 Jahren ist es das erste Mal, dass Störche wieder im Stadtgebiet brüten“, erklärt Heilig und betont, dass das zwar ein gutes Zeichen für die Biodiversität in der Stadt sei, das aber nur durch eine Menge Vorbereitungen möglich gemacht wurde.

Drei Brutplätze gebaut

„Ich erinnere mich noch gut an den nasskalten Tag im März 2015, als wir die drei Brutplätze – zwei hier in Harheim und einen am Fechenheimer Mainbogen – gemeinsam mit dem Nabu und der Mainova, die uns finanziell unterstützte, errichtet haben. Damals waren wir noch skeptisch, ob unser Plan aufgehen würde“, erzählt die Umweltdezernentin und freut sich umso mehr über den Storchennachwuchs, der für Anfang Juni erwartet wird: „Das Gelände hier eignet sich durch seine Naturbelassenheit extrem gut für die Suche nach Fröschen, Mäusen und Insekten, von denen sich die Störche hauptsächlich ernähren.“ Dieser Faktor scheint den Naturschützern dabei in die Karten gespielt zu haben.

Genauso wie die Tatsache, dass die Storchenpopulation in Hessen über die vergangenen Jahre wieder stark angezogen hat. „Der Nabu zählte im vergangenen Jahr 150 Brutpaare und 900 Jungtiere, die meisten davon in der Wetterau, dem Kinzigtal und im Kreis Groß-Gerau“, erklärt Grabow. „Durch die steigende Anzahl ist der Druck auf die ländlichen Bereiche so groß geworden, dass sich die Tiere erstmals seit 1968 wieder an den Rand der Großstadt orientieren.“

Ruhe ist wichtig

Zumal das Weibchen des Storchenpaares in Harheim auch keine Unbekannte ist, wie Grabow erzählt. Das beringte Tier hatte er über die Zahlenkombination an ihrer Markierung wiedererkannt. „Es handelt sich um ein etwa vier Jahre altes Tier, das bereits im vergangenen Jahr an mehreren Stellen im Stadtteil registriert worden war.“ Dass das Pärchen im nächsten Jahr auch weitere Brutpaare anzieht, die dann die Nistplätze in der Umgebung nutzen, hält er für wahrscheinlich: „Für dieses Jahr werden die Jungen stadtweit aber die einzigen bleiben“, weiß der Naturschützer.

Damit die Störche jedoch in Ruhe brüten und ihren Nachwuchs aufziehen können, seien die Naturschützer vor allem auch auf die Mithilfe der Anwohner und Spaziergänger angewiesen. „Wir rufen alle, die hier in den Feldern unterwegs sind, zur Rücksicht auf“, sagt Heilig. Das bedeutet, dass immer eine gewisse Distanz zu dem Nistplatz gewahrt werden sollte und auch Hunde immer an der Leine geführt werden müssen, damit die Störche den Ort nicht wieder verlassen. Heiligs Mitarbeiter markierten die Stelle am gestrigen Freitag mit entsprechenden Hinweisschildern und hoffen, dass sich die Menschen daran halten.

Was passiert, wenn sie es nicht tun, sähe man an anderen Populationen, warnt Nabu-Vorstand Ingolf Grabow: „Vor einigen Jahren verzeichneten wir hier bei den Rebhühnern etwa noch 31 Brutpaare, in diesem Jahr habe ich gerade einmal eines ausgemacht, weil gerade die Bodenbrüter schwer unter den vielen freilaufenden Hunden, die neugierig die Nester ausräumen, leiden. Da wir wollen, dass die Störche bleiben, bis es im August Zeit ist, weiterzuziehen, und auch gemeinsam mit anderen Vogelarten im nächsten Jahr wieder zurückkommen, sind wir besonders auf die Mithilfe der Hundebesitzer angewiesen.“

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