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Durchwachsener Sommer: Die Freibad-Saison in Frankfurt endet im Minus

Von Der Sommer 2017 war regnerisch, stürmisch und nur selten heiß. Das bekamen vor allem Frankfurts Freibäder zu spüren. Ihre Saisonbilanz zeigt ein trauriges Bild. Offen ist weiterhin, was mit dem Rebstockbad passiert – obwohl es heute nach abgeschlossener Dachsanierung mit einem großen Fest wiedereröffnet.
Doris Spohr und Klaus Lenhardt sind hartgesotten und sportlich – sie ziehen gern ihre Bahnen im Freibad Hausen. Doch die Freiluftsaison geht morgen auch hier zu Ende. Foto: Leonhard Hamerski Doris Spohr und Klaus Lenhardt sind hartgesotten und sportlich – sie ziehen gern ihre Bahnen im Freibad Hausen. Doch die Freiluftsaison geht morgen auch hier zu Ende.
Frankfurt. 

Der Sommer 2017 war ein Sommer zum Vergessen für die Frankfurter Bäderbetriebe: Lediglich 582 000 Gäste konnten die Frankfurter Freibäder bis zum Saisonschluss zählen. Daran wird sich auch nicht mehr allzu viel ändern, denn mit dem Freibad in Hausen beendet morgen auch das letzte der städtischen Freiluft-Bäder die Sommersaison 2017. „Wir waren schon im vergangenen Jahr nicht zufrieden, aber dieses Jahr wurde das Ganze noch massiv unterboten“, sagt Alexander Mitschke, Sprecher der Bäderbetriebe. So war schon das Jahr 2016 mit 650 000 Badegästen äußerst dürftig. Zum Vergleich: Erst bei 700 000 bis 750 000 Besuchern sprechen die Bäderbetriebe von einem „akzeptablen Sommer“. Diese Zahl war in dieser Saison nicht zu erreichen.

„Die Menschen strömen in die Freibäder, um vor Hitze zu fliehen“, so Mitschke. Das zeige die Erfahrung. Doch Abkühlung benötigten in diesem Jahr die Wenigsten. Häufig drohten an Hitzetagen starke Gewitter. Dann müssen Badegäste die Freibäder verlassen – eine Vorsichtsmaßnahme gegen drohenden Blitzeinschlag.

Vorsichtig sind die Bäderbetriebe auch in rechnerischer Hinsicht: „Wir gehen bei der Wirtschaftsplanung nie von einem Jahrhundertsommer aus, sondern immer vom unteren Durchschnitt. Aber selbst den haben wir bei Weitem nicht erreicht“, erklärt Mitschke. Insgesamt liegen die Einnahmen knapp zehn Prozent unter den Erwartungen. Allerdings sei zu bedenken, dass mit einer geringeren Zahl an heißen Sommertagen und infolgedessen weniger Badegästen auch die Unterhaltungskosten der Bäder sänken. Im Vorjahr sei das Einnahmesoll gerade so erreicht worden.

Nicht ausgewichen

Der Gesamtbilanz schadet auch, dass das größte Schwimmbad der Stadt, das Rebstockbad, seit August wegen aufwendiger Reparaturen des Dachs geschlossen war. Entgegen der Hoffnungen der Bäderbetriebe sind die Badegäste von dort allerdings nicht in die anderen Erlebnisbäder ausgewichen. Während das Rebstockbad rund 20 Prozent Besucher im Vergleich zur Vorsaison verloren hat, konnten die Titus-Therme und das Panoramabad nur zwei Prozent zulegen.

Doch keine Statistik ohne Kuriosität: Trotz insgesamt schlechter Besucherzahlen konnte ein Frankfurter Freibad einen Anstieg verzeichnen – das Stadionbad. Allerdings war das nur der mehrtägigen Party „World Club Dome Pool Sessions“ zu verdanken, die im Juni zehntausende vor allem junge Leute in die Commerzbank-Arena und das Stadionbad lockte.

Alle anderen Freibäder haben hingegen ein Besucherrückgang zu beklagen. „Die Bäder liegen alle entsprechend in ihrem Bereich“, analysiert Mitschke. Ein Indikator für einen schönen Sommer sind für ihn die Besucherzahlen zweier Bäder: „In einem guten Sommer ist das Brentanobad deutlich besser besucht“, erklärt Mitschke. Kam das Freibad Hausen in diesem Jahr auf 113 000 Besucher, konnte das Brentanobad nur 89 000 Badegäste verzeichnen.

Schnell zu retten

Dabei bedarf es nicht viel, um die Bilanz zu retten: „An einem richtig heißen Wochenende können wir etwa 30 000 Besucher im Brentanobad zählen“, berichtet Mitschke. Eine heiße Woche mehr oder weniger könne daher schon großen Einfluss nehmen. Das zeigt auch das Potenzial, an das sich Mitschke schwärmend erinnert: So wurden im Jahrhundertsommer 2003 rund 1,2 Millionen Besucher in den Freibädern Frankfurts gezählt.

Indessen ist die Zukunft des 1982 eröffneten Rebstockbades, des größten Frankfurter Hallenbades mit Freibadebereich, weiter unsicher. Veraltete Technik und verfaulte Dachbalken zwangen die Bäderbetriebe zum Handeln. Nach den Sommerferien wurde das Dach behelfsmäßig stabilisiert. 27 morsche Holzträger wurden mit Stahlprofilen verstärkt. Dadurch könne die Standsicherheit für einen „überschaubaren Zeitraum“ von maximal fünf Jahren gewährleistet werden, erklärt der Baustatiker Hans Klein vom Ingenieurbüro Engelbach + Partner. Diese Renovierung kostete eine knappe halbe Million Euro. Die wahrscheinliche Lösung läuft wohl auf einen Abriss und Neubau hinaus. „Die Sanierung wäre ein Blindflug“, warnte Sportdezernent Markus Frank (CDU), qua Amt auch Aufsichtsratschef der Bäderbetriebe, noch im Mai. Er wird noch politische Überzeugungsarbeit leisten müssen. Doch noch dieses Jahr soll eine Entscheidung fallen.

Doch heute feiert das Rebstockbad erst einmal seine Wiedereröffnung mit einem bunten Programm für die ganze Familie. Unter anderem kommt Markus Becker mit seinem „Roten Pferd“ unter dem Motto „King of Kidsclub“. Zusätzlich erwartet die Kinder noch ein Piratenschiff und Captain Jack Sparrow (The German Jack).

Heute Party im Rebstockbad

Der Eintritt kostet heute 5,80 Euro für Erwachsene, 4,20 Euro für Kinder ab einem Meter und 13,50 Euro für Familien (ohne Zeitbegrenzung). Kinder bis zu einem Meter haben heute freien Eintritt. Für die Nutzung der Saunaanlage, an diesem Tag extra bis 24 Uhr geöffnet, zahlt der Gast zwischen 9,50 und 13,50 Euro.

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