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Projekt erhält Auszeichnung: Die Nachbarn für Demenz sensibilisieren

Von Das Agaplesion Oberin-Martha-Keller-Haus ist gestern für das Projekt „Demenz respektvoll begegnen“ ausgezeichnet worden. Bei dem Projekt geht es darum, nicht nur Kranke und Angehörige einzubeziehen, sondern auch Kindergärten, Schulen oder Nachbarn.
Kai Klose (rechts) übergibt die Auszeichnung für das Projekt „Demenz respektvoll begegnen“ an Hannelore Rexroth von der Geschäftsführung der Agaplesion Markus-Diakonie und Olaf Rosendahl. Foto: Michael Faust Kai Klose (rechts) übergibt die Auszeichnung für das Projekt „Demenz respektvoll begegnen“ an Hannelore Rexroth von der Geschäftsführung der Agaplesion Markus-Diakonie und Olaf Rosendahl.
Sachsenhausen. 

Eine Bushaltestelle, eine Trinkhalle und ein kleiner Gemüsestand sind im Untergeschoss der Tagespflege im Agaplesion Oberin-Martha-Keller-Haus in der Dielmannstraße 26 aufgestellt. Fotografien von bekannten Sehenswürdigkeiten Frankfurts hängen dazwischen an den Wänden. Wer als gesunder Mensch durch diesen Flur läuft, der fühlt sich ein wenig wie auf einer Reise in die Vergangenheit. Für zahlreiche Gäste des Hauses spiegeln Bushaltestelle, Trinkhalle und Gemüsestand jedoch eine Zeit wider, in der sie selbst jung waren. Es soll sie erinnern an die 1950er Jahre. „Wir werden im Alter von 0 bis 25 Jahren geprägt“, weiß Birgit Ahrens, die die Tagespflege im Haus leitet.

Für Menschen mit demenzieller Erkrankung hat die Einrichtung, deren Trägerin die Agaplesion Markus-Diakonie ist, 17 vollstationäre Plätze und dazu 16 Gäste in der Tagespflege. Demenz, ein in der älter werdenden Gesellschaft großes Thema, betrifft aber nicht ausschließlich Senioren. Bereits in jungen Jahren kann ein Mensch daran erkranken.

Verkäufer einbeziehen

Nicht nur der Betroffene selbst und die Angehörigen müssen sich mit dieser Diagnose auseinandersetzen. Wichtig ist auch, dass Außenstehende wie Verkäufer in Geschäften oder Nachbarn dafür sensibilisiert werden. Das ist der Ansatz der Agaplesion Markus-Diakonie. Sie hat daher im vergangenen Jahr das Projekt „Demenz respektvoll begegnen“ ins Leben gerufen. Dafür wurde es gestern von der hessischen Landesregierung in der Kampagne „Ort des Respekts – Hessen lebt Respekt“ ausgezeichnet. Mit der Zertifizierung, die durch Staatssekretär Kai Klose, Bevollmächtigter des Landes Hessen für Integration und Antidiskriminierung, erfolgte, ist auch eine Unterstützung von 7000 Euro verbunden.

Akteure vernetzen

Das Projekt ist damit aber längst nicht beendet, weitere Aktionen sind geplant. Im Zentrum steht dabei die Idee der Vernetzung mit anderen Akteuren des Viertels. „Wir schaffen ein Beratungsangebot, gehen raus aus der Einrichtung direkt auf die Menschen im Stadtteil zu“, sagt Olaf Rosendahl. Er ist Referent für Quartiersmanagement bei der Agaplesion Markus-Diakonie.

Die Dielmannstraße liegt am Mühlberg. „Hier wohnen sieben Prozent mehr ältere Menschen als im Frankfurter Durchschnitt“, sagt Rosendahl. Hinzu komme, dass die Infrastruktur im Viertel nicht gut sei. Um hier zu helfen, öffnet das Oberin-Martha-Keller-Haus bereits für verschiedene öffentliche Veranstaltungen. Künftig soll es zudem darum gehen, Menschen und Geschäftsleute, die im beruflichen und privaten Alltag öfter Kontakt zu Betroffenen haben, zu informieren. „Wir gehen in Kindertagesstätten und in die Schule, um durch Aufklärung und gemeinsame Aktionen die Angst und Scheu im Umgang mit Menschen mit Demenz zu nehmen“, sagt Rosendahl. Wer mag, könne auch einen Simulationsanzug ausprobieren, der die Veränderungen des Älterwerdens erfahrbar mache.

Weitere Aktionen sollen dazu- kommen, beispielsweise die Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Außerdem sollen Schulungsangebote für pädagogische Mitarbeiter und voraussichtlich auch für Verkäufer gemacht werden. Diese Arbeit wird von der Stiftung Deutsches Hilfswerk mit 100 000 Euro für drei Jahre gefördert.

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