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Öffentlicher Nahverkehr: Fahrgastbeirat wünscht sich mehr Komfort in Bus und Bahn

Zum Ende seiner vierjährigen Wahlperiode zieht der bei der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq angesiedelte Fahrgastbeirat eine positive Bilanz. Einige Wünsche bei Bussen und Bahnen sind aber noch unerfüllt.
Busfahrer machen nach Ansicht des Fahrgastbeirats größtenteils einen guten Job. Aber sie sollten besser geschult werden. Foto: Leonhard Hamerski Busfahrer machen nach Ansicht des Fahrgastbeirats größtenteils einen guten Job. Aber sie sollten besser geschult werden.
Frankfurt. 

Als vor gut drei Jahren die DB-Tochter Busverkehr Hessen die Linien im Frankfurter Westen übernahm, war das Chaos groß. Fahrer kannten den Weg nicht, ließen Haltestellen links liegen, manche Fahrten fielen ganz aus. Für den Frankfurter Fahrgastbeirat ist all das nicht akzeptabel. Pauschalkritik übt Harald Wagner, einer von drei Sprechern des 22-köpfigen Gremiums, aber nicht: „Die meisten Fahrer machen einen gute Job“, findet er. „Es kann aber noch deutlich besser werden.“ Er fordert bessere und kontinuierliche Schulungen des Fahrpersonals. Dazu hätten sich die Unternehmen zwar in ihren Verträgen mit der städtischen Nahverkehrsgesellschaft Traffiq verpflichtet. „Die Praxis sieht aber oft anders aus“, sagt Wagner. Er wünscht sich, dass Busfahrer verständliche Durchsagen machen, wenn einmal die elektronische Haltestellenanzeige ausfällt.

Die Qualifizierung des Personals ist nur eines der vielen Themen, mit denen sich der Fahrgastbeirat in der abgelaufenen vierjährigen Wahlperiode befasst hat. „Insgesamt geben wir dem Frankfurter Nahverkehr die Note zwei minus“, sagte Sprecher Michael Schmidt. Zwar sei das Angebot ganz gut, es könne aber an vielen Stellen noch verbessert werden. So wünscht sich Schmidt mehr Komfort in Bussen und Bahnen. „Die Fahrgäste müssen sich wohlfühlen.“ Gepolsterte Sitze kann er sich ebenso vorstellen wie eine attraktivere Farbgestaltung. Auch bei den Durchsagen sei mehr Kreativität möglich: „In Paris wird jede Haltestelle mit einer eigenen Melodie angesagt.“

Dicke Bretter bohren

Insgesamt ist der Fahrgastbeirat aber zufrieden mit den Fahrzeugen. Viele Wünsche seien berücksichtigt worden, gerade in Hinblick auf die Barrierefreiheit, sagt Sprecherin Petra Rieth. Im Frankfurter Westen seien sogar neue Busse umgerüstet worden, bei denen die Stellfläche für Rollstühle sehr ungünstig gestaltet war. „Das war ein richtig dickes Brett, das wir da bohren mussten“, sagt Rieth. Bei neuen Fahrzeugen – etwa den Straßenbahnen der Baureihe T, die demnächst beschafft werden – wird der Fahrgastbeirat von Anfang an einbezogen.

Kritik an Informationen

Handlungsbedarf sieht das Gremium noch bei der Fahrgastinformation. Vor allem bei Baustellen würden alternative Fahrmöglichkeiten nur unzureichend kommuniziert. „Das System muss verlässlicher werden“, forderte Wagner.

Günter Murr. Foto: Salome Roessler
Kommentar Auf den Rat der Kundne nicht verzichten

Als vor 20 Jahren erstmals ein Fahrgastbeirat in Frankfurt eingerichtet wurde, waren die Fachleute skeptisch. Laien sollen bei einer solch komplexen Materie wie dem öffentlichen Nahverkehr mitreden?

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In der kommenden Woche tagt der Fahrgastbeirat erstmals in neuer Zusammensetzung. Von den 22 Mitgliedern werden elf von Verbänden und Organisationen entsandt, die andere Hälfte besteht aus Fahrgästen, die sich bei Traffiq beworben haben. Der Fahrgastbeirat besteht mittlerweile seit 20 Jahren. „Ich habe ihn immer als Unterstützung begriffen“, lobte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) das Engagement der Mitglieder.

(mu)

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