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Rebstockpark: Feldbahnmuseum soll umziehen

Am Römerhof sollen 2000 neue Wohnungen entstehen. Doch mittendrin liegt das Feldbahnmuseum. Rüdiger Fach, Vorsitzender des Museums glaubt, dass die alten Schmalspurbahnen in einem Wohngebiet für Ärger sorgen. Die sind schließlich laut und dreckig. Darum wünscht er sich einen neuen Standort. Die Stadt sieht das Problem, will aber erst prüfen.
Udo Przygoda (Ehrenvorsitzender), Rüdiger Fach (1. Vorsitzender) und Christian Felten vor einer Lok des Feldbahnmuseums. Foto: Leonhard Hamerski Udo Przygoda (Ehrenvorsitzender), Rüdiger Fach (1. Vorsitzender) und Christian Felten vor einer Lok des Feldbahnmuseums.

Viel Wert legt Rüdiger Fach darauf den richtigen Ton zu treffen. Bevor der Vorsitzende des Feldbahnmuseums seine Kritik äußert, sagt er Sätze wie: „Wir fühlen uns von der Stadt sehr gewertschätzt.“ oder „Die Gespräche sind sehr konstruktiv.“ Dann folgt jedoch stets ein „aber“. Denn die Pläne, entlang der Straße Am Römerhof 2000 neue Wohnungen zu bauen, könnten so nicht funktionieren, wie sich die Stadt das vorstellt, sagt Fach.

Im Planungsdezernat ist man gerade dabei für das Gebiet im Westen des Rebstocks einen neuen Bebauungsplan aufzustellen, der den Wohnungsbau ermöglichen soll. Das Feldbahnmuseum liegt mittendrin. Das weiß man auch im Planungsdezernat und setzte bisher alles daran, dass das Museum seine Arbeit am Römerhof fortsetzen kann. „Das ehrt uns“, sagt Fach. „Aber unser Museum in einem Wohngebiet; da ist der Ärger mit den Anwohnern vorprogrammiert.“

Laute Maschinen

„Die Dampfloks lieben Kenner besonders“, sagt eine Vereinsmitglied in der Werkstatt. „Weil da die Elemente Feuer und Wasser so kraftvoll zusammenwirken.“ Gerade baut der Verein einen Personenwaggon wieder auf. Drei Jahre wird das mindestens dauern. Für solche Arbeiten nutzen die Tüftler Maschinen „und die sind laut“, sagt Fach. Leiser werde es auch nicht, wenn man mit den Lokomotiven am Wochenende die Gäste durch den Rebstockpark fahre. Fach sieht noch weiteres Konfliktpotential. Bei der letzten Großveranstaltung habe das Feldbahnmuseum 1200 Besucher gezählt. 300 bis 400 Autos hätten entlang der Straße Am Römerhof geparkt. „Den Anwohnern wird es auch nicht gefallen, wenn unsere Gäste die Parkplätze blockieren.“ Das Museum habe kein Geld, sagt Fach, um sich mit Anwälten gegen die möglichen Klagen von Anwohnern zu wehren.

Fach sieht nur eine Lösung: Das Feldbahnmuseum muss umziehen. Er schlägt das Areal zwischen der Autobahn 648 und der Ursinusstraße als neuen Standort vor. Dort sei es wegen der Autobahn für eine Wohnbebauung ohnehin zu laut. Zugleich könne das Museum im Rebstock bleiben und weiterhin die Schienen nutzen, die durch den Rebstockpark führen.

Genaue Prüfung

Die Stadt ist für Gespräche offen. In einer Stellungnahme des Magistrat heißt es: „Sofern erforderlich, wird man sich um einen den Anforderungen des Feldbahnmuseums entsprechenden Ersatzstandort bemühen.“ Was das heißt, erklärt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats. Zunächst werde geprüft, ob das Museum tatsächlich umziehen muss. Dazu werde man Lärmmessungen vornehmen, die überprüfen sollen, ob das Museum auch wirklich zu laut ist. Nur wenn die Prüfung das ergibt, werde die Stadt nach einem Ausweichstandort suchen. Schließlich sei ein Umzug sehr aufwendig und teuer.

Auf sieben Millionen Euro schätzt Fach die Kosten, wenn man ein neues Feldbahnmuseum bauen sollte. Das Geld könnte man jedoch wieder reinholen, wenn man auf den 10000 Quadratmeter großen Gelände zusätzliche Wohnungen errichtete. Auch das muss die Stadt jedoch zunächst prüfen, sagt Gellert.

Hat der Vorsitzende des Feldbahnmuseums einmal Fahrt aufgenommen, die Vorzüge eines Umzugs aufzuzählen, fallen ihm weitere Gründe ein. Die drei Gebäude auf dem jetzigen Grundstück Am Römerhof seien ohnehin sanierungsbedürftig. Das Hauptgebäude brauche ein neues Dach, die Werkstatt lasse sich nicht beheizen. „Bei den Dampflokomotiven müssen wir im Winter das Wasser ablassen, damit es nicht einfriert“, sagt Fach. Das sei sehr aufwendig. Außerdem frierten die Vereinsmitglieder, welche die teils über 100 Jahre alten Schmalspurbahnen restaurierten. Eine neues Zuhause für das Feldbahnmuseum wäre für Fach ein Traum. Die Stadt bleibt realistisch, schließt aber nicht aus, dass er Wirklichkeit wird.

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