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Stadt leitet Vollstreckung ein: Frankfurter Rennbahn-Räumung schwieriger als gedacht

Von Ordnungsdezernent Frank hofft, das Rennbahn-Gelände ohne Hilfe der Polizei in Besitz zu nehmen. Gegen das Urteil des Oberlandesgerichts hat mittlerweile nicht nur der Renn-Klub, sondern auch die Stadt Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.
Während das Hotel an der Rennbahn (rechts) im Schneckentempo wächst, soll die Tribüne (links) demnächst abgerissen werden. Foto: Rainer Rüffer Während das Hotel an der Rennbahn (rechts) im Schneckentempo wächst, soll die Tribüne (links) demnächst abgerissen werden.
Frankfurt. 

Dass es im Rechtsstreit um die Rennbahn nicht so schnell vorangeht wie erhofft, musste die Stadt schon mehrmals erfahren. Auch nach dem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) vom 27. Juli ist jetzt erst einmal Geduld angesagt. Nach dem für die Stadt günstigen Richterspruch wollte Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) schon in der darauffolgenden Woche das Areal in Niederrad in Besitz nehmen.

Doch so schnell geht es nicht. „Wir rechnen damit, dass wir Anfang September den Herausgabeanspruch durchsetzen können“, sagte er am Freitag. Das Verfahren ist kompliziert, die Räumung muss laut Schneider genau protokolliert werden, schriftlich und mit Fotos. „Das wird mehrere Stunden oder auch einen ganzen Tag dauern.“

Bilderstrecke Geisterstadt Galopprennbahn: Rundgang über das Gelände
Die Zukunft der Rennbahn ist weiterhin ungeklärt. Am Freitag wird am Oberlandesgericht über die Räumungsklage der Stadt gegen den Renn-Klub verhandelt. Der DFB hofft, dass er endlich Planungssicherheit für seine Fußball-Akademie bekommt. Wie das verlassene Gelände aktuell aussieht, zeigen die folgenden Bilder. Hier: Zerstörter, umgeworfener Heizstrahler vor malerischer Skylinekulisse.Hier der historische Eingang zum Gelände.Verfallende, zugewucherte Pferde-Startbox im Wald unweit des Starbereichs der Rennbahn.


Die Voraussetzungen sind geschaffen: Die Stadt hat die geforderte Sicherheitsleistung in Höhe von 350 000 Euro hinterlegt und eine Gerichtsvollzieherin beauftragt. Sie hat laut Schneider alle nötigen Unterlagen, die Anwälte des Renn-Klubs seien informiert. Der Vizepräsident des Renn-Klubs Carl-Philipp zu Solms-Wildenfels hatte angekündigt, man werde sich „mit aller Härte“ gegen die Räumung zur Wehr setzen. Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU) hofft trotzdem, dass der Einsatz der Gerichtsvollzieherin friedlich verläuft und keine Ordnungskräfte zu Unterstützung erforderlich sein werden.

Weitere Prozesse laufen

Laut OLG-Urteil muss der Renn-Klub das Areal räumen. Trotzdem hat es aus Sicht der Stadt einen Makel. Denn den Behörden wird attestiert, sie hätten im Zuge der Auflösung der Verträge sittenwidrig gehandelt. In diesem Punkt hat die Stadt jetzt Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Das hatte zuvor bereits der Renn-Klub getan. Ihm geht es aber darum, die Räumung doch noch zu verhindern.

Bilderstrecke Einblicke in die Geschichte der Galopprennbahn
Die Frankfurter Galopprennbahn blickt einer ungewissen Zukunft entgegen. Ab 2017 soll auf dem Gelände ein DFB-Leistungszentrum entstehen. Grund für uns, ein wenig im Archiv zu stöbern und einen Blick auf die Geschichte der Rennbahn zu werfen. Alle Fotos. ArchivDie feierliche Eröffnung fand am 20. August 1865 statt. Aus aller Welt strömten mondäne Landauer, Barouchen, Kaleschen und Phaetons zum Gelände. Prächtig - und vor allem friedlich - saßen nebeneinander der Herzog von Nassau, Prinz Nikolaus, Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen, der Prinz of Wales, Prinz Alexander . . .. . . von Hessen und andere Herrscher, die sich ansonsten in den Jahren zuvor und danach auf diversen Kriegsfeldern trafen. Die Tribüne auf dem neu erschlossenen Gelände am Forsthaus war schon Tage davor ausverkauft.

Daneben laufen noch einige weitere Prozesse. Über die Räumungsklage gegen den Mieter einer illegalen Wohnung über einem Pferdestall wird im Herbst in zweiter Instanz entschieden. Gegen einen Pferdebesitzer, der einen Stall trotz rechtskräftigen Räumungsurteils weiter nutzt, hat die Stadt eine einstweilige Verfügung beantragt. Ein weiteres Verfahren ist gegen das frühere Wettannahmebüro „Quotenhaus“ anhängig.

Abriss wird vorbereitet

Sobald die Stadt im Besitz des Geländes ist, will sie die immer noch gültige einstweilige Verfügung gegen den Abriss der Tribüne aufheben lassen. Nach dem OLG-Urteil gebe es dafür keinen Grund mehr. Der Auftrag für die Abrissarbeiten sei bereits in Vorbereitung. „Auf dem desolaten Gelände wird künftig eine neue Nutzung stattfinden“, zeigte sich Frank zuversichtlich. „Der Weg ist nun endlich frei für unsere Fußballakademie.“

Rennbahn: Alle Berichte und Hintergründe finden Sie in unserem Dossier!
 

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