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Freimaurer sammeln für Leberecht

Die Leberecht-Stiftung unterstützt seit über 60 Jahren sozial benachteiligte Kinder und Kinder mit Behinderung. Unzähligen Familien und Institutionen konnte sie in diesem Jahr wieder bei vielen kleinen und großen Problemen unter die Arme greifen. Das ginge nicht ohne Spenden. Am Montag erhielt die Stiftung 3500 Euro von der Freimaurer-Loge „Sokrates zur Standhaftigkeit“. Weitere 3500 Euro gingen an eine andere soziale Einrichtung.
Bei der Spendenübergabe: Christian Schenck (Loge Sokrates zur Standhaftigkeit), Herbert Füller (Loge Carl und Charlotte zu Treue), Sandra Sondergeld (Stiftung Leberecht), Burcin Ugurrlu (Loge Türkay), Oliver Zernak (Loge Carl und Charlotte zu Treue). 	Fotos: Rüffer Bei der Spendenübergabe: Christian Schenck (Loge Sokrates zur Standhaftigkeit), Herbert Füller (Loge Carl und Charlotte zu Treue), Sandra Sondergeld (Stiftung Leberecht), Burcin Ugurrlu (Loge Türkay), Oliver Zernak (Loge Carl und Charlotte zu Treue). Fotos: Rüffer
Frankfurt. 

Wolfgang Amadeus Mozart, Gotthold Ephraim Lessing, Gustav Stresemann und auch der gebürtige Frankfurter Johann Wolfgang von Goethe – sie alle waren Freimaurer. Die Bruderschaften, die sich unter anderem der Wohltätigkeit verschrieben haben, gibt es auch heute noch. Zwei der Frankfurter Gruppierungen, die man Logen nennt, haben sich gemeinsam mit einer Loge auf Offenbach zusammengetan und bei einem Benefizkonzert in der vergangenen Woche 3500 Euro für die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung gesammelt.

 

Zehn Logen in Frankfurt

 

In Frankfurt gibt es insgesamt zehn Logen, die untereinander sowie mit zahlreichen anderen Logen in den nahe gelegenen Städten zusammenarbeiten. Das Netzwerk der Freimaurer ist eng geknüpft und basiert auf Tradition. Im Mittelpunkt stehen neben der Wohltätigkeit vor allem die Grundsätze Freiheit, Gleichheit und Toleranz. „So laden die Logen auch immer wieder Gastredner für Vorträge ein, verfolgen neben dem karitativen Zweck auch einen Bildungsauftrag“, erklärt Christian Schenck, der bei der Loge „Sokrates zur Standhaftigkeit“ die Funktion des Meisters vom Stuhl inne hat.

Diese Loge, die ihren Sitz in einem unscheinbaren Wohnviertel im Nordend hat, entstand bereits im Jahr 1801. Neben der seit 1742 bestehenden Loge „Zur Einigkeit“, die noch heute ihren Sitz in der Kaiserstraße hat, war „Sokrates zur Standhaftigkeit“ die zweite Loge auf Frankfurter Boden. Bereits zwei Jahre später, im Jahr 1803 gründete die Loge ihre Mildtätigkeitsanstalt, auf der die karitativen Gebräuche beruhen, von denen noch heute Spuren zu entdecken sind.

„Die Wohltätigkeitskonzerte haben in unserer Loge schon eine lange Tradition“, erzählt Schenck. Denn bereits nach dem Krieg wurde in der Loge wieder gemeinsam musiziert. Nicht wie heute von Profimusikern, die Mitglieder der Loge sind, sondern im kleinsten Kreis der nach Nazizeit und Krieg wieder gegründeten Freimaurer-Loge. Während der Naziherrschaft waren Freimaurer-Logen, die allesamt nicht ins nationalsozialistische Weltbild passten, strikt verboten gewesen. Einige Freimaurer wurden als Regime-Gegner verfolgt und getötet. Überlebende bauten nach 1945 die Logen neu auf und sammelten auch in kleinen Konzerten schon bescheidene Spenden.

 

Leberecht profitiert

 

Nun profitierte die Leberecht-Stiftung von diesem Abend mit Quartetten und Quintetten. Insgesamt kamen 7000 Euro Spendengelder zusammen, davon allein rund 4300 Euro bei einer Sammlung im Saal. Die verbleibenden 2700 Euro spendeten die drei Logen, die den Abend organisiert hatten: „Sokrates zur Standhaftigkeit“, der Wohltätigkeitsverein der Loge „Carl und Charlotte zur Treue“ aus Offenbach und die Loge Türkay, die ihren Sitz ebenfalls in Frankfurt hat.

Je zur Hälfte gehen die Spendengelder an die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung, und an die Teestube Jona im Bahnhofsviertel, die Obdachlosen und Bedürftigen eine warme Stube, ein heißes Getränk zum Aufwärmen oder auch mal ein Marmeladenbrot anbietet. Der Trägerverein finanziert sich fast ausschließlich selbst und ist daher besonders auf die Spendengelder angewiesen.

Genauso wie die Leberecht-Stiftung, die sich im vergangenen Jahr wieder an zahlreichen Projekten beteiligen konnte: etwa an Reittherapien für kranke Kinder, behindertengerechten Fahrzeugen und Wohnungsumbauten und der Schulranzen-Aktion der Arbeiterwohlfahrt. „Wir haben vollstes Vertrauen, dass die Leberecht-Stiftung die Spende für die richtigen Projekte verwendet“, sagt Schenck.

(ska)
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