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Für die Leberecht-Stiftung geben unsere Spender alles

Kürschner Hans Schwarz liebt Pelz und hat ein Herz für Kinder. Für die Leberecht-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse hat er eine Spendenaktion gestartet – und musste mit einem Dieb um die Einnahmen kämpfen.
Kürschner Hans Schwarz in seinem Laden im Nordend kann mit Pelzen zaubern, mit einer kleinen Bommel etwa macht er schlichte Wollmützen zu einmaligen Accessoires.	Foto: Martin Weis Kürschner Hans Schwarz in seinem Laden im Nordend kann mit Pelzen zaubern, mit einer kleinen Bommel etwa macht er schlichte Wollmützen zu einmaligen Accessoires. Foto: Martin Weis
Frankfurt. 

Hans Schwarz, 50, aber immer noch mit spitzbübischem Lächeln, steht in seinem Geschäft an der Berger Straße, lässt den Blick über die Kleiderständer schweifen: Fuchs, Tibet-Lamm, Nerz. Aus dem einen Fell hat er ein Abendkleid genäht, aus dem anderen einen Überzug für einen Snowboard-Helm gezaubert. Dazwischen, etwas versteckt, hängen kleine Bommeln: Mit Fell überzogene und gefüllte Kugeln in vielen Farben.

Viele hat Schwarz nicht mehr. Bei der Spendenaktion, die er sich für die Leberecht-Stiftung der FNP und ihrer Schwesterausgaben ausgedacht hat, rissen die Kunden ihm die kleinen Fellbündel praktisch aus der Hand. "Bommeln waren in der Saison ein großes Thema in der Mode." Schwarz’ Angebot: An zwei Tagen verschönerte er gegen 15 Euro Mützen und Co. mit seinen Bommeln.

Kurz vor Ende des zweiten Tages freute sich Schwarz schon, die prall gefüllte Plexiglas-Box mit Leberecht-Logo der FNP zu übergeben. "Mir ist der lokale Bezug wichtig. Das Geld soll Kindern und Jugendlichen in der Nähe helfen." Beinahe wären sie leer ausgegangen. Während er die Kunden bediente, fiel Hans Schwarz ein Mann auf. Er hatte sich schon eine Weile vor dem Schaufenster herumgedrückt, war mehrmals hineingekommen und hatte das Geschäft wieder verlassen, ohne etwas zu kaufen oder sich für die Aktion zu interessieren. "Ich fragte einen guten Kunden – eher aus Spaß – ob die Plexiglasbox mit dem Geld noch da war, weil er danebenstand", erinnert sich Schwarz.

Was der Mann ihm antwortete, war wie ein Schlag in die Magengrube: "Herr Schwarz, die Box ist nicht mehr da." Schwarz schaute auf die Straße, sah den verdächtigen Mann, wie er in aller Seelenruhe mit der Plexiglaskiste die Berger entlang ging. "Ich habe nicht nachgedacht, bin sofort hinter ihm her!" "Ich stürzte aus dem Landen, er begann zu rennen. Kurz vorm Merianplatz bekam ich ihn an der Schulter zu fassen und warf ihn zu Boden. Dabei ließ er die Box fallen. Ich interessierte mich in diesem Moment nur für das Geld und ließ von ihm ab. Er nutzte die Gelegenheit und verschwand in der U-Bahn."

Vorher konnte der Dieb wohl noch eine Handvoll Scheine mitnehmen. Schwarz erstattete Anzeige; viel bringen wird das aber nicht, glaubt er. Die behinderten Kinder und Jugendlichen, für die die Leberecht-Stiftung sammelt, sollten aber wegen dieses schäbigen Diebstahls keinen Nachteil haben. Also ergänzte Schwarz die Spenden aus eigener Tasche – auf insgesamt 1400 Euro. Er lächelt. "Im Sommer werden wir wieder eine Aktion machen, wahrscheinlich bei einem Fest. Dann werde ich höchstpersönlich ein Auge auf die Geldbox haben!"jro

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