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Pfennig-Bazar: Für diesen Bazar spenden die Frankfurter gerne (und viel)

Von Vier Container, beladen mit Kleidung und Haushaltswaren – auch für die 15. Auflage des Pfennig-Bazars zeigen sich die Frankfurter wieder in Spenderlaune. Zwei Sammeltermine gibt es noch, ehe die Ware im September verkauft wird.
Viktoria Stille (vorn) sortiert die gespendete Kleidung für den Pfennig-Bazar in dafür vorgesehene Kartons Foto: Salome Roessler Viktoria Stille (vorn) sortiert die gespendete Kleidung für den Pfennig-Bazar in dafür vorgesehene Kartons
Rödelheim. 

Die Schlange der wartenden Autos ist lang. Vom Hof der Spedition Fermont bis auf die Rödelheimer Landstraße stauen sich die Fahrzeuge, nur langsam geht es voran. Doch die Fahrer sind geduldig, sie haben Zeit mitgebracht. Und einen vollen Kofferraum. Gebrauchte Kleidung, Schuhe, Gürtel, Taschen oder Deko-Artikel haben sie geladen. Sie wollen die Waren spenden, für den Pfennig-Bazar, der am 4. und 5. September zum 15. Mal im Dominikanerkloster stattfindet.

Doch bevor die Waren dort verkauft werden, werden sie zunächst sortiert. Ein Auto nach dem anderen fährt vor, der Kofferraum wird geöffnet, die Kleidung auf die Tische gelegt. Die Stapel sind mittlerweile so hoch, dass sie beinahe umfallen. Hosen liegen neben Blusen und Pullovern, auf der rechten Seite die Damenkleidung, auf der linken Klamotten für die Herren.

Hinter den Tischen stehen Umzugskartons mit der Aufschrift „Herrenhosen Boutique“ oder „Hemden normal“. Ganz hinten findet sich sogar eine Kiste mit dem Vermerk „Oster- und Weihnachtsdeko“. Viktoria Stille achtet darauf, dass jedes Teil in der richtigen Kiste landet. Natürlich erst, nachdem es auf mögliche Löcher oder Flecken kontrolliert wurde. Die kommen aber selten vor. Denn: „Es ist hochwertige Ware, die hier abgegeben wird. Deswegen auch die Trennung der Kartons, in normale und Boutique-Ware“, erklärt die Rentnerin, die seit 2006 als Ehrenamtliche dabei ist und die Herrenabteilung, die „damals wirklich brach lag“, aufgebaut hat. 40 Mitarbeiter hat sie, insgesamt zählt der Pfennig-Bazar 300 Helfer.

Teure Trachten

Ein Anzug des italienischen Modelabels „Ermenegildo Zegna“ sei das teuerste Stück, das sie bisher bei einem der Sammeltermine in den Händen halten durfte. Rund 2000 Euro muss man dafür bezahlen. Anzüge aus Kaschmir oder teure Trachten seien da beim Pfennig-Bazar mittlerweile „schon längst Normalität“. Da sei es für die Spender auch selbstverständlich, dass die Ware vorher gereinigt und gebügelt wird, sagt Stille, während sie einen Karton zur Seite schiebt.

Vier Sammeltermine für den Pfennig-Bazar gab es in diesem Jahr bereits, zwei weitere folgen. Am Dienstag, 5. Juni, und Dienstag, 19. Juni, werden von 9 bis 12 Uhr auf dem Gelände der Spedition Fermont, Rödelheimer Landstraße 11, die Waren angenommen. Bei den Sammelterminen können die Spender saubere, gewaschene und wieder verkäufliche Damen-, Herren-, Kinder- und Babybekleidung sowie Schuhe, Gürtel, Hüte, Taschen, Schmuck, Nippes, Kunst, Porzellan, Keramik, Dekorationsartikel, Haushaltswaren, Gesellschaftsspiele oder Kinderspielzeug abgeben. Nicht angenommen werden Elektroartikel, Bücher, Koffer, CDs/Schallplatten.

Für die Helfer bedeuten diese Tage vor allem eines: Stress. Auch wenn sie mit Freude bei der Arbeit sind. „Es macht unheimlich viel Spaß, alle sind so fleißig“, sagt Viktoria Stille und zeigt in die Runde. Die Helfer arbeiten schnell, jeder Handgriff sitzt, viel geredet wird dabei nicht. Meist seien alle Spenden bis 13 Uhr verräumt, so Stille. Drei, manchmal sogar vier große Container würden letztlich mit rund 2000 Kisten gefüllt, die Frankfurter seien nach wie vor sehr spendenfreudig.

Das zeige sich vor allem dann, wenn der Second-Hand-Markt im September seine Türen öffne. „Es ist egal, wann man zu uns kommt, egal ob am ersten oder am zweiten Tag. Die Ware ist immer gleich gut, das zeichnet den Pfennig-Bazar aus“, sagt Stille. Als sie im Jahr 2005 nach Frankfurt kam, habe sie nach einer Beschäftigung, nach einer Aufgabe gesucht. „Ich war eine typische Rentnerin, die etwas tun wollte. Hier bin ich fündig geworden, besser hätte es nicht sein können“, sagt sie und wirbt weiter für den Pfennig-Bazar. Denn dort bekomme man nicht nur tolle Produkte zu kleinen Preisen – fünf Teile für 25 Euro seien der Durchschnitt – sondern sogar noch „eine exzellente Beratung für sein exzellentes Produkt“.

80 000 Euro Erlös

Und obwohl die Ware auf den Tischen des Basars nicht weniger wird oder von schlechterer Qualität ist, warten jedes Jahr die ersten Kunden vor der Öffnung vor dem Dominikanerkloster. Hereingelassen werden können sie jedoch nur in Grüppchen, das habe brandschutztechnische Gründe, erklärt Viktoria Stille. Jedes Jahr werbe man für Verständnis, dass dies in dem alten Gebäude nicht anders möglich sei. Manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. „Das ist aber nicht weiter schlimm, schließlich ist alles für einen guten Zweck“, so Stille.

80 000 Euro kommen durchschnittlich pro Bazar zusammen, zum überwiegenden Teil kommt das Geld Multiple Sklerose Erkrankten in Frankfurt und Hessen zugute, zu einem kleineren dem Hospizverein St. Katharina.

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