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Architektenwettbewerb: Günthersburghöfe: Experten loben "Wendepunkt" im Städtebau

Von Städtische Strukturen statt Siedlungscharakter: Der Städtebaubeirat wertet den Siegerentwurf für das Neubaugebiet südlich des Wasserparks im Norden als vorbildlich.
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Frankfurt. 

„Günthersburghöfe“ heißt jetzt das Baugebiet im Nordend, das früher unter dem irreführenden Namen „Innovationsquartier“ bekannt war. Die Änderung ist durchaus programmatisch zu verstehen: Der vor einer Woche prämierte städtebauliche Entwurf (siehe Grafik) sieht eine klassische Blockrandstruktur mit Innenhöfen vor. Das gründerzeitliche Nordend werde „weitergebaut“, formulierte es Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Wie berichtet, setzte sich die Arbeitsgemeinschaft Torsten Becker Stadtplanung, Stefan Bernard Landschaftsarchitekten sowie Kölling und Voigt Architekten gegen fünf Konkurrenten durch.

Kein Dorf-Charakter

Auf Zustimmung stößt das Votum der Jury beim Städtebaubeirat, einem Fachgremium, das den Magistrat berät. In einer Stellungnahme ist von einer „klugen und richtungsweisenden Entscheidung“ die Rede. Sie setze Maßstäbe für die künftige Stadterweiterung. Der Siegerentwurf greife die Qualitäten des Nordends auf, statt „mitten in Frankfurt Vorstadt-Atmosphären oder dörfliche Nachbarschaften zu suggerieren“, heißt es in dem Text, der vom Beiratsvorsitzenden Jens Jakob Happ unterzeichnet ist.

Das Ergebnis wertet der Städtebaubeirat auch als Erfolg seiner Beratungstätigkeit. In einer Reihe von Stadtspaziergängen mit dem Stadtplanungsamt habe es einen intensiven und fruchtbaren Meinungsaustausch zu den Vorzügen und Schwächen alter und neuer Frankfurter Stadtteile gegeben. Ziel sei es gewesen, die „typisch Frankfurter Lesart des städtischen Blocks zu entschlüsseln“. Diese unterscheide sich deutlich vom „Zerrbild der Berliner Mietskaserne“.

„Lebendiges Stadtbild“

Der Siegerentwurf erfüllt nach Ansicht des Städtebaubeirats mehrere Kriterien, die Voraussetzungen für ein lebendiges Stadtbild sind: Öffentliche und private Stadträume sind klar voneinander getrennt, Plätze und Grünanlagen sind präzise dimensioniert, Sichtachsen verweisen auf Orte von herausgehobener Bedeutung, die Breite der Straßen steht in einem proportional angemessen Verhältnis zur Höhe der Häuser, bei der Fassadengestaltung wird auf die Ensemblewirkung geachtet. Die Gestaltung des neuen Quartiers könnte „nach einer langen Periode der Orientierungslosigkeit in einigen Jahren den Wendepunkt markieren“, meint der Städtebaubeirat.

Wie berichtet, sollen auf dem Areal, das von der Friedberger Landstraße im Westen und dem Wasserpark im Norden begrenzt wird, rund 1500 Wohnungen entstehen. Dagegen wehren sich Bürgerinitiativen, die sich um die „Grüne Lunge“ sorgen. „Aus meiner Sicht resultiert die Qualität der nun vorliegenden Planung ganz wesentlich aus der kritischen Auseinandersetzung, die wir im vergangenen Jahr mit Politik und Bürgerschaft geführt haben“, meint Planungsdezernent Mike Josef. Der im Wettbewerb prämierte Entwurf ist nun Grundlage für den Bebauungsplan.

Vorgesehen ist in erster Linie eine vier- bis sechsgeschossige Wohnbebauung. Zum Teil haben die Gebäude auch acht Geschosse, an der Nordwestecke ist ein Wohnturm mit 16 Geschossen vorgesehen. An der Friedberger Landstraße dominieren Hotel und Gewerbe. Läden und Gastronomie in den Erdgeschossen sollen in einer der beiden Ost-West-Straßen eine durchmischte, innerstädtische Mischnutzung gewährleisten. Der Abenteuerspielplatz bleibt erhalten. Außerdem sind im Norden große Grünflächen vorgesehen. Im Süden und Osten ist Platz für Kleingärten. Etliche müssen aber der Bebauung weichen.

Nach den Herbstferien werden alle Wettbewerbsarbeiten in einer Ausstellung im Planungsdezernat gezeigt.

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