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Abubakr-Moschee in Frankfurt: Hier wird gelernt, gefeiert, gelebt

Die Abubakr-Moschee in Frankfurt gibt sich weltoffen und sozial. Die Moschee ist ein Haus, in dem sich die Menschen treffen, aber nicht nur um zu beten.
Schön gestaltet: Das Ornament im Gebetsraum der Frauen. Schön gestaltet: Das Ornament im Gebetsraum der Frauen.
Frankfurt. 

Liebevoll gestaltet wirkt die Abubakr-Moschee schon von außen. Doch wer einen Blick ins Innere des Gebäudes wirft, wird von Ästhetik und kunstvollen Gestaltung der Räume überrascht. Ein hauseigenes Restaurant sowie ein Friseur zählen auch zu den Angeboten, welche nicht nur Gemeindemitgliedern offen stehen.

„Uns gibt es seit den 1960er Jahren“, berichtet Mohamed Seddadi, Mitglied des Vereinsvorstand der Gemeinde. Anfangs waren es vor allem Studenten, die sich in der Praunheimer Landstraße zum Gebet trafen. Damals sah das Gebäude noch lange nicht wie eine Moschee aus, berichtet er. 2001 entwickelte die Architektin Sabrina Schleicher gemeinsam mit Kollegen die Idee für die Moschee. Der Bau dauert insgesamt sechs Jahre und wurde 2007 fertig gestellt.

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Zeitung in der Grundschule

In der Frankfurter Abubakr-Moschee treffen sich täglich viele Menschen. Allerdings nicht nur zum beten, erfuhren die Jungen und Mädchen der Montessori-Grundschule (Anna-Schmidt-Schule) in Frankfurt-Westend.

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Diese Moschee hat viele Räume, davon vier Haupträume. Der größte befindet sich im Erdgeschoss. Hier wird nicht nur gebetet, sondern auch gelernt, gefeiert, Vorträge gehört und vieles andere. „Hier wird gelebt. Man kann sich ganz normal verhalten. Nur während der Gebetszeiten ist das anders“, erklärt Mohamed Seddadi. Jeden Tag kommen Männer und Frauen zum Beten hierher, bis zu fünfmal am Tag. Aber so richtig voll sei es vor allem zum Freitagsgebet, erzählt der 44-Jährige. Im großen Raum beten die Männer, im ersten Stock gibt es einen Raum zum Beten, der nur für die Frauen ist. „Frauen dürfen nach unten, aber Männer nicht nach oben“, so Seddadi.

Etwa 110 000 Muslime gibt es in Frankfurt und 53 Moscheen. Doch die meisten sind eher behelfsmäßig untergebracht. „So wie wir vor dem Neubau unserer jetzigen Moschee“, erinnert sich Mohamed Seddadi. In die größte Moschee Frankfurts passen rund 2000 Menschen. Schon seit dem 18. Jahrhundert leben Muslime in der Mainmetropole. „Wir bieten ganz vieles an: Nicht nur beten und Koranschule, sondern auch Arabisch unterricht, Kinder- und Jugendgruppen – alles ganz normal. Da wird auch Fußball gespielt, Filme geschaut, die jungen Leute treffen sich hier.“ Wichtig ist der Gemeinde auch der Kontakt über den Tellerrand hinaus, nicht nur in den Stadtteil hinein. Daher ist ihnen das Engagement im Christlich-muslimischen ebenso wichtig.

Weltweit gibt es rund 1,6 Milliarde Muslime. Die meisten davon, etwa 190 Millionen, leben in Indonesien. „Fünfmal am Tag beten Muslime, aber nur wenn es geht“, erläutert Seddadi die Gewohnheiten. Zwischen fünf bis zehn Minuten dauert das Gebet. Nur freitags verlängere sich die Zeit auf 35 bis 40 Minuten.

Alle glauben an Gott, nur nennen sie ihn unterschiedlich, erklärt Mohamed Seddadi, „egal ob Muslime, Christen, Juden, sie nennen ihn nur unterschiedlich“. Dies sei zurückzuführen darauf, dass alle diese Religionen denselben Ursprung hätten, alle seien sogenannte abrahmische Religionen. Der Pfarrer wird Imam genannt. Wenn Frauen Kopftücher tragen, dann deshalb, weil es im Koran so stehe. Auch für Männer gibt es Kleidervorschriften: sie ,müssen etwas lockeres und langes anziehen. Hostien wie in der katholischen Kirche gibt es nicht. Und auch keine Bilder an den Wänden. Doch die kunstvollen Ornamente in der Abubakr-Moschee lassen diese nicht vermissen.

Klassen M2/M3,
Montessorie Grundschule der Anna-Schmidt-Schule

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