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TG Römerstadt: Letztes Turnier des Jahres: Hier wird in Frankfurt Beachvolleyball mitten im Winter gespielt

Von Es ist das ultimativ letzte Beachvolleyball-Turnier des Jahres: das Spaß-Event der TG Römerstadt auf dem Riedberg. Seit mehr als 20 Jahren treffen sich an Silvester die Volleyball-Freaks, um bei eisigen Temperaturen den Ball über das Netz zu schmettern.
Zum Teil ordentlich vermummt gingen die Spielerinnen und Spieler ans Werk. Am Spielfeldrand warteten dann Heißgetränke. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Zum Teil ordentlich vermummt gingen die Spielerinnen und Spieler ans Werk. Am Spielfeldrand warteten dann Heißgetränke.
Riedberg.  Es ist kalt. Sehr kalt. Das Thermometer zeigt gerade einmal null Grad. Doch statt sich in einer Wolldecke eingewickelt auf die Couch zu setzen und eine heiße Tasse Tee zu trinken, spielen einige Sportfans im Bonifatiuspark Beachvolleyball. Nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen. Und weil es mittlerweile schon Tradition ist. Denn seit 21 Jahren treffen sich einige Volleyballer am Silvesternachmittag und pritschen, schmettern und baggern, was das Zeug hält. Während neben dem Spielfeld auf dem Grill die Würstchen bruzzeln und der weiße Rauch in den Himmel steigt.

Milder Winter

Dass sich die Idee, mit einem Beachvolleyball-Spiel das alte Jahr zu verabschieden, nach zwei Jahrzehnten zu einem beliebten Spaß-Event entwickelt hat, das hätte Andreas Nau nicht gedacht, als er und seine Volleyball-Kollegen von der Männermannschaft der TG Römerstadt diese auf den ersten Blick verrückte Idee in die Tat umsetzten. Das war Mitte der 1990er Jahre, als Beachvolleyball in Deutschland immer mehr auf dem Vormarsch war.

Campingstühle, ein Sonnenschirm, und der Grill darf nicht fehlen: das Beach-Volleyball-Turnier am Silvesternachmittag. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Campingstühle, ein Sonnenschirm, und der Grill darf nicht fehlen: das Beach-Volleyball-Turnier am Silvesternachmittag.

„Wir haben uns im Sommer immer auf dem Spielfeld im Brentanobad getroffen. Erst haben wir dort gespielt und sind anschließend zum Training gegangen“, erinnert sich Nau. Dann, in einem recht milden Winter, saßen sie nach dem eigentlich letzten Training des Jahres in der Sporthalle zusammen. Es war ein 30. Dezember. An das genaue Jahr kann sich Nau nicht mehr erinnern. „Weil die Temperaturen es zuließen, haben wir einfach vorgeschlagen, dass wir doch an Silvester noch eine Runde Beachvolleyball spielen“, erzählt der heute 49-Jährige.

Viele der Volleyballer dachten da wohl eher an eine Schnapsidee. Denn es waren lediglich drei Spieler, die sich am nächsten Tag im Brentanobad trafen. „Irgendwie haben wir dann doch noch einen vierten Mann organisiert. So dass wir wenigstens nach den offiziellen Richtlinien Zwei-gegen-Zwei spielen konnten“ so Nau. Diese Probleme gab es im darauffolgenden Jahr nicht – da waren die Männer zu acht. Mittlerweile sind es bis zu 30 Spieler, die sich Jahr für Jahr zum Beachvolleyball treffen. Und die gehören nicht nur der TG Römerstadt an. Schon seit längerem mit dabei sind Vertreter der TS Heddernheim sowie Männer und Frauen, die gerne Beachvolleyball spielen. Zu jeder Jahreszeit.

Mittlerweile treffen sich die Volleyball-Freaks auf dem öffentlichen Spielfeld im Bonifatiuspark. Direkt hinter der Grundschule Riedberg. Wo der Wind manchmal sehr stark um die Ohren pfeift. Wer nicht frieren möchte, der streift sich eben eine Mütze über – eine Kopfbedeckung ist laut den offiziellen Beachvolleyballregeln nämlich erlaubt. Ansonsten wird sich daran nicht gehalten. „Niemand muss bei diesem Wetter in T-Shirt und Shorts spielen. Da haben wir das Regelwerk doch ein wenig gelockert“, sagt Nau.

Andreas Nau ist einer der Gründer des Turniers. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Andreas Nau ist einer der Gründer des Turniers.

Keine nackten Füße

Die meisten Spieler treten in langer Turnhose und Pullover an, nur wenige tragen eine dicke Winterjacke. Dafür ist niemand barfuß unterwegs – eigentlich ein Muss für ein Beachvolleyball-Spiel. Aber wie gesagt – an die Regeln hält sich niemand, hier geht es um den Spaß. Ohnehin ist es nicht die Kälte, vor der sich die Beachvolleyballer fürchten. Sondern vielmehr der Regen. Wenn der Volleyball nass und glitschig sowie das Laufen im schweren Sand zu einer Tortur wird. „Dann macht es einfach keinen Spaß mehr. Einmal war es ganz schlimm, da kamen auch wenig Spieler. Und kaum Zuschauer, denn die sind mittlerweile auch immer dabei“, so Nau.

Mit dem Wetter hatten die Beachvolleyballer in diesem Jahr absolutes Glück: strahlend blauer Himmel und kaltes Winterwetter. So kalt, dass doch der ein oder andere Spieler seine Mütze auspacken musste.

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