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Anwohner sauer: Hilgenfeld-Siedlung muss bei Erweiterung lebenswert bleiben

Bei Neubaugebieten müsse die Stadt Rücksicht auf die Nachbarn nehmen, fordert die CDU-Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl, Bernadette Weyland. Auch im Hilgenfeld.
Jan Wagner (von links), Bernadette Weyland und Yvonne Kinet vor den Feldern, auf denen die Siedlung erweitert werden soll. Foto: Leonhard Hamerski Jan Wagner (von links), Bernadette Weyland und Yvonne Kinet vor den Feldern, auf denen die Siedlung erweitert werden soll.
Frankfurter Berg. 

Von der Bank vor ihrem Haus blickt Yvonne Kinet über das Niddatal in Richtung Feldberg, gemeinsam mit der CDU-Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl, Bernadette Weyland. „Wir sind fassungslos, dass wir nicht eingebunden wurden. Und wir wissen immer noch nicht, was uns erwartet“, sagt Kinet. Natürlich sei beim Einzug klar gewesen, dass nebenan gebaut würde. „Aber nicht so“, ergänzt ihr Nachbar Jan Wagner.

Von Einfamilienhäusern und einer kleinteiligen Bebauung sei die Rede gewesen, erzählen Kinet und Wagner. Jetzt wolle die Stadt viergeschossige Wohnblocks bauen, mit einem Anteil an geförderten Wohnungen von bis zu 40 Prozent. „Durch die vielen neuen Einfamilienhäuser haben wir heute eine gute soziale Mischung im Stadtteil“, sagt Kinet. Doch die frühere soziale Schieflage könne wieder entstehen. Außerdem gebe es Verkehrsprobleme, wenn 2200 neue Nachbarn mit der überfüllten S-Bahn und verstopfte Straßen zur Arbeit wollen. Hinzu komme, dass im Viertel keine Grundschule geplant sei – die Nachbarschulen aber voll sind.

Nachbarn eher einbinden

Weyland zeigt Verständnis und kritisiert, dass die Stadt bei Projekten wie diesem die Nachbarn nicht früh genug einbeziehe. Etwa schon bei der Ausschreibung zum städtebaulichen Wettbewerb, in dem die dichtere Bebauung einfach festgelegt wurde, wie Kinet kritisiert. „Man kann nicht mündige Bürger fordern und sie dann nicht beteiligen“, sagt Weyland.

Nicht nur reagieren

Die Stadt gestalte zu wenig, sie reagiere immer nur. Etwa wenn in der Bürostadt in anderthalb Jahren 400 neue Wohnungen entstehen, aber keine Grundschule. „Die Stadt hat nicht einmal die nötigen Zahlen, um das zu planen.“ Das gleiche Problem drohe im Hilgenfeld.

Frankfurt brauche neue Wohnungen sagt Weyland, aber nicht nur geförderten Wohnungsbau. Und möglichst nicht auf Grünflächen. „Sind die einmal versiegelt, kann man das nicht mehr rückgängig machen.“ Sie verweist auf eine Studie der Technischen Hochschule Darmstadt, der zufolge, man mit Nachverdichtungen und Aufstockungen in Frankfurt einen Großteil der benötigten Wohnungen schaffen könne. Die Stadt brauche auch Einfamilienhäuser für junge Familien, die sich ein Eigenheim schaffen wollten. Auch die müssten gefördert werden. „Eigene vier Wände sind die beste Altersvorsorge.“

Darauf, die Hilgenfeld-Siedlung nur mit Eigenheimen zu erweitern, will sich Weyland aber auch nicht festlegen. „Es muss hübsch sein, mit Lebensqualität. Das kann man selbst dann erreichen, wenn man große Häuser baut.“

(hau)

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