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Im E-Rolli über den Schulhof

Der neue Elektro-Rollstuhl für die Viktor-Frankl-Schule am Dornbusch ist ein kleines Technikwunder. Möglich gemacht hat die Neuanschaffung die Leberecht-Stiftung der FNP.
Mit dem neuen Rollstuhl ist die 17-jährige Kaoutar wieder mobil. Eine großzügige Spende von Dr. Gerda Schaafhausen (rechts) an die Leberecht-Stiftung ermöglichte die Anschaffung. Foto: Salome Roessler Mit dem neuen Rollstuhl ist die 17-jährige Kaoutar wieder mobil. Eine großzügige Spende von Dr. Gerda Schaafhausen (rechts) an die Leberecht-Stiftung ermöglichte die Anschaffung. Foto: Salome Roessler
Dornbusch. 

Wie ein Profi flitzt Kaoutar mit dem Elektro-Rollstuhl über den Schulhof der Viktor-Frankl-Schule. Mit viel Gefühl drückt die 17-Jährige den Joystick ein wenig nach links. Nach einer eleganten Kurve bleibt sie vor dem Sandkasten stehen. "Der neue Rolli ist wirklich toll" sagt die Schülerin, die in der Förderschule mit Schwerpunkt körperliche und motorische Behinderungen die elfte Klasse besucht. "Ich fahre auch gerne ein bisschen schneller", fügt sie schelmisch hinzu.

Der Elektro-Rollstuhl, mit dem Kaoutar so freudig ihre Runden über den Hof dreht, wurde von der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung finanziert. Möglich gemacht hat das die großzügige Spende von Dr. Gerda Schaafhausen. Zusammen mit ihrem Sohn Rolf Schaafhausen sowie Ursula Ruwell und Christina Anthes von Leberecht überzeugte sie sich jetzt davon, wie gut ihr Geld angelegt wurde.

Sinnvoll spenden

"Ich habe lange überlegt, wem ich etwas spenden kann. Die Angebote waren vielseitig. Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass Budgetlücken gestopft werden sollen. Nicht so bei Leberecht", sagt die 91-Jährige. Das Geld stammt aus dem Verkauf der Briefmarkensammlung ihres verstorbenen Mannes. Durch seine vielen Reisen waren einige Schätze dabei. "Meine Kinder wollten, dass ich das Geld spende", erzählt Dr. Schaafhausen.

"Solch ein E-Rolli kostet etwas mehr als 10 000 Euro. Das bezahlt keine Krankenkasse einfach so", freut sich Ole Marxer, Konrektor der Viktor-Frankl-Schule über die Spende. Der neue Rollstuhl dient den Schülern nun als Übungsstuhl. Mit ihm sollen sie lernen, einen E-Rolli zu navigieren. Das sei nämlich oft einfacher als es aussieht. "Solch ein Rollstuhl ist für Kinder mit einer starken geistigen Behinderung daher nicht geeignet.

Die Schüler, die bei uns mit dem neuen E-Rolli üben, können gut denken", erklärt Marxer. Videoaufzeichnungen sollen die Fortschritte festhalten und die Beantragung weiterer Rollis bei der Krankenkasse beschleunigen.

Schneller Umbau

Der neue Rollstuhl für die Viktor-Frankl-Schule ist ein ganz besonderer Stuhl. Es ist nämlich nicht nur ein Sitz mit vier Reifen und Motor. Dieser E-Rolli hat einen enorm kleinen Wendekreis, so dass er punktgenau navigiert werden kann. Der multifunktionale Sitz lässt sich mit nur wenigen Handgriffen ohne Aufwand umbauen. "Solch eine Umbau dauert vielleicht zehn Minuten. So kann er schnell an die Bedürfnisse der einzelnen Schüler angepasst werden", erklärt Barbara Schafmeister, die Physiotherapeutin an der Schule.

Die Sitzbreite lässt sich durch Polster variieren, die Rückenlehne ist in der Höhe verstellbar und kann stufenlos vor und zurück geneigt werden. "Der Sitz muss viel können, damit möglichst viele Kinder mit dem Rollstuhl fahren können, sagt Schafmeister.

Das Modul für die Steuerung kann rechts, links und in der Mitte angebracht werden.

Für letztere Variante wird ein Tisch montiert, der auch als Arbeitsfläche genutzt werden kann. "Dieser Stuhl ist ein kleines Technikwunder", ist die Physiotherapeutin begeistert. Aufgeladen wird es einfach an der Steckdose. Bei häufigem Gebrauch wird der Rolli einmal in der Woche in der Schule an den Strom gehängt. Blinker und Scheinwerfer machen das Gefährt sogar straßentauglich. jdi

(Judith Dietermann)
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