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Elternbeirat des Kinderzentrums 113 fordert Bildungsdezernentin zum Handeln: Im Gallus fehlen die Betreuungsplätze

Von Mit einer Petition an die Bildungsdezernentin Sylvia Weber und rund 1140 Unterschriften fordert der Elternbeirat des Kinderzentrums 113 eine ausreichende Versorgung Frankfurter Schüler mit Hortplätzen.
In der Günderrodeschule haben die Erstklässler ein Problem: Für die Kleinen gibt es kaum Hortplätze. Foto: Rainer Rüffer In der Günderrodeschule haben die Erstklässler ein Problem: Für die Kleinen gibt es kaum Hortplätze.
Gallus. 

Eigentlich sollte die Einschulung für Kinder und Eltern ein bleibendes Erlebnis sein. Doch die Vorfreude auf die Schultüte den ersten großen Tag in der Klasse werde allzu oft von der Sorge überschattet, keinen Betreuungsplatz zu bekommen. Was Vanessa von Glyszczynski, Sprecherin des Kinderzentrums 113 in der Idsteiner Straße, anhand aktueller Zahlen aus der Hellerhof- und der Günderrodeschule veranschaulicht: „Dort kommen inzwischen auf je 200 Erstklässler nur noch 70 Hortplätze“, sagt sie.

Qualifizierte Erzieher

Deshalb hat von Glyszczynski inzwischen über den Stadtschulbeirat eine Petition an die Bildungsdezernentin Sylvia Weber verfasst, stadtweit Hortplätze für zwei Drittel der Frankfurter Schulkinder bereitzustellen. Derzeit sind es nur etwa 54 Prozent. 1140 Eltern haben die Petition unterschrieben, die Liste wird der Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der nächsten Sitzung des Ortsbeirats 1 (Innenstadt, Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut) übergeben. In der Petition wird zudem gefordert, mehr qualifizierte Erzieher einzustellen und die Kriterien zur Vergabe der Plätze über das System „Kindernetz“ neu zu überarbeiten und die Kriterien zur Vergabe der Hortplätze flexibler zu gestalten.

Ende 2015 gab es für die 25 979 Grundschüler in Frankfurt 9212 Hortplätze und 4901 Plätze in der erweiterten schulischen Betreuung sowie in der Übermittagsbetreuung. Dies ergibt insgesamt 13 780 Plätze und einen stadtweiten Versorgungsgrad von 54 Prozent, wobei in dieser Quote schulbezogene Bildungs- und Betreuungsangebote noch nicht einbezogen sind.

Und der Bedarf nach neuen Hortplätzen und flexibleren Zuweisungen wird steigen, wie von Glyszczynski betont: „Es ist heute in der Regel notwendig, dass beide Eltern erwerbstätig sind, um ein gewisses Grundeinkommen und im Fall einer Trennung auch die soziale Eigenständigkeit beider Elternteile zu sichern und somit einen sozialen Abstieg zu vermeiden.“ Das derzeitige Zuweisungsmodell des „Kindernetzes“ zieht in der Reihenfolge der Vergabe Kinder alleinerziehender Berufstätiger, berufstätiger Eltern sowie Kinder mit besonderem Bedarf vor.

So berichtet der offene Brief von einer Mutter, die mit ihren beiden Kindern längere Zeit zuhause geblieben war und dann nicht zurück in den Beruf konnte, weil sie auf einen Kindergartenplatz für das jüngere und einen Hortplatz für das ältere Kind warten musste, während berufstätige Eltern bevorzugt wurden. In einem anderen Fall wollte eine Mutter ihr Kind früher einschulen lassen und sollte den Hortplatz schon anmelden, bevor sie eine feste Zusage der Schule bekam.

Recht auf Betreuung

„Eltern sollen nicht gezwungen sein, ihre Arbeit zu kündigen, weil sie keinen Hortplatz bekommen“, betont von Glyszczynski. Aber auch Kinder, deren Eltern nicht beide arbeiteten, hätten ein Anrecht auf Betreuung, ohne aus ihrem sozialen Umfeld gerissen zu werden.

„Es ist der Wille der Bildungsdezernentin, auch den Ausbau von Hortplätzen wieder voranzutreiben“, betont Sabrina Mannebach, Pressesprecherin des Bildungsdezernats. „Dort, wo es die dichte Bebauung der Stadt zulässt, planen wir deshalb die Erweiterung der Hortkapazitäten.“ Parallel dazu baut Frankfurt die kommunal finanzierten Ganztags- und Betreuungsprogramme immer weiter aus: So sollen als kommunaler Baustein der Ganztagsschulentwicklung jährlich 600 Plätze über das Angebotsformat „Erweiterte Schulische Betreuung“ (ESB) am Standort Schule eingerichtet werden. Die ESB ist ein platzbezogenes Bildungs- und Betreuungsangebot in Grundschulen bis 17 Uhr inklusive Mittagessen und einer Ferienbetreuung bei maximal 25 Schließtagen im Jahr.

Für Frankfurt als Familienstadt sind der Ausbau der Schulen zu ganztägig arbeitenden Schulen Ziel. Auch das Provisorium der neuen Grundschule Europaviertel (Stephensonstraße) werde ab kommendem Schuljahr seinen Betrieb als ganztägig arbeitende Schule aufnehmen. Was die Vergabe der Hortplätze betrifft, stellt Mannebach klar: „Die Kriterien hierzu sind nach dem Sozialgesetzbuch bindend.“

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