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Kranke Bäumen entlang des Eschbachs: In Hochwasserschutz investieren

Von Die Harheimer klagen über marode Bäume und Gehölze entlang des Eschbachs, die Wege blockieren und den Fluss stauen. Die Stadtentwässerung will sich der Sache annehmen.
Der hohe Wasserpegel des Eschbachs wirkt sich negativ auf die Uferbepflanzung aus. Die Standfestigkeit der Bäume leidet dadurch. Foto: Helmut Seuffert Der hohe Wasserpegel des Eschbachs wirkt sich negativ auf die Uferbepflanzung aus. Die Standfestigkeit der Bäume leidet dadurch.
Harheim. 

Marita Richter hat schon einiges als Anwohnerin des Eschbachs mitgemacht. Das Hochwasser 2003 war bislang aber am schlimmsten. „Da standen wir bis zum Bauch im Wasser“, erinnert sie sich. So schlimm war es nach dem Starkregen im Mai dieses Jahres zwar nicht, doch seien drei Bäume in den Eschbach gestützt und hätten ihn gestaut. „Die Bäume sind von innen her faul und morsch – und Pappeln gehören nicht hierher“, sagte sie in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirates 14 (Harheim).

Naturbeauftragter nötig

Hierher war sie gekommen, weil Mitarbeiter der Stadtentwässerung in der Sitzung des Stadtteilparlamentes eingeladen wurde, um über die Bäume am Eschbach und den den Hochwasserschutz in Harheim zu informieren. Von Richter hörten sie, dass sehr viele kranke Bäume am Ufer stünden, Fahrradfahrer und Schulkinder gefährdeten. Das Thema Hochwasserschutz werde zu lasch gehandhabt und lapidar dargestellt, kritisierte sie. Helmut Seuffert (Grüne) fragte: „Wieso wird nicht zeitnah weggeräumt?“ und forderte, es müsse neben Kinder- und Seniorenbeauftragten auch einen Naturbeauftragten geben.

Zuvor hatten Roland Kammerer, der für Abwasser und Gewässerschutz zuständige Verantwortliche der Stadtentwässerung und sein Kollege Dr. Holger Krier erläutert, wie die Stadt ihre Flussläufe pflegt. Da ging es erst einmal ums Grundsätzliche. Bei einem hundertjährigen Hochwasser werde in Harheim der Bereich zwischen Maßbornstraße, Bleiche, Entenpfad und Korffstraße überschwemmt. Bei einem zehnjährigen „nur“ zwischen Maßbornstraße und nördlicher Bleiche. Dann betonte er: „In keinem Gesetz Deutschlands gibt es die Vorgabe, Hochwasserschutz bereitzustellen“. Jeder sei nach dem Wasserhaushaltsgesetz hingegen verpflichtet, Eigenschutz zu betreiben. An der Mosel, so sein Beispiel, seien Anrainer Überflutungen gewöhnt, stellten deswegen keine Wertgegenstände wie Stereoanlagen in den Keller.

Der Eschbach habe ein 62 Quadratkilometer großes Einzugsgebiet, speise sich aus drei südöstlichen Taunus-Zuflüssen. Dennoch sei Abhilfe möglich – aber nur theoretisch. Den Bachlauf des Eschbachs zu verbreitern, gehe nicht, weil es Bebauung zu nah am Ufer und große Bäume gebe, sagte Kammerer. Eine Begradigung würde Anlieger bachabwärts zusätzlich Hochwasserprobleme bereiten. Auch die Erhöhung des Uferprofils sei keine Lösung. Wenn das Wasser hinter den Deich schwappe, bilde es einen See, der gar nicht mehr abfließen könne, gab Kammerer zu bedenken. Immerhin gebe es zwischen Harheim und Nieder-Eschbach Überflutungsflächen.

Die 16 Mitarbeiter des Amtes sind regelmäßig zu Kontrollen an den städtischen Flussläufen unterwegs, eine Strecke von 160 Kilometern, erläuterte Krier. Bachbegehungen gebe es jährlich, Gehölzkontrollen an den Ufern alle ein bis zwei Jahre. Der Eschbach in Harheim sei erst 2015 dran gewesen. Vier Eschen und drei Erlen hätten sich als pflegebedürftig erwiesen. Doch nach dem Starkregen Ende Mai hätten Mitarbeiter die drei umgestürzten Bäume herausgeholt.

Nach den Anwohnerklagen sicherte Kammerer nun eine zusätzliche Begehung zu. Daraufhin zog die CDU ihren schon im Juni zurückgestellten Antrag zum Überflutungsschutz erneut zurück.

Nachgehakt wurde auch, wie das Regenwasser aus neuen Baugebieten abfließe. „Wir leiten das Regenwasser in eine Mulde bei den Baugebieten Harheim-Nord und Süd“, erläuterte Krier. In die Kanalisation fließe nur eine kleine Menge. Und zum Reizthema Pfingstberg sagte er, da gebe es überhaupt noch keine Planung. Dennoch blieben die Zuhörer besorgt – schon deswegen, weil Versicherungen ganz Harheim als Hochwasser gefährdet in die Risikostufe drei einordneten, klagte ein Anwohner. Da sicherte Kammerer spontan seine Unterstützung zu: „Das ist zu undifferenziert. Wir schicken Ihnen Gewässerkarten, lassen Sie das erneut prüfen“.

Preise steigen

Einen anderen Anwohner, der den Wildwuchs vor seinem Lokal am Ufer samt Ungeziefer beklagte, konnten die städtischen Vertreter nicht beruhigen. Gemäht werde nur einmal – und das im Herbst. Woraufhin die Kritik kam: „Die Leistungen werden weniger, die Preise gehen nach oben!“

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