Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Neu-Isenburg 12°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Günstigste Wassertarife: Keiner kann Frankfurt das Wasser reichen

Von Die Wasserhäuschen sind eine Frankfurter Spezialität – auch wenn dort in den seltensten Fällen Wasser getrunken wird. Doch beim Trinkwasser ist die Mainmetropole Spitze: Das Frankfurter Nass ist derzeit das billigste in einer deutschen Großstadt.
Frankfurt. 

Strom, Wasser, Gas: Diese Güter wollen die Bürger möglichst preisgünstig beziehen. Beim Trinkwasser nimmt Frankfurt eine Sonderstellung ein: In keiner deutschen Großstadt über 500 000 Einwohner bieten die Versorger so günstig das Trinkwasser an wie die Mainova, die sich mehrheitlich in städtischem Besitz befindet. Das belegt eine Vergleichsstudie des Internetportals www.billiger.de.

Ähnliche Werte liefert eine Analyse der Mainova. Diese hat der Konzern nach der Wasserpreiserhöhung zum 1. April vorgelegt, um zu untermauern, dass die Frankfurter immer noch unter den Großstädtern privilegiert sind. Übereinstimmend haben nach beiden Studien die höchsten Wasserpreise ausgerechnet die als sparsam bekannten Schwaben in Stuttgart. Dort werden netto 2,50 Euro je Kubikmeter fällig. Die Mainova ist mit 1,74 Euro die günstigste Großstadt, gefolgt von München (1,77 Euro), Berlin (1,80 Euro).

Thomas Remlein
Kommentar: Kommunale Unternehmen müssen dem Bürger dienen

Trinkwasser bleibt ein Monopolartikel. Das liegt am Leitungsnetz, über das es vertrieben wird. Da versagt der Wettbewerb. Die Bürger haben keine Möglichkeit, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

clearing

Relativ teuer ist die Wasserversorgung in den Großstädten der neuen Bundesländer. In Dresden und Leipzig duscht der Sachse für 2,25 Euro pro Kubikmeter Wasser. Und selbst Hamburg an der Elbe verlangt 1,89 Euro. Die Preise stellen einen Mittelwert der unterschiedlichen Tariftypen dar.

Eingriff des Ministers

Ganz von ungefähr kommt der günstige Wasserpreis in der Mainmetropole nicht: 2004 ging der damalige hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) daran, die Wasserpreise in seinem Land unter die Lupe zu nehmen. In der Folge leitete das Wirtschaftsministerium ein Kartellverfahren gegen die Mainova ein. Es endete 2012 mit einem Vergleich: Der Wasserpreis sank damals von 1,88 Euro auf 1,51 Euro pro Kubikmeter. Auch mit dem heutigen Stand von 1,74 Euro ist der Wasserpreis immer noch niedriger als vor Beginn der Kartellverfahrens.

Die Mainova beklagt die Folgen des damaligen staatlichen Eingriffs: Nach der erzwungenen Senkung der Wasserpreise sei ihr ein jährliches Defizit bei der Trinkwasserversorgung im „mittleren einstelligen Millionenbereich“ entstanden, erklärte Mainova-Sprecher Thomas Breuer. Selbst nach Anhebung der Preise zum 1. April erwartet der Konzern noch eine Deckungslücke von rund 600 000 Euro. Gleichwohl sei man dabei, weiterhin nach Einsparmöglichkeiten zu suchen und Synergieeffekte zu nutzen, betonte Breuer.

Dabei werde auch mit dem Vorlieferanten verhandelt. Das ist die Hessenwasser, an der 17 Städte (darunter Frankfurt) und Gemeinden sowie der Kreis Groß-Gerau mittelbar beteiligt sind. Das Wasser in den Frankfurter Leitungen stammt zu 45 Prozent aus dem Hessischen Ried, 25 Prozent liefert der Vogelsberg, zehn Prozent das Kinzigtal, 20 Prozent liefern Wasserwerke in Frankfurt, die zum großen Teil Quellwasser im Stadtwald fördern.

Beschaffung am teuersten

Am teuersten ist die Beschaffung, die Abrechnung und der Service, es folgen die Verteilung über das Leitungsnetz, sieben Prozent beträgt die Mehrwertsteuer und 18 Prozent auf die an die Stadt zu entrichtende Konzessionsabgabe Sie wird fällig für die Nutzung der Wasserleitungen auf städtischen Grund und Boden und beträgt jährlich elf Millionen Euro.

Unter dem Druck der Kartellbehörde auf den Preis haben einige Städte, darunter Kassel und Wetzlar, ihre Trinkwasserversorgung wieder in Eigenregie übernommen, anstatt sie von einem kommunalen Versorger erledigen zu lassen. Der Grund dafür: In diesem Falle werden Gebühren erhoben, die kostendeckend sein müssen. Diese unterliegen nicht der Aufsicht der Kartellbehörden. Billiger wird es dadurch für die Bürgerschaft eher nicht.

Unternehmenssprecher Breuer betonte, Mainova-Chef Constantin Alsheimer halte an der Wasserversorgung im Konzern fest. Schließlich gebe es beispielsweise bei der Wartung und Reparatur von Leitungen für Wasser-, Gas und Fernwärme Synergieeffekte. Man müsse nur einen Wartungsmannschaft beschäftigen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse