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Eltern des städtischen Kinderzentrums Ben-Gurion-Ring protestieren: Kita-Baustelle in Bonames findet kein Ende

Ärger mit der Baufirma und dem Architekturbüro verzögert laut Bildungsdezernat die Bauarbeiten am Kinderzentrum im Ben-Gurion-Ring. Seit 19 Monaten sind die Kinder ausgelagert, der tägliche Pendel-Busverkehr nach Kalbach nervt Eltern und Kinder.
Die Elternbeiräte (von links) Hiwet Semere, Elvira Titel, Helene Gläse-Gulzad, Jennifer Stanescu, Rehana Rahman vor der Kita-Baustelle. Foto: Heike Lyding Die Elternbeiräte (von links) Hiwet Semere, Elvira Titel, Helene Gläse-Gulzad, Jennifer Stanescu, Rehana Rahman vor der Kita-Baustelle.
Bonames. 

Lange hat es gedauert – doch jetzt gehen die Eltern des Kinderzentrums Ben-Gurion-Ring „auf die Barrikaden“, so die Elternbeiratsvorsitzende Jennifer Stanescu. „Und wir werden uns auch nicht vertrösten oder abspeisen lassen.“ Seit Juni 2015 wird die Kindertagesstätte umgebaut, die Kinder sind ausgelagert – und mussten in dieser Zeit achtmal umziehen. Seit Oktober 2016 pendeln die Kinder von Bonames nach Kalbach: Morgens um 8.30 Uhr fährt der Bus nach Kalbach, um kurz vor 17 Uhr kehren die Kinder mit dem Bus zurück.

Eine unhaltbare Situation sei das, sagt Stanescus Stellvertreterin, Elvira Titel. Gemeinsam zählen die Mütter die Stationen auf, die die Kita-Kinder seit dem Auszug aus dem Ben-Gurion-Ring 170 absolvierten: Zunächst wurden sie aufgeteilt auf die städtischen Kinderzentren Im Storchenhain und Theodor-Thomas-Straße. Dann ging es in die „Waldschule“ Oberursel. „Zur Eröffnung des Kinder- und Familienzentrums, zu dem sich unsere Kita im Februar 2016 mit dem Kinderzentrum Theodor-Thomas-Straße und der evangelischen Kita Am Bügel zusammenschloss, zogen die Kinder nach Bonames zurück. Mitten auf die Baustelle.“ Zwei, drei Wochen später erhielt Stanescu einen Anruf. „Ich solle mein Kind sofort abholen. Die Luft in der Kita sei stark belastet.“ Mehrfach zog die Kita danach um, unter anderem in den Palmengarten.

Pendeln ist Belastung

Nun sind die Kinder in Kalbach in Containern untergebracht. Der tägliche Pendelverkehr sei für Eltern wie Kinder eine Belastung, sagt Elvira Titel. Zum einen, weil die Kinder pünktlich zur Abfahrt des Busses an der Haltestelle sein müssen, zum anderen, weil die Eltern sie zu einer festen Uhrzeit nachmittags am Bus in Empfang nehmen müssen – und viele sind berufstätig. „Es ist gar nicht so einfach, morgens meine drei Kinder fertig zu machen und pünktlich zum Bus zu kommen“, sagt Genevieve Sitchen. Hinzu komme, dass die Hortkinder nach der Schule lange mit dem Bus unterwegs seien, weil einige von der August-Jaspert-Schule, andere anschließend vom selben Bus an der Michael-Grzimek-Schule abgeholt werden.

Kommentar: Auf dem Rücken der Kinder

Seit 19 Monaten wird am Kinderzentrum Ben-Gurion-Ring schon gebaut. Ist die neue Wärmedämmung wirklich im Sommer fertiggestellt, waren die Kinder zwei Jahre lang ausgelagert – mit mehren Umzügen

clearing

„Vor allem die neun behinderten Kinder leiden unter der Situation“, sagt Titel. „Und wir erfahren nichts über den Stand der Bauarbeiten“, ärgert sich Stanescu. Nicht mal mit dem Bau sind sie zufrieden: Zwar werde ein Aufzug eingebaut – doch dieser sei nur von außen zugänglich. „Das heißt, die Kinder müssen sich anziehen und hinausgehen, um den Aufzug zu nutzen.“

Firmen ausgetauscht

Den Ärger der Eltern kann Sabrina Mannebach, Sprecherin des Bildungsdezernats, nachvollziehen. „Die Eltern waren sehr geduldig und haben bislang tapfer ausgehalten.“ Eigentlich sollte die Kita nur eine bessere Wärmedämmung erhalten, doch es gab Probleme. Details nennt Mannebach nicht, nur dass es sowohl mit der Baufirma als auch dem ausgewählten Architekturbüro Probleme gab und sie ausgetauscht wurden.

Es gebe aber auch eine gute Nachricht, sagt Mannebach: Die Probleme seien gelöst, die Arbeiten könnten endlich zu Ende gebracht werden. „Zum Ende der Sommerferien können die Kinder im August in ihr altes Zuhause zurück.“ Auch sei klar, dass der Aufzug so gebaut werde, dass ihn die Kinder ohne Umstände und geschützt vor Wind und Wetter nutzen können.

Ob das die Eltern beruhigt, bleibt abzuwarten: Denn der tägliche Pendelverkehr bleibt. In der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 10 wollen sie am Dienstagabend, 14. Februar, im Haus Nidda, Harheimer Weg 18-22, bei den Stadtteilpolitikern um Unterstützung werben.

(hau)
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