E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 27°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Milchsack-Gelände zeigt seine bunten Seiten: Künstler und Kreative öffnen ihre Ateliers und Ausstellungsräume

Von Im Rahmen des Kunstsommers Frankfurt und der Gutleuttage wird auch die Fabrik im „Milchsack“ künstlerisch und kulinarisch erlebbar. Dafür sorgen beim Sommerfest Schall- und Raucheffekte sowie leckeres Gebäck.
Spezialeffekte für Filmproduktionen sind bei Harry Haarstark gut aufgehoben. Zuletzt war er für den Taunuskrimi „Böser Wolf“ engagiert worden. Beim Sommerfest auf dem Milchsack- Gelände zeigt er, wie beispielsweise Farbeffekte funktionieren. Foto: Heike Lyding Spezialeffekte für Filmproduktionen sind bei Harry Haarstark gut aufgehoben. Zuletzt war er für den Taunuskrimi „Böser Wolf“ engagiert worden. Beim Sommerfest auf dem Milchsack- Gelände zeigt er, wie beispielsweise Farbeffekte funktionieren.
Gallus. 

Ein Hauch von Industriekultur weht noch heute über das weitläufige Gelände, auf dem rund 25 Künstler und Kulturschaffende ihrer Arbeit nachgehen, kreative Fotos, Filmeffekte, Kollagen und Comics zaubern. Abends wummern dann die Bässe im „Tanzhaus West“. Nur eine Frage stellt sich immer wieder: Was hat die frühere Fabrik für Druckfarben eigentlich mit Milchsäcken zu tun?

Leckere Milchsackerl backt Monika Linhard. Bild-Zoom Foto: Heike Lyding
Leckere Milchsackerl backt Monika Linhard.

Witzige Antworten darauf gibt es beim Sommerfest der „Kunst Produktionen in der Kulturfabrik Milchsack“: Die Objektkünstlerin Monika Linhard backt „Milchsackerln“ in passender Form und füllt sie mit Quark und Zitronencreme. Sylvia Necker hängt vor ihrem Fenster „Klangsackerln“ aus, in denen sie die Geräusche auf dem Hof und den Schall in den Discos eingefangen hat. Feuerwerker Harry Haarstark fängt bengalischen Rauch und Schaum in Säcken und Beuteln ein, um seine Pyro- und Filmeffekte vorzuführen. Er wird auch einige Filmsequenzen abspielen, an denen er mit seinen Tricks mitgewirkt hat: Zuletzt war von ihm etwa eine Regenszene in Nele Neuhaus’ Taunuskrimi „Böser Wolf“ im Fernsehen zu sehen.

Ein Glücksfall

„Und darüber hinaus gibt es in den Ateliers jede Menge Malereien, Zeichnungen und Objektkunst“, sagt Linhard – und merkt beiläufig an, dass die frühere Fabrik ihren Namen von Firmengründer Carl Milchsack hat. Dass dessen Nachkomme, der Journalist und Kabarettist Peter P. Peters, das Gelände geerbt hat und nicht teuer vermieten oder weiterverkaufen wolle, sei ein Glücksfall, freut sich Niko Neuwirth. „Jeder hat hier seine Freiheit, um sich auszuprobieren und zwanglos seine Arbeiten zu zeigen, ohne dass man an enge zeitlich begrenzte Verträge und Verpflichtungen gebunden ist“, hebt er hervor. Neuwirth zeigt beim Sommerfest am Samstag, 12. August, großformatige Fotografien. Und Peters bietet ab 16 Uhr ein Kinderprogramm und um 18 Uhr eine Führung über das Gelände an.

Tageszeitung als Kunst

Bei Monika Linhard können 28 streng konzeptionelle geknickte und übereinandergeschichtete Werke, die aus den Tageszeitungen von 28 europäischen Ländern entstanden sind, besichtigt werden. Wie bei vielen anderen Kunstprojekten geht es ihr um die Verwandlung von Alltagsgegenständen, die in diesem Fall den Bedeutungswandel des Kulturgegenstands „Tageszeitung“ thematisiert. „Der Name Mäntel kommt von den Mantelteilen, die ich dafür verwendet habe“, verrät sie. Mantel, das stehe für etwas Schützendes, da man ja früher Zeitungen auch zum Einwickeln von Dingen verwendet habe.

Fotograf Nico Neuwirth erlaubt einen Blick in sein Atelier. Bild-Zoom Foto: Heike Lyding
Fotograf Nico Neuwirth erlaubt einen Blick in sein Atelier.

Der Zeichner Daniel Hartlaub arbeitet gerade an einem digitalen Comic über die angrenzenden Stadtteile Bahnhofsviertel und Gallus. „Ich möchte eine Geschichte über einen Alltagshelden der dortigen Straßenszene erzählen“, sagt er.

Weiterhin zeigt Nadja Bauernfeind einige konzeptionelle Zeichnungen zu expressiven Themen, Sikko Brand stellt konzeptionelle Malerei zu sprachlichen Themen aus. Während das Trio der Messer Brüder mit elektronischen Beats, schneidenden Synthesizer-Sounds und satten Bässen dem Publikum einheizt, gibt es deftiges Essen vom „Food Truck“ – denn von den leicht bekömmlichen Milchsackerln wird man alleine doch nicht satt.

Sommerfest

der Kulturfabrik Milchsack, am Samstag, 12. August, ab 15 Uhr, Gutleutstraße 294

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse