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Lachen hilft heilen

Weißer Kittel und rote Nase: Clown-Doktoren bringen kleine Patienten auf Kinderkrankenstationen wieder zum Lachen. Die Leberecht-Stiftung unterstützt das Engagement der Spaßmacher mit einer Spende.
4000-Euro-Spende: Gianna Matysek, Marion Weber, Ursula Ruwell (Leberecht) und Elodie Kalb.	Foto: Weis 4000-Euro-Spende: Gianna Matysek, Marion Weber, Ursula Ruwell (Leberecht) und Elodie Kalb. Foto: Weis
Frankfurt. 

Mit dem Klopfen an der Tür beginnt das Spiel. Dann ist Gianna Matysek nicht mehr die 28-jährige Schauspielerin und Musicaldarstellerin, dann vergisst die hübsche Brünette mit den braunen Augen die Bühne. Wenn sie die Klinke einer der bunt verzierten Türen auf der Kinderstation des Bürgerhospitals herunterdrückt, ist Matysek "Dr. Pillepalle". Eine gut gelaunte Clown-Doktorin mit großem Sonnenblumenhut und roter Nase, die alles dafür gibt, den kleinen Patienten ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Sie und "Dr. Fidibus", die im wahren Leben Elodie Kalb heißt, gehören zum Team der Clown-Doktoren, denen die Leberecht-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse und ihrer Schwesterzeitungen 4000 Euro gespendet hat.

Die Idee, kranke Kinder mit Clownspäßen aufzuheitern, hatte der Amerikaner Michael Christensen 1986. Eine von ihm ausgebildete Clown-Doktorin brachte das Konzept nach Deutschland – und erprobte es in der Wiesbadener Dr.-Horst-Schmidt-Klinik. Hier wurde 1994 auch der erste deutsche Clown-Doktoren-Verein gegründet, der die Einsätze im gesamten Rhein-Main-Gebiet koordiniert: Insgesamt 26 Schauspieler und ausgebildete Clowns schwärmen von dort aus in elf Krankenhäuser. Immer zu zweit, meist zweimal in der Woche.

"Wir sprechen uns vor jedem Besuch mit dem Klinikpersonal ab", erzählt Matysek und zupft ihre Handpuppe "Dolly" zurecht, ein vorlautes Schaf mit Sprachfehler. "So bekommen wir einen Überblick, welches Kind einen Besuch ausdrücklich gewünscht hat. Und dann", sie tippt sich auf die rote Clownsnase, "gehen wir ins Krankenzimmer und schauen, was passiert."

Die Reaktionen der Kinder sind sehr unterschiedlich, deswegen spielt Improvisation eine große Rolle. "Wir versuchen, auch die Eltern und Geschwister einzubeziehen, wenn wir unsere Späße machen und kleine Sketche vorführen", sagt Matysek. "Hauptsache, das Kind vergisst für einen Moment seine Krankheit und kann wieder lächeln. Das ist das schönste Lob."

Manchmal jedoch nimmt einen solch ein Krankenhausbesuch sehr mit. Gianna Matysek setzt die rote Nase ab; für einen Moment ist sie die junge Frau, nicht der Clown. "Wir besuchen auch schwerkranke Mädchen und Jungen. Wenn man sie über einen langen Zeitraum begleitet und sie dann den Kampf gegen ihre Krankheit verlieren, ist das auch schwer für uns. Manche Clowns zünden eine Kerze für das Kind an, andere nehmen im Stillen Abschied. Unser Verein stellt psychologische Betreuer bereit, wenn wir gar nicht damit fertig werden." Gianna Matyseks Blick ruht kurz auf ihrer Handpuppe. Dann setzt sie sich die Clownsnase wieder auf, strahlt über das ganze Gesicht. Und drückt die Klinke der Krankenzimmertür herunter.jro

(jro)
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