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Neuer Ortsvorsteher: Machtwechsel in Harheim

Von Zünglein an der Waage bei der Wahl zum neuen Ortsvorsteher von Harheim war BFF-Ortsbeirat Alfred Quirin. Und so sorgte er dafür, dass Helmut Seuffert sein Amt nach zehn Jahren verlor.
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Harheim. 

Bei der Wahl zum Ortsbeirat 14 (Harheim) hatten die Grünen einen Sitz eingebüßt, die CDU bekam einen hinzu. Und so verfolgten über 60 Zuhörer im Bürgerhaus, wie sich der Machtwechsel vollzog. Dabei war bis Sitzungsbeginn offen, ob CDU oder SPD/Grüne mit je vier Stimmen die Mehrheit erringen würden. Doch bei der geheimen Wahl zum Ortsvorsteher kam Frank Immel (53, CDU) auf fünf, Helmut Seuffert (60, Grüne) nur auf vier Stimmen. Auch bei der Wahl des Stellvertreters setzte sich CDU-Kandidat Axel Schmidt mit fünf Stimmen durch. Erst als die parlamentarischen Schriftführer gewählt wurden, kam neben Silke Mensing (CDU) auch Sabine Lubkowitz-Schönau (Grüne) zum Zug.

Möglich gemacht hatte den Wechsel BFF-Ortsbeirat Alfred Quirin, der bei dem Patt von je vier Stimmen den Ausschlag gab. Noch vor wenigen Wochen wollte er sich nicht festlegen. Es habe keine Absprachen gegeben, sagte er noch nach der Sitzung: „Wenn mir die Anträge von SPD und Grünen passen, kann ich da genauso zustimmen“, hält er sich alle Optionen offen.

Doch schon in der Sitzung zeigte sich, welcher Unmut sich bei Quirin angestaut hat. In einem gemeinsamen Antrag mit der CDU plädierte er dafür, zur Erschließung des künftigen Baugebiets Urnbergweg bestehende Feldwege zu nutzen – wie schon bei der Niddarenaturierung. Ein Vorschlag, dem im Prinzip alle Ortsbeiräte zustimmten. Doch Seuffert sah noch ein Problem: Man müsse klären, wann und wie viele Laster da führen und mit der Unteren Naturschutzbehörde wegen den dort brütenden Störche sprechen. Da schimpfte Quirin, Störche hätten früher auf dem Bonameser Rathaus im dichten Verkehr gebrütet, der Naturschutz erweise sich als „Wirtschaftsverhinderer und Kapitalvernichter“. Worauf Seuffert anmerkte, diese Argumente würden die Behörde wohl kaum kooperativ stimmen.

Auf den Gaul gesetzt

Auch am nächsten Tag bleibt Quirin auf Nachfrage bei seiner Meinung. Er habe Seuffert nicht wiedergewählt, „weil der vergessen hat, dass ich ihn vor zehn Jahren gewählt, auf den Gaul gesetzt habe“. Als alter Harheimer Bub und Landwirt kenne er jeden Grenzstein. Eine alte Geschichte kommt ihm in Erinnerung, wie der Ortsbeirat ein Regenrückhaltebecken bauen wollte, wo kein Wasser war – und Seuffert habe dort bei Regen eine Pfütze fotografiert. Tief sitzt bei Quirin das Misstrauen gegen die Naturschutzbürokratie: „Die wollen dem Bauern sagen, wo er seinen Mist hinbringen soll.“

Antrag zurückgezogen

Immerhin gab es beim Thema Baustraße doch noch einen einstimmigen Beschluss. Aber nicht alles lief an diesem Abend rund. Als neuer Ortsvorsteher ging Immel sehr nüchtern an die Tagesordnung, ganz anders, als sein oft emotionaler Vorgänger. Seuffert sprang ihm mehrmals zur Seite und zeigte, dass der Teufel oft im Detail steckt. Das deutete sich schon in der Bürgerfragestunde an, als Anwohner wissen wollten, warum die CDU die Absperrung der Haintalstraße zur Spitzenstraße öffnen wolle. Die Müllabfuhr komme da nicht durch, sagte CDU-Ortsbeirat Axel Schmidt. Nur einmal sei das passiert, entgegneten Anwohner, die eine Raserstrecke befürchten. „Wir parken nicht mehr falsch“, rief ein weiterer Anwohner. Am Ende zog die CDU den Antrag zurück.

Zurückgestellt wurde auch ein CDU-Antrag für einen Schutzzaun im Jakob-Quirin-Weg, der spielende Kinder vor der Umgehungsstraße schützen soll. Den Zaun, so Seuffert, habe die Stadt schon zugesagt – aber noch nicht schriftlich. Das soll nun erst geklärt werden.

Es sind die alten Themen, die auch die neue Legislaturperiode prägen werden, Kleinigkeiten, die für Unmut sorgen, wie auf dem Spielplatz am Netto-Markt. Statt eines Sonnensegels, wie Anwohner es vor zwei Jahren forderten, steht dort ein 6000 Euro teurer Schirm – aber keiner hat die Kurbel dafür. „Wir werden klären, wer den aufmacht“, verspricht Immel. Kommentarlos nimmt er dagegen die 250 Unterschriften entgegen, die ihm Klaus Schöneck überreicht, ein Anwohner der Philipp Schnell-Straße. Sie wehren sich dagegen, dass das Neubaugebiet Niederfeld mit Pollern zu ihren Lasten vor Verkehr geschützt werden soll.

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