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Wohnungsmarkt: Makler: Die Mieten in Frankfurt stagnieren

Von Seit Jahren steigen die Mieten in Frankfurt überdurchschnittlich. Doch jetzt hat der Immobilienverband Deutschland erstmals eine Stagnation festgestellt. Die Stadt aber sieht keinen Grund zur Entwarnung und will weiterhin mehr Bauland ausweisen.
Nach Erkenntnissen von Experten stagnieren die Mieten in Frankfurt. Eine Ausnahme sind hochwertige Neubauwohnungen, wie sie im Grand Tower im Europaviertel entstehen. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (.) Nach Erkenntnissen von Experten stagnieren die Mieten in Frankfurt. Eine Ausnahme sind hochwertige Neubauwohnungen, wie sie im Grand Tower im Europaviertel entstehen.
Frankfurt. 

Wer derzeit in Frankfurt eine Mietwohnung in zentraler Lage sucht, findet kaum Angebote für weniger als 12 Euro pro Quadratmeter. Günstiger wird’s nur, wenn man die Suche in Richtung Stadtrand erweitert. Im Durchschnitt kostet eine nach 1949 errichtete Wohnung in mittlerer Lage nach Angaben des Immobilienverbands Deutschland (IVD) derzeit 10 Euro pro Quadratmeter. Das ist nicht mehr als im vergangenen Jahr. „In Metropolen wie Frankfurt, Stuttgart oder Düsseldorf stagnieren die Mieten“, stellt der Verband fest, der unter anderem Makler, Hausverwalter und Bauträger vertritt. Noch im Jahr zuvor hatte der IVD einen Anstieg der Mieten um 2,27 Prozent festgestellt.

Preisstabilität stellt der Verband für 2017 auch bei den besonders begehrten Altbauwohnungen fest. „Betrachtet man das Mietniveau in den zehn größten Städten inflationsbereinigt, so zeigt sich, dass es keine Belege für explodierende Mieten gibt“, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Nur bei Neubauwohnungen stellen die Immobilienexperten keine Preisstabilität fest. In diesem Segment sind die Mieten in Großstädten wie Frankfurt im Schnitt um 3,7 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind nach Angaben des IVD vor allem die besonders hochwertigen Wohnungen, die überdurchschnittlich teurer geworden sind. Dagegen seien die Preise im mittleren Segment nur moderat gestiegen.

„Keine Trendwende“

Jürgen Conzelmann, Vorsitzender des Eigentümerverbands Haus und Grund Frankfurt, teilt die Einschätzung des IVD. „Es ist eine gewisse Sättigung erreicht“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir stellen fest, dass vor allem die Mieten in den guten und besseren Lagen stagnieren.“ Das sei auch aus Sicht der Eigentümer zu begrüßen. „Die Mieten haben eine Größenordnung erreicht, die in Ordnung ist.“ Eine Trendwende hin zu sinkenden Preisen sieht er jedoch nicht. „Dazu wird zu wenig gebaut.“ Es müssten nicht nur bestehende Siedlungen nachverdichtet, sondern auch zusätzliche Bauflächen in Außenbereichen geschaffen werden.

In diesem Punkt ist sich Conzelmann einig mit dem Mieterschutzverein Frankfurt. Dessen Geschäftsführer Rolf Janßen sieht in der Stagnation der Mieten zwar ein „gutes Signal“, aber keinen Grund zur Entwarnung. „Denjenigen, die eine Wohnung suchen, hilft das nicht viel.“ Die Mieten hätten ein so hohes Niveau erreicht, dass sie für viele nicht mehr bezahlbar seien.

Janßen geht nicht davon aus, dass die vom IVD festgestellte Stagnation auf die in Frankfurt seit 2015 gültige Mietpreisbremse zurückzuführen ist. Diese spiele in der Praxis so gut wie keine Rolle. „Wir hatten nur einen einzigen Fall in unserer Beratung.“ Die meisten Mieter trauten sich nicht, nach der vorherigen Miete zur fragen, weil sie wüssten, dass sie dann schlechte Chancen haben, die Wohnung zu bekommen.

Brexit verschärft Situation

In den kommenden Jahren könne sich die Situation wieder verschärfen, fürchten Rolf Janßen. „Nach dem Brexit kommen Mieter, die sich höhere Preise leisten können.“ Es würden nach wie vor zu wenige Wohnungen gebaut.

Auch beim städtischen Planungsdezernat sieht man derzeit keine Anzeichen für eine Entspannung des Wohnungsmarkts oder eine Stagnation der Mieten. „Wir haben andere Erkenntnisse“, erklärt Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), auf Nachfrage. „Die Nachfrage nach Wohnungen ist weiterhin hoch und das Angebot knapp.“ Deshalb sei es nötig, mehr Wohnbauland auszuweisen.

Hingegen sieht die für den Wohnungsbau zuständige hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) die Daten des IVD als Beleg dafür, dass die „Förderprogramme des Landes anfangen zu wirken“. Die erfreuliche Entwicklung dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch viel zu tun gibt. Das Land werde die Kommunen „noch stärker dabei unterstützen, Flächen für die benötigten neuen Wohnungen zu finden und zu erschließen“.

Exaktere Erkenntnisse über die Entwicklung der Mieten wird der neue Mietspiegel liefern, für den derzeit die Datenerhebung läuft. Dabei werden die Mieten berücksichtigt, die in den vergangenen vier Jahren verändert wurden. Nach den Plänen des städtischen Wohnungsamtes soll das neue Zahlenwerk im Juli nächsten Jahres veröffentlicht werden.

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