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Mehr Kultur für Jüngere

Frankfurt. Zehn Jahre ist das Kulturforum Zeilsheim mittlerweile alt. Am Mittwoch, 17. Oktober, 19 Uhr, gibt es dazu ein großes Benefizkonzert in der Stadthalle zugunsten der Leberecht-Stiftung dieser Zeitung. Karten kosten 12 Euro.
Karin Nass ist seit der Gründung des Kulturforums Zeilsheim vor zehn Jahren dessen Vorsitzende. Foto: Reuß Karin Nass ist seit der Gründung des Kulturforums Zeilsheim vor zehn Jahren dessen Vorsitzende. Foto: Reuß

Vorher äußert sich die Vereinsvorsitzende Karin Nass (68) im Gespräch mit HK-Redakteur Sebastian Semrau über das Vergangene – und über die Zukunft des Forums.

Frau Nass, zehn Jahre ist Ihr Verein nun alt. Wenn Sie einen Höhepunkt aus den vergangenen zehn Jahren heraussuchen müssten, welcher wäre das?

KARIN NASS: Wir hatten viele Höhepunkte. Aber der Auftritt des Heeresmusikkorps am kommenden Mittwoch ist für mich das Highlight. Wir hatten noch nie 55 Musiker auf der Bühne. Die muss extra vergrößert werden. Wow.

Gab es denn auch einen Misserfolg, über den Sie sich heute noch ärgern?

NASS: Wir hatten einmal im Sommer den Froschkönig für Kinder aufführen wollen. Da war es so heiß, da ist fast keiner gekommen. Ich musste den zehn Kindern, die da waren, dann vor der Tür sagen, dass es mir leid tut, aber wir haben abgesagt. Das war ganz bitter.

Anfangs wurde das Kulturforum von den Vereinen als Konkurrenz durchaus kritisch beäugt. Wie läuft die Zusammenarbeit?

NASS: Ich merke keine Konkurrenz. Wir arbeiten alle gut zusammen und stimmen die Termine ab, damit es keine Überschneidungen gibt. Denn sonst ist jeder Verein sauer auf den anderen, dass er die Gäste wegnimmt.

Gibt es Veranstaltungen, die das Kulturforum in Zeilsheim über die Jahre etabliert hat?

NASS: Ja. Im Frühjahr haben wir immer das Neujahrskonzert und im Dezember das Kindertheater. Etabliert hat sich auch der "Lauter-Nette-Leute-Abend", bei dem unser Programm für das nächste Jahr präsentiert wird. Das machen wir im Pfarrgemeindezentrum. Dazu kommen natürlich Stadtfahrten nach Frankfurt, immer unter einem bestimmten Motto. Unsere Leute lieben Christian Setzepfandt und Silke Wustmann. Außerdem machen wir Theaterfahrten. Wir sind schon ein paar Mal in Ötigheim gewesen. Das ist die größte Freilichtbühne Deutschlands.

Wie viele Veranstaltungen kommen denn da pro Jahr zusammen?

NASS: Zwei bis vier machen wir in der Stadthalle. An den Ausflügen nahmen 2003, im ersten Jahr nach der Gründung, 114 Personen teil. Vergangenes Jahr waren 680, 2010 710 Personen dabei. 3355 Teilnehmer waren es insgesamt. Und dabei ist Kultur immer angenehme Pflicht. Denn wir sind ein gemeinnütziger Verein.

Wie viele Mitglieder hat der?

NASS: 250 Mitglieder. Von 32 zum Start hat es sich erhöht. Und viele sind nicht Mitglied, fragen aber trotzdem, ob sie mitdürfen. Das ist kein Problem. Mitglieder haben aber Vorrang. Und sie bekommen für 20 Euro Beitrag auch Nachlässe.

Worin besteht aus Ihrer Sicht die Aufgabe des Kulturforums?

NASS: Bürger zusammenzubringen. Ich denke, das soziale Umfeld zu formen, die Leute vom Fernseher wegzubekommen und Kulturangebote zu machen. Das soziale Miteinander ist für mich das Wichtigste.

Sind das nur einzelne Veranstaltungen oder auch Ausstellungen oder Ähnliches?

NASS: Bisher nicht, weil wir keine geeigneten Räumlichkeiten dafür haben. Wir haben zwar schon Lesungen und solche Dinge gemacht, aber keine richtige Ausstellung. Ich denke, da ist Höchst viel besser geeignet. Die Idee ist schon da, aber eine Ausstellung, die ein oder zwei Wochen mindestens dauert, geht hier in der Stadthalle nicht.

Der neue Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will Kultur in die Stadtteile bringen. Gibt es in Zeilsheim aus Ihrer Sicht nicht genug?

NASS: Ein paar mehr Saalveranstaltungen könnte man schon machen, wenn die Zeilsheimer mitmachen würden. Aber die Bevölkerung hier ist recht gealtert und es gibt viele Migranten. Und die kommen nicht, außer bei Kinderveranstaltungen. Da freut es uns sehr.

Wo würden Sie sich mehr Hilfe von der Stadt erwarten?

NASS: Wir brauchen Hilfe, wenn es etwa darum geht, die Veranstaltungen für Kinder über die Schulen anzukündigen. Auch da ist das Personal knapp. Aber in der Zusammenarbeit ist noch Luft nach oben.

An Sie persönlich: Können Sie sich vorstellen, dem Kulturforum auch in zehn Jahren noch vorzustehen?

NASS: Das kann ich noch nicht sagen. Ich denke im Moment noch nicht ans Aufhören. Solange ich gesund bin, will ich es auch machen, denn es macht Spaß, aber es ist auch sehr viel Arbeit. Ob ich mir das in zehn Jahren noch antun will? Ich weiß es nicht.

Gibt es etwas, was sich bis dahin geändert haben sollte?

NASS: Dass wir mehr junge Leute im Stadtteil ansprechen, auch das Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Wir sprechen natürlich mit den Leuten. Sie sagen aber oft, dass sie wegen der Arbeit und so weiter keine Zeit haben. An einem passenden Angebot für diese Leute sind wir noch am experimentieren. Außerdem wollen wir auch mal Veranstaltungen für Jugendliche anbieten. Aber kriegt man die ins Theater? Da ist uns noch nichts eingefallen. Aber zu Lautes beispielsweise geht in der Stadthalle nicht.

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