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Experten diskutierten über Abfall-Reduktion: Plastik-Müll vermeiden

Von Zwei Millionen Euro kostet es das Grünflächenamt jedes Jahr, den Müll aus den Grünanlagen aufzusammeln. Dies sagte Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bei einer Podiumsdiskussion im Gallustheater. Thema: Plastikfrei – sind Sie dabei?
Rosemarie Heilig brachte ihren eigenen Beer-to-go-Becher mit. Foto: Rainer Rüffer Rosemarie Heilig brachte ihren eigenen Beer-to-go-Becher mit.
Frankfurt. 

Plastikmüll ist vielleicht nicht das drängendste Umweltproblem, aber eines der auffälligsten. Auf Straßen und Grünanlagen findet sich nach schönen Wochenenden Müll, und fast nirgends kann man Artikel kaufen, die nicht mehrfach eingeschweißt und verpackt sind.

Eine Podiumsdiskussion wollte neue Vorschläge erarbeiten. Außer Heilig nahmen der Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), Silvio Zeizinger, Geschäftsführer beim Einzelhandelsverband Südhessen, Immanuel Stieß, Institut für Sozial-Ökologische Forschung und die Jungunternehmerin Marlene Haas teil, die sich für plastikfreies Einkaufen in Bornheim einsetzt. Die Runde war nicht kontrovers zusammengesetzt, denn alle waren sich einig: Plastik sollte reduziert werden. Die Reste der Verpackungen treiben als riesiger Strudel von „Mikro-Plastik“ in den Meeren. Und über die Fische zum Menschen zurück, auf die Teller nämlich.

Dabei ist plastikfrei einkaufen gar nicht einfach. Denn fast alles ist mit dem Kunststoff verpackt. Und er ist ja auch nicht nur schlecht: „Aus Plastik bestehen zahlreiche Medizinartikel, Plastik rettet Leben“, sagte etwa Immanuel Stieß. Das Material sei günstig herzustellen, hygienisch, vielseitig verwendbar. Soweit die Vorteile.

Unverzichtbar für Hygiene

Die Nachteile: Es ist schwer abbaubar – und allgegenwärtig. Gerade im Einzelhandel. Silvio Zeizinger vom Einzelhandelsverband betonte jedoch gleich: „Wenn es um frische Ware geht, um Fleisch, Fisch und Käse, ist Ersatz nur schwer zu finden.“ Für die Plastikfolie, das „klare Dünne“ rund um den Käseblock, gibt es nunmal kaum einen Ersatz.

„Plastik verbieten!“ forderte eine Besucherin. Damit fand sie jedoch keine Mehrheit auf dem Podium. Ordnungsdezernent Markus Frank: „Ich bin kein Freund von Verboten.“ Seiner Einschätzung nach komme es eher auf einen Bewusstseinswandel an, der Zeit brauche, aber wie im Fall der Plastiktüten Erfolg haben könne. Umweltdezernentin Heilig bekannte: „Ich bin gegen Mülltrennung.“ Denn das System Grüner Punkt sei so teuer, die Wiederverwendungsquote so gering, dass es viel besser sei, den Plastik gleich zu verbrennen: „Wir haben die beste Verbrennungsanlage, sie ist sauber. Und was verbrannt ist, kann nicht in den Meeren landen.“

Weiter Weg zum Ziel

Klar ist, der Weg zum plastikfreien Einkaufen ist noch weit. Es gibt Initiativen wie die von Marlene Haas, die es zumindest in einem überschaubaren Stadtteil wie Bornheim möglich machen sollten. Aber die Kundschaft auf der Berger Straße ist schon immer grüner gewesen als anderswo. Insgesamt, so zeigen Umfragen, haben nur sieben bis zehn Prozent der Kunden überhaupt ein Bewusstsein für die Müllvermeidung bei der Verpackung. „Und die sieben Prozent sind wahrscheinlich hier“, scherzte die Moderatorin des Abends, Petra Boberg, im voll besetzten Gallus-Theater.

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