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Mehr Polizeipräsenz gewünscht: Sachsenhausen: Acht Gartenhütten aufgebrochen

In einer einzigen Nacht haben Unbekannte in mindestens acht Gartenhütten in Sachsenhausen gewütet. Aufgebrochene Türen, zertretene Zäune und gestohlene Gartengeräte verärgern Hobby-Gärtner. Und es geht auch um ein Lieblingsstück.
Bernd Krämer zeigt das kaputte Schloss in seinem Kleingarten, in dem eingebrochen wurde. Foto: Leonhard Hamerski Bernd Krämer zeigt das kaputte Schloss in seinem Kleingarten, in dem eingebrochen wurde.
Sachsenhausen. 

Bis zum Dunkelwerden hat Bernd Krämer (68) noch auf einer Leiter gestanden und seine veredelten Apfelbäume geschnitten. „Da war alles noch in Ordnung“, sagt er und zeigt kopfschüttelnd auf einen großen Fußabdruck ohne Profil im penibel sauberen Blumenbeet neben einem herunter getretenen Maschendrahtzaun zum Nachbargrundstück.

Bewegungsmelder zerstört

„Als ich morgens her kam, stand die Tür zur Hütte offen. Sie sind nachts gekommen, haben die Bewegungsmelder an der Hütte zerschlagen und mit einem Brecheisen die Tür geöffnet“, sagt er. Aus einer Plastiktüte zieht er die vier zerstörte Scheinwerfer, die er sofort durch andere ersetzt hat. Auch das zerbrochene Schloss an der Stahltür. Aus der Hütte sind eine kleine Schleifmaschine und ein Akkubohrer verschwunden, eine blaue Bomberjacke mit Pelzkragen und eine gewachste grüne Gärtnerkappe. „Die Jacke war alt, aber mein Lieblingsstück für die Gartenarbeit im Winter“, sagt der Rentner traurig.

In einer einzigen Nacht hätten die Einbrecher in mindestens acht benachbarten Kleingärten ihr Unwesen getrieben, so Krämer. Nebenan seien ein Bohrer und eine Holzleiter gestohlen worden und Türen aufgebrochen. Er vermutet, dass die Täter groß waren und kräftig. „Sonst wären sie nicht an die Bewegungsmelder gekommen“, kombiniert der Hobbygärtner.

Überall in der Hütte und im Schuppen sei Chaos gewesen, alles zerwühlt worden. Im Garten stehen in Reih und Glied Veredelungen alter Apfelsorten, Kirsch- und Pfirsichbäume, Insektenkästen hängen am Zaun, ein Vogelhäuschen steht vor der Tür der Hütte. Mitten auf dem Grundstück steht ein Gewächshaus. „Da pflanzt meine Frau bald Spinat, danach Tomaten“, erzählt er – und dass es ein komisches Gefühl sei, zu wissen, dass Einbrecher im Garten waren.

Im vergangenen Jahr habe es schon einmal einen Einbruchsversuch bei ihm gegeben. „Da müssen die Täter gestört worden sein. Sie haben die Kabel für die Bewegungsmelder durchgeschnitten, aber es hat nichts gefehlt.“ Die Polizei habe er nicht gerufen. Seine Nachbarn auch nicht. „Das bringt wahrscheinlich nichts. Die Einbrecher waren ja schon über alle Berge.“ Am Tag nach dem Einbruch wurden bei der Polizei in Sachsenhausen zwei Einbrüche in Kleingärten gemeldet. Eine Sprecherin erklärt, dass dort die Einbrüche ausgesehen hätten, als ob sie bereits einige Tage her gewesen seien.

Motiv ist wichtig

Immer wieder wird in Frankfurter Kleingärten eingebrochen. „Die meisten Fälle gibt es in Griesheim, wo es auch die meisten Gärten gibt“, so die Sprecherin. Wichtig zur Aufklärung sei das Motiv der Täter. „Manche suchen ein kuscheliges warmes Plätzchen, andere klauen. Das können Täter aus dem Drogenmilieu sein, die alles mitnehmen, was sich leicht verscherbeln lässt.“ Obdachlose hätten eher Hunger und Durst.

Krämer wünscht sich mehr Polizeipräsenz, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit. „Ich würde nachts Sprinter auf der Offenbacher Landstraße kontrollieren. Bei mehr Einsatzwagen würden sich Einbrecher auch weniger trauen.“

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