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Projekt der Leberecht-Stiftung: Spannende Geschichten für gehörlose Kinder

Von Dank vieler großzügiger Spenden können gehörlose Kinder künftig spannenden Geschichten lauschen. Wie das möglich ist? Ein Kurzvideo – es wird auf der nächsten Gala der Leberecht-Stiftung ausgestrahlt – erklärt es.
Vor der Kamera stellte Moderatorin Sandra Lorenz von Rhein-Main TV FNP-Geschäftsführer Oliver Rohloff Fragen zur Leberecht-Stiftung. Foto: Christian Christes (CHRISTES) Vor der Kamera stellte Moderatorin Sandra Lorenz von Rhein-Main TV FNP-Geschäftsführer Oliver Rohloff Fragen zur Leberecht-Stiftung.
Frankfurt. 

Eigentlich ist sie unscheinbar, die kleine Zentrale des hessischen Landesverbands für Gehörlose. Doch derzeit zaubert sie zahlreichen gehörlosen Kindern weltweit ein Lächeln aufs Gesicht. Mit einer von der gemeinnützigen Leberecht-Stiftung zusammengetragenen Spende werden im hauseigenen Studio bis zu 20 Bilderbücher zu sieben bis 15-minütigen Filmen verarbeitet. Sie kommen ganz ohne Worte aus, die Videos. Denn ausdrucksstarke Moderatoren führen mit Gebärdensprache durch die Handlung.

Für ein größeres Publikum wurde gestern im benachbarten Raum ein dreiminütiger Tonfilm produziert, der Leberecht-Spendern das Bilderbuch-Projekt erklärt. Er wird erstmals bei der Charity-Gala am 12. November gezeigt.

Mit Hingabe, ohne Notizen

Ungekünstelt und ohne Sprechzettel äußerten sich die Initiatoren der visuellen Kinderbücher vor laufender Kamera zu ihrem Herzensprojekt. Der Kurzstreifen soll am Samstag, 12. November, auf der zweiten Charity-Gala für die Leberecht-Stiftung vor knapp 250 Gästen ausgestrahlt werden. „Er soll Transparenz schaffen“, erklärte Sven Müller, Organisator der Abendveranstaltung. „Die Spender sollen wissen, in welche Projekte ihre Gelder fließen und was ihre finanzielle Unterstützung bewirkt.“ Oliver Rohloff, Geschäftsführer sowohl dieser Zeitung als auch der Leberecht-Stiftung, erklärte: „Es ist unglaublich schön, dass eine Zeitung Menschen über das Schicksal Bedürftiger in Kenntnis setzen kann.“ Im Einzugsgebiet gebe es viele hilfsbereite Menschen, die Bedürftigen nur allzu gerne unter die Arme greifen würden.

„Außerdem kann die Frankfurter Neue Presse (FNP) über ihre Print- und Online-Ausgaben alle Spender darüber auf dem Laufenden halten, wie ihr Geld letztlich verwendet wird und berichten, wie sich die Begünstigten über die Unterstützung freuen“ ergänzte Sandra Schäfer, die alle Projekte mit großem Engagement begleitet. Von der letzten Initiative ist sie besonders begeistert. Schließlich handelt es sich bei Gehörlosen, um Menschen mit unsichtbaren Behinderungen, denen die Inklusion in die Gesellschaft nicht leicht fällt.

Keine Kinderreime auf dem Schulhof, keine Adventslieder zu Weihnachten. Eine stille, eine schweigsame Welt. Gehörlose Kinder müssen Vieles entbehren.

Auch für Sascha Nuhn, Vorstand des hessischen Landesverbands der Gehörlosen, war schon der erste Schrei im Kreißsaal geräuschlos. „Als ich noch ein kleiner Junge war“ erklärt er in Gebärdensprache – Dolmetscherin Franziska Elfferding übersetzt –, „hat mir meine Mutter vor dem Zubettgehen oft etwas vorgelesen.“ Dann habe er ihr – buchstäblich – an den Lippen gehangen. Ihre Stimme blieb ihm stets fremd. Doch die Bewegung ihres Mundes verlieh den geformten Worten Ausdruck. „Das Lippenlesen erfordert aber viel Konzentration“, weiß Nuhn. Befanden sich auf den Seiten Bilder, konnte er diesen kaum zusätzlich Beachtung schenken.

Geschichten zum Ansehen

Nun haben gehörlose Zwei- bis Vierjährige – und davon gibt es in Deutschland zigtausende – die Chance, ganz entspannt in altersgerechte Geschichten einzutauchen. Die 20 000 Euro – von der Leberecht-Stiftung bei der letzten Gala zusammengetragen – machen es möglich. 14 populäre Kinderbücher wurden bereits verfilmt und veröffentlicht. Sie sind im Internet unter www.dgs-kids.de/index.php/kindergeschichten-2 abrufbar. „Immer mehr Menschen schauen sich die Videos an“, erklärt Filmeditor Markus Maurer begeistert, auch er ist gehörlos. Im Monat seien es zwischen zehn und dreißigtausend. Drei seien derzeit in der Produktion, mindestens vier würden noch veröffentlicht.

Die Leberecht-Stiftung nahm im Dezember 1949 ihren Ursprung. Damals berichtete die FNP über das Leid elternloser Kinder. Gleichzeitig rief die Zeitung zu Spenden auf und löste eine Flut der Hilfsbereitschaft aus. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist aus aus dem Projekt eine bedeutende Institution geworden. Landeten anfangs noch 4000 Deutsche Mark in den Sammelbüchsen, können inzwischen jährlich sechsstellige Euro-Beträge ohne Verwaltungskosten für Hilfsmaßnahmen verwendet werden.

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