E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Neu-Isenburg 21°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Entwicklung: Stadt plant 100 Baustellen im Jahr 2018

Auch in diesem Jahr wird auf Frankfurter Straßen gebaut. Rund 100 Projekte sind geplant, mit denen Fahrbahnen auch leiser werden sollen. 31 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung. Ein Problem stellt sich aber durch die boomenden Baubranche.
Eine Baustelle in Frankfurt Foto: Rainer Rüffer Eine Baustelle in Frankfurt
Frankfurt. 

Rund 100 Straßenbauprojekte sind in Frankfurt für dieses Jahr geplant. Mit etwa 31 Millionen Euro werden Plätze umgestaltet, Neubaugebiete erschlossen und das 1450 Kilometer lange Straßennetz instand gehalten. Unter den geplanten Maßnahmen gebe es viele kleinere Eingriffe, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Der denkt da beispielhaft an die Straßenbahn-Haltestelle Hugo-Junckers-Straße, die barrierefrei werden soll. Aber auch bei größere Projekte, die 2017 begonnen wurden, geht es in diesem Jahr weiter.

Eine Baustelle in Frankfurt Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Eine Baustelle in Frankfurt

Seit April wird etwa auf der Eschersheimer Landstraße gebaut. 4,45 Millionen Euro sind veranschlagt, damit der Abschnitt zwischen Hügelstraße und Weißer Stein einen durchgängigen Radweg und 32 neue Bäume erhält. Eine neue Straßendecke soll dazu beitragen, dass der Verkehr leiser vorbeifließen. Außerdem können Radfahrer künftig auf dem Abschnitt zwischen Kleinschmidter Straße und der Straße Am Lindenbaum die Escherheimer Landstraße überqueren. Im Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sagt Andreas Jung vom Straßenbauamt.

Probleme durch Bau-Boom

Mit den Zeitplänen ist es jedoch so eine Sache. Derzeit komme es vor, sagt Oesterling, dass sich keine Baufirma auf die Ausschreibung der Stadt meldet. So habe es etwa drei Anläufe gebraucht, um Unternehmen zu finden, die die Fahrstühle an der U-Bahn-Haltestelle Eschenheimer Tor installieren. Die Baubranche boomt und die Stadt steht in Konkurrenz zur Privatwirtschaft. Deshalb haben Straßenbauamt und Verkehrsdezernat auch Schwierigkeiten, freie Personalstellen zu besetzen. „Stellen mit niedrigeren Einkommen sind wegen der hohen Mieten in Frankfurt unattraktiv und Bauingenieuren können in privaten Unternehmen mehr verdienen“, sagt Oesterling.

Stellt sich zudem während der Bauphase heraus, dass unvorhersehbare Arbeiten nötig sind, müssen die zusätzlichen Kosten erst genehmigt werden. Um solche Nachanträge zu bearbeiten, brauche die Stadt sehr lange, sagt etwa Bernhard Ried von der Baufirma Wilhelm Merten GmbH. „Manchmal müssen wir daher anderthalb Jahre auf unser Geld warten.“ Noch seien die Auftragsbücher aber nicht so voll, dass die Stadt als Auftraggeber unattraktiv werde.

Auch der Bau an der Hanauer Landstraße habe sich mangels ausführender Baufirmen, um mehr als ein Dreivierteljahr verzögert, erklärt Oesterling. Auch dort geht es in diesem Jahr weiter. Fertig werde die Neckermann-Brücke aber erst Anfang kommenden Jahres. Knapp 10 Millionen Euro werde der Neubau kosten, sagte Nicole Vogel vom Straßenbauamt. Die Brücke sei an ihre Lastengrenze gekommen, weshalb man sich für einen Neubau in verkleinerter Form entschieden hatte, obwohl die Straßen des Frankfurter Ostens durch den Bau des Riederwald-Tunnels häufig überlastet seien. Man hoffe jedoch noch vor den Sommerferien Ende Juni den Straßenbahnverkehr freigeben zu können.

Mit dem Geld gestaltet das Straßenbauamt auch die Innenstadt neu. Die Konstablerwache erhält einen neuen Plattenbelag und die Fußgängerzone der Zeil wird auf die Reineckestraße erweitert. Von April bis Oktober ist der Bau geplant.

Bis zur zweiten Hälfte des Jahres werden die Oberräder warten müssen, bis der Verkehr auf der Offenbacher Landstraße nicht mehr von der Baustelle beeinträchtigt wird. Zwischen Scheerengasse und Buchrainplatz werden Fahrbahn und Gehweg erneuert. Außerdem wird man die Straßenbahnhaltestelle Bleiweißstraße dann „barrierefrei“ nennen können.

Auch in Höchst wird gebaut

In Höchst geht das Straßenbauamt in diesem Jahr den letzten Abschnitt der Königsteiner Straße an. Auf 150 Metern bekommt die Straße, wie auch die Euckenstraße, eine neue Fahrbahndecke. Zwischen Juni und August kommen die Höchster dann in den zweifelhaften Baustellen-Genuss.

Die Frankfurter, die in diesem Jahr vor Baustellenampeln und im Verkehrsstau werden warten müssen, bat Oesterling um Verständnis. „Dass Frankfurt jeden Tag im Verkehrschaos versinkt, kann man aber nicht sagen.“ Da aber Frankfurt jedes Jahr wächst, stellt sich die Frage, wann das Verkehrsnetz an seine Grenzen stößt. „Setzt man nur auf Auto oder Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sagt Sebastian Heil vom Automobilclub-Verkehr, wird man die Herausforderungen nicht meistern können.“ Zusätzlich sollten Ansätze wie Car-Sharing oder Plattformen für Fahrgemeinschaften gefördert werden. Auch Oesterling sieht dieses Problem und will die vorhandene Infrastruktur des ÖPNV stärker auslasten. „Das heißt, dass Bahnen mit zusätzlichen Wagen fahren und Busse durch Gelenkbusse ersetzt werden.“ Dann wird man für die längeren Busse einige Haltestellen aber umbauen müssen.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen