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Vorschlag: Staranwalt fordert eine glanzvolle Frankfurter Oper

Das marode Bühnengebäude begreift der Frankfurter Rechtsanwalt Wilhelm Haarmann als Chance: Die Stadt sollte sich ein neues, aufregendes Opernhaus gönnen. Die städtischen Bühnen sollen an anderer Stelle in neuem Glanz erstrahlen.
Sydney hat einen, Hamburg auch und München plant gerade einen – nur Frankfurt hat noch keinen architektonisch herausragenden Musentempel für Oper und Konzerte. Wilhelm Haarmann könnte sich ein aufregend gestaltetes neues Opern-Gebäude an der Stelle des alten Deutsche-Bank-Gebäudes am Rossmarkt vorstellen. Wir haben das mit einer Fotomontage mit dem Siegerentwurf des neuen Konzerthauses, das die Stadt München in der Nähe ihres Ostbahnhofs plant, getestet. Die Pläne für dieses Gebäude stammen vom Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus dem österreichischen Bregenz. Es macht durch viel Glas und eine ungewöhnliche Form von sich reden. Sydney hat einen, Hamburg auch und München plant gerade einen – nur Frankfurt hat noch keinen architektonisch herausragenden Musentempel für Oper und Konzerte. Wilhelm Haarmann könnte sich ein aufregend gestaltetes neues Opern-Gebäude an der Stelle des alten Deutsche-Bank-Gebäudes am Rossmarkt vorstellen. Wir haben das mit einer Fotomontage mit dem Siegerentwurf des neuen Konzerthauses, das die Stadt München in der Nähe ihres Ostbahnhofs plant, getestet. Die Pläne für dieses Gebäude stammen vom Büro Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus dem österreichischen Bregenz. Es macht durch viel Glas und eine ungewöhnliche Form von sich reden.
Frankfurt. 

Während die Politiker noch immer erschrocken auf die Zahlen starren, fordert der Frankfurter Rechtsanwalt Wilhelm Haarmann von seiner Stadt den Mut zur Größe: Statt das Gebäude der Städtischen Bühnen zu sanieren, solle sich Frankfurt besser ein repräsentatives Opernhaus bauen – so wie es Städte wie Kopenhagen, St.  Petersburg oder Oslo in jüngster Vergangenheit getan haben.

Der Vorzeigebau sollte aber nicht an den Willy-Brandt-Platz, dort solle der Bühnenbetrieb ungestört weiterlaufen. „Mir geht es vor allem um den Inhalt, wir haben aktuell eine der besten Opern im deutschsprachigen Raum, sie muss weiterarbeiten können“, sagt Haarmann, der so gut wie keine Frankfurter Premiere verpasst. Fünf Jahre Pause wegen Bauarbeiten oder auch ein Gastspiel an einer provisorischen Spielstätte kann er sich nicht vorstellen: „Dann wäre alles kaputt.“

Wolfgang Haarmann vertritt als Rechtsanwalt große Unternehmen. Privat verpasst er kaum eine Opernpremiere. Bild-Zoom
Wolfgang Haarmann vertritt als Rechtsanwalt große Unternehmen. Privat verpasst er kaum eine Opernpremiere.

Die neue Oper könnte seiner Meinung nach anstelle des alten Deutsche-Bank-Gebäudes am Rossmarkt stehen. Ein gute Lage wäre laut Haarmann auch eine Adresse zwischen dem Karmeliterkloster und dem Römerberg. Er könnte sich den Neubau auch an der Neuen Mainzer Straße vorstellen, wo bislang die Frankfurter Sparkasse sitzt. Oder an der Taunusanlage, wo bislang noch die Bundesbank ihre hessische Landeszentrale betreibt. „Das sind alles Ideen, ich habe bislang nichts davon auf konkrete Machbarkeit geprüft“, schränkt Haarmann ein. Aber wenn es den Willen dafür gäbe, fände sich auch ein Platz.

Keine Leuchttürme

Der Jurist zählt zu den einflussreichsten Anwälten Deutschlands. Der Wahl-Frankfurter hatte im Jahr 2000 mit seiner damaligen Kanzlei den britischen Mobilfunkriesen Vodafone beraten, als der sich unbedingt die deutsche Mannesmann AG einverleiben wollte. Für 180 Milliarden Euro ging der Deal schließlich über die Bühne, eine der teuersten Übernahmen bis heute. Inzwischen ist der 66-Jährige Partner der Anwaltssozietät Linklaters.

„Frankfurt hat kaum herausragende Architektur zu bieten. Die Skyline ist eine gute Kulisse, aber es fehlt an aufregenden Gebäuden“, urteilt er und hat dabei die Hamburger Elbphilharmonie vor Augen: „Sehen Sie sich an, welche riesigen Touristenströme sie anzieht, die Konzerte sind auf Jahre ausverkauft.“ Die mehr als 800 Millionen Euro, die es laut Gutachten kostet, das Gebäude für Oper und Schauspiel zu sanieren oder neu zu bauen, entsprechen in etwa den Baukosten für das bejubelte Konzerthaus der Hansestadt.

Haarmann wünscht sich einen solchen Magneten für Frankfurt. Oder sogar zwei davon: „Wenn die neue Oper eröffnet ist, könnte am Willy-Brandt-Platz neu gebaut werden.“ Und zwar nicht nur ein Theatergebäude, Haarmann wünscht sich auch noch einen neuen Konzertsaal. „Das sind Investitionen für die nächsten 50 bis 100 Jahre, das würde Frankfurt kulturell nach vorne bringen.“ Wenn sich die Stadt, die nur ein Zehntel der Einwohner Londons hat, so gerne mit den großen Metropolen der Welt vergleiche, „dann muss sie auch an diesen Dingen arbeiten“, findet der Rechtsanwalt. Weil das natürlich teuer ist, sei er bereit, in der Frankfurter Bürgerschaft um Mäzene für diese Leuchtturmprojekte zu werben. „Aber natürlich müsste auch das Land für die Kultureinrichtungen in seiner größten Stadt endlich mehr bezahlen“, fordert Haarmann.

Planung mit Rotstift

Er ist nicht der Erste, der in der Bühnen-Diskussion für repräsentative Neubauten plädiert, die vielleicht einmal zu Weltruhm kommen könnten. Aber allzu laut ist der Ruf nach einem Neuanfang dieser Art bislang noch nicht. Im Römer wird eifrig geplant, was mit weniger Geld zu erreichen wäre. Allerdings war auch aus der Römer-Koalition schon zu hören, dass man bei einem Neubau an die 1950/60er Jahre anknüpfen müsse, als in Frankfurt eine der modernsten Bühnen Europas entstand.

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