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Künstler-Duo lädt zum festlichen Poetry-Slam ins Restaurant „Horst“: Weihnachten feiern sie schon im September

Poetry Slam ist ein Poesiewettstreit, bei dem selbst geschriebene Texte vorgetragen werden. Die Künstler Christian Reccius und Clemens Naumann moderieren ihren eigenen „Slam“ – der einmal im Jahr unter einem ganz besonderen Motto steht.
Das Weihnachtsfest mit all seinen Begleiterscheinungen interessiert die Leute nicht erst im Dezember, davon sind Clemens Naumann (Raban Lebemann, links) und Christian Reccius (alias Jan Cönig) überzeugt. Und deshalb laden sie zum festlichen Poetry-Slam ins Gallus ein. Foto: Maik Reuß Das Weihnachtsfest mit all seinen Begleiterscheinungen interessiert die Leute nicht erst im Dezember, davon sind Clemens Naumann (Raban Lebemann, links) und Christian Reccius (alias Jan Cönig) überzeugt. Und deshalb laden sie zum festlichen Poetry-Slam ins Gallus ein.
Gallus. 

„Weihnachten im Sommer – was ist das denn für eine Schnapsidee?“ Das war die erste Reaktion von Clemens Naumann, nachdem sein Freund Christian Reccius ihm von seiner Idee erzählte im August einen Poetry-Slam Abend mit Weihnachtsmotto zu veranstalten. Doch nach kurzer Bedenkzeit war Naumann von der Idee überzeugt. Dieses Jahr geht das unkonventionelle Fest bereits in die zweite Runde – am kommenden Donnerstag ist es wieder soweit.

„So läuft es bei uns häufig“, erzählt Reccius. Einer von beiden käme mit einem verrückten Vorschlag, der dann beim Publikum erstaunlich gut ankäme. Im vergangenen Jahr haben sich die beiden dazu entschlossen, aus der fixen Idee des sommerlichen Weihnachtsfests Wirklichkeit zu machen. Bei ihren Fans kam der weihnachtliche Abend auf jeden Fall gut an, denn sie wurden gefragt, ob das Fest auch in diesem Jahr schon vorgefeiert werden soll.

Der Hitze Tribut gezollt

Nur wurden die Feierlichkeiten einen Monat nach hinten verschoben. „Es war viel zu warm!“, sagt Clemens Naumann, der im vergangenen Jahr bei sommerlichen Temperaturen im Winter-Outfit das Scheinwerferlicht ertragen musste.

Kennengelernt haben sich die Freunde 2014 bei der Poetry-Slam-Meisterschaft. „Irgendwann ging es dann über das Treffen auf der Bühne hinaus und wir haben uns auch privat angefreundet“, erzählen sie.

Publikum beeindrucken

Reccius und Naumann nennen sie sich nur privat. Bekannt sind sie in der Poetry-Slam Szene stattdessen als Jan Cönig und Raban Lebemann. Trotz langjähriger Erfahrung, können die beiden nur schwer erklären, was genau Poetry-Slam eigentlich ist. „Dafür ist es nicht einheitlich genug“, sagt Christan Reccius. Dem Publikum wird ein selbst geschriebener Text vorgetragen. Dabei ist es egal, ob er lyrisch oder prosaisch ist, es geht nur darum das Publikum zu beeindrucken. Ebenso wenig sind die Themen festgelegt. Die Texte können lustig sein, von alltäglichen Situationen erzählen oder tiefgründig Probleme thematisieren, um zum Nachdenken anzuregen.

Um was genau es geht, liegt ganz beim Künstler. „Ich liebe es, Menschen zum Lachen zu bringen“, sagt Clemens Naumann. Dabei sei es ihm wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Am meisten Spaß mache es ihm, sich über etwas aufzuregen – egal ob über den Bio-Wahn oder Junggesellenabschiede. Auch Christan Reccius legt sich nicht auf ein Thema fest. „Wir sind automatisch auch die Sprache unserer Generation“, findet er. Deswegen thematisiert er, was junge Menschen bewegt, etwa Digitalisierung, WG-Leben oder die Liebe.

Wenn man Slammer wird, muss „grundsätzlich etwas in der Erziehung schief gelaufen sein“, scherzt Naumann. In Wirklichkeit wüchse ein Neuling einfach in die Szene hinein, sagt er später. Es gebe keine Kunst in der Newcomer so schnell integriert werden. „Beim Poetry Slam treten Leute, die das erste Mal auf einer Bühne stehen, in derselben Show auf wie Profis, die das seit Jahren machen“, stellt auch Reccius fest. Schnell ist klar, dass beide für ihr Hobby brennen. Manchmal fahren sie für einen fünf- bis zehnminütigen Auftritt mehrere Stunden. Doch laut Reccius gebe es eben kein besseres Gefühl als zu einem Veranstaltungsort zu fahren und dort sagen zu können, man sei einer der Künstler und damit Teil der Show. Besonders über Lob der Zuschauer freuen sich beide. „Wenn mir nach dem Auftritt jemand sagt, dass er selten so gelacht habe oder dass mein Text ihn wirklich zum Nachdenken gebracht hätte, dann bedeutet mir das unglaublich viel“, sagt Naumann.

Wer die beiden „Spaßvögel“ live auf der Bühne erleben möchte, kann jeden ersten Donnerstag des Monats zum „Horst“ in die Kleyerstraße 15 kommen. Dort moderiert das Duo den poetischen Wettkampf zwischen sechs Teilnehmern. Die besondere Festtagsstimmung beim Sommer-Weihnachten ist aber nur kommenden Donnerstag, 7. September, zu erleben. Einlass in das „Horst“ ist um 19 Uhr, der Wettstreit mit Worten beginnt dann um 20 Uhr.

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