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Sammlerbörse: Wo Eintracht-Relikte über den Tisch gehen

Im Eintracht-Museum in der Commerzbank steigt die nunmehr zehnte Auflage der Sammlerbörse. Zwischen Autogrammkarten, Panini-Alben und alten Fanschals findet sich auch so manche seltene Kuriosität.
Hans-Joachim Wolff und Sohn Elias haben zur Sammlerbörse im Eintracht-Museum ein Stadionschild aus dem Waldstadion mitgebracht, dem Vorgänger der Commerzbank-Arena. Verkaufen möchten sie das Relikt aber nicht. Hans-Joachim Wolff und Sohn Elias haben zur Sammlerbörse im Eintracht-Museum ein Stadionschild aus dem Waldstadion mitgebracht, dem Vorgänger der Commerzbank-Arena. Verkaufen möchten sie das Relikt aber nicht.
Sachsenhausen. 

Gerhard Müller hat den Weg aus Grünberg im Vogelsberg auf sich genommen, um zum ersten Mal bei der Sammlerbörse im Eintracht-Museum dabei zu sein. Hätte er den Gartenzwerg doch nur zuhause gelassen, bereut er. Die Figur in rotem Eintracht-Trikot und roter Zipfelmütze gehört zu den begehrtesten Artikeln. „Ständig kommt jemand und möchte ihn kaufen“, berichtet Müller. 100 Euro habe ein Interessent geboten. Doch mit der Zahl der Angebote steigt gleichzeitig auch seine Liebe zu dem seltenen Stück. „Ich hab’ mich nun entschieden, ihn zu behalten“, sagt er und hält den Gartenzwerg mit seiner Frau hoch, als wäre er ihr Kind.

Seit 2009 treffen sich Freunde von Fußball-Devotionalien einmal jährlich im Eintracht-Museum in der Commerzbank-Arena. Massenweise Autogrammkarten werden feilgeboten, Panini-Alben, alte Trikots und Fanschals. Seltenheitswert hat vieles davon, aber ausgefallene Stücke muss man lange suchen.

Müller hat den Eintracht-Gartenzwerg von einem Bekannten, der ihn wiederum von seinem verstorbenen Bruder geerbt hat. In den 80er-Jahren sei die Figur eine Weile lang offiziell verkauft worden, hat er herausgefunden. Wie viele es davon gibt, weiß Müller nicht: „Ich kenne nur den einen.“ Stammgast der Börse ist seit vielen Jahren Othmar „Doc“ Hermann. Durch seine Finger sind manche schräge Fan-Artikel gegangen. „Die größten Schätze lässt man aber natürlich zuhause“, erklärt er und sucht dann doch nach einem einzigartigen Sammlerstück in seinem Repertoire.

Johannes (50) hat in seiner Sammlung Eintrittskarten eines Fußballturniers, über das die Welt noch heute diskutiert. Er ist im Besitz von Tickets aller Spiele, die die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1966 in England ausgetragen hat, von den Gruppenspielen bis zum legendären Finale in London, das Deutschland durch das berühmte „Wembley-Tor“ verlor.

Gut erhaltene Tickets

„Die Karten habe ich für 20 Euro auf einem Flohmarkt erworben. Sie sind sehr gut erhalten. Der einstige Besitzer hat wohl selbst alle Spiele verfolgt, weil ich mitsamt den Karten auch einen Turnierpass gekauft habe“, berichtet Johannes. Nun wartet er auf ein gutes Angebot. Der Käufer kann sich glücklich schätzen. Wie der Sammler verrät, lassen sich die Eintrittskarten sicher für einige hundert Euro verkaufen.

Ähnliche Preise könnte auch Hans-Joachim Wolff für ein Stück Blech erzielen. Über eine Kleinanzeige hat er ein Schild gekauft, das einst im Waldstadion hing, dem Vorgänger der Commerzbank-Arena. „Das Besondere ist, dass zu lesen ist, wo das Schild einst hing: Im Block 5 in der Haupttribüne“, sagt Wolff, der noch immer nicht weiß, ob er das Andenken verkaufen oder doch lieber behalten soll: „Ich bin mit dem Waldstadion aufgewachsen, mir ist an dem Schild sehr gelegen. Bekommen wird es wohl mein Sohn, der es vor der Börse schon in seinem Zimmer versteckt hatte.“

Bunte Pudelmütze

Inzwischen ist auch „Doc“ Hermann fündig geworden. Von einem anderen Sammler im Eintracht-Museum hat er eine bunte Pudelmütze gekauft, die auf den ersten Blick keinen Bezug zur Eintracht hat. Doch er wäre nicht der „Doc“, könnte er die Herkunft der Mütze nicht ebenso ermitteln wie die fast aller anderen Fußball-Devotionalien: „Sie wurde für die Zuschauer des Endspiels im Glasgower Hampton-Park im Jahr 1960 hergestellt. Die Eintracht hat damals vor 137 000 Zuschauern gegen Real Madrid gespielt“, schwärmt Hermann, der selbst nicht im Stadion war. Dann setzte er die Mütze auf und grinst, als freue er sich noch immer über den damaligen Finaleinzug seiner SGE.

32 Tische haben Hermann und die anderen Sammler mit Fanartikeln gefüllt. Thomas Müller vom Eintracht-Museum organisiert die Börse seit ihrer Premiere. Mit der Resonanz ist er nach wie vor zufrieden: „Wir wünschen uns allerdings ein paar mehr junge Sammler.“ Doch um wahre Schätze wie Gartenzwerge, Stadionrelikte und Europapokal-Pudelmützen zu ergattern, braucht es auch weiterhin Tipps vom „Doc“ und anderen routinierten Sammlern.

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