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Unikate geschaffen: 600 Luther-Gläser in Handarbeit graviert

Von Vor zwei Jahren hat Anja Wirth-Böhm Arnoldshain zum 800. Geburtstag der Arnoldshainer Kirche gravierte Jubiläumsgläser mit dem Gotteshaus angeboten. Ihre Unikate gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln. Zum großen Lutherfest der Kirchengemeinde legt die Hobbykünstlerin nach mit vier verschiedenen Motiven auf unterschiedlichen Glasformen.
600 Gläser sind graviert und werden am Lutherfest verkauft. Die Hobbykünstlerin ergänzt gerne noch Namen des Käufers oder Beschenkten. Bilder > Foto: Evelyn Kreutz 600 Gläser sind graviert und werden am Lutherfest verkauft. Die Hobbykünstlerin ergänzt gerne noch Namen des Käufers oder Beschenkten.
Arnoldshain. 

Martin Luther, der bekanntlich kein Kind von Traurigkeit war, zwinkert einem von einem Bierkrug beim Trinken zu. Nicht nur ihn hat Anja Wirth-Böhm auf Glas verewigt. Zum großen Lutherfest der evangelischen Kirchengemeinde Arnoldshain am 26. und 27. August, hat die Küsterin mit der kreativen Ader 600 gravierte Jubiläumsgläser hergestellt.

„In Wittenberg gibt es vieles „Made in China“ und ich wollte für unser Fest etwas anbieten, das es so sonst nirgends gibt und vor allem „Made in Arnoldshain“ ist. Vor zwei Jahren zum Arnoldshainer Kirchengeburtstag wurden ihr über 200 Sekt- und Kindergläser förmlich aus den Händen gerissen. Fürs Lutherfest wollte sie außerdem Bierkrüge anbieten und hatte verschiedene Motive entworfen. Der Kirchenvorstand hatte dann beschlossen, dass sie insgesamt 600 Gläser anfertigen soll. Das war vor über einem Jahr.

„Am Anfang dachte ich immer, ich habe noch genug Zeit und bin locker an die Sache herangegangen“, meinte die Hobbykünstlerin. Dann hat sie täglich drangesessen. Schon bald merkte sie: „Das geht an die Grenze des Machbaren für eine private Aufgabe.“

20 Minuten fürs Glas

Doch was die Küsterin verspricht, das hält sie auch. Mit der Zeit ging die Arbeit zwar flotter von der Hand, aber pro Glas brauchte sie trotzdem mindestens 20 Minuten. Täglich hat sie gearbeitet, häufig solange, bis die Hand anfing zu zittern. „Das Gravieren der Bierkrüge war noch am Leichtesten, da konnte ich wenigstens die Hand am Henkel immer einmal ablegen“, erzählt sie.

Nicht nur sie ist froh, dass sie ihr Pensum jetzt geschafft hat. Weil sie anfangs zu Hause immer den Wohnbereich blockiert hat und der Glasschleifer Geräusche wie beim Zahnarzt macht, hat sie sich dann extra einen Arbeitsschreibtisch im Obergeschoss eingerichtet. „Mein Mann und meine Tochter sollten keinen Gehörschaden kriegen“, meint sie schmunzelnd.

Beim Lutherfest können die Besucher ihr bei der Arbeit über die Schulter schauen. Denn die vier Motive auf den verschiedenen Gläsern sind von ihr vorgefertigt, können aber auf Wunsch noch mit dem Namen des Käufers oder zu Beschenkenden versehen werden.

Eine Sache des Gefühls

Wenn jemand eine kreative Ader hat und dazu handwerkliches Geschick, dann sind das schon beste Voraussetzungen zum Gravieren. Aber ohne eine ruhige Hand gibt es entweder Ausschuss oder außergewöhnliche Darstellungen.

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Und wie sehen die Gläser aus? Direkt nach dem Festgottesdienst stehen beim Sektempfang die Sektgläser mit der eingravierten Luther-Rose im Mittelpunkt. Die Kirchengemeinde spendiert den Gottesdienstbesuchern den ersten Sekt zum Anstoßen auf das Lutherfest.

Auf den Wasser- oder Limonadengläsern für Kinder befindet sich entweder die Wartburg oder Martin Luthers berühmter „Apfelbäumchenspruch“. Letzterer ist aus Sicht von Wirth-Böhm auch bestens geeignet als Taufgeschenk. „Da kann ich auch später gerne noch den Namen des Täuflings eingravieren“, stellt sie in Aussicht.

Bierkrüge mit Lutherbier

Besondere Hingucker sind die großen Bierkrüge mit dem Konterfei des großen Reformators. Um diese auch standesgemäß zu füllen hat Pfarrer Christoph Wildfang für das zweitägige Fest in Arnoldshain aus Halle extra Luther-Bier bestellt. „Das Reformationsbier ist ein feinherbes Pilsener, dass Luther bestimmt gut geschmeckt hätte“, meint der Pfarrer.

Sekt-, Wasser- oder Limonadengläser zu 7 Euro und die Bierkrüge zu 9 Euro werden auch am zweiten Tag des Lutherfestes während des Kreativmarktes angeboten. Wirt-Böhm hofft, dass viele Festbesucher eine solche Erinnerung an diesen Tag und das Lutherjahr erwerben. Auf allen Gläsern steht auf der Rückseite „500 Jahre Reformation“ und alle Motive und Schriftzüge sind garantiert in liebevoller Handarbeit eingraviert.

Die Gewinne aus dem Gläserverkauf gehen an die evangelische Kirchengemeinde.

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