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Weltkatzentag: Alles für die Katz’

Heute ist es wieder soweit: Wir feiern den „Weltkatzentag“. Ausgerufen – angeblich – vom International Fund for Animal Welfare (IFAW). Da lachen ja die Hühner, pardon die Katzen. Denn den Tag gibt es eigentlich gar nicht. Unsere Gastschreiberin Lissy „erzählt“.
Schreiben macht ganz schön müde: Lissy von und zu Laubach bewacht auch noch im Schlaf die (PC)-Maus. Foto: Corina Appel Schreiben macht ganz schön müde: Lissy von und zu Laubach bewacht auch noch im Schlaf die (PC)-Maus.
Laubach. 

Da bin ich wieder, Eure Lissy von Laubach, Expertin für alle Katzen-Fragen. Letztes Jahr haben mich die Schreiberlinge hier einfach unter den Tisch fallen lassen (wofür ich mich mit Ignoranz revanchiert habe). Dieses Jahr darf ich wieder aus meinem Katzenleben plaudern. Allerdings: Der autofreie Weiltalsonntag hat mich von meinem rechtmäßigen Platz auf Seite Eins der Usinger Neuen Presse verdrängt. Jetzt erzähle ich halt hier – bin ja auch eine Grävenwiesbacher Mieze. Allerdings: Die Rache ist mein.

Im Grunde bin ich ein recht unkompliziertes Wesen. Wenn ich bekomme, was ich will. Hält sich mein Mensch dran, kommen wir bestens miteinander aus. Kriege ich es nicht, gibt es zwei Möglichkeiten: Ich werde penetrant oder ignorant. Heißt: Will mich mein Mensch mal wieder streicheln, dann greift er ins Leere. Denn durch meinen Instinkt und durch meine Tasthaare winde ich mich so unter der sich annähernden Hand weg, dass sie nicht mal meine Fellspitzen berühren wird.

Das trübt allerdings unsere Beziehung keineswegs. Mein Mensch – in meinem Fall ist es eine Menschin – mag es ja, dass ich mein eigenes Köpfchen habe, sonst hätte sie sich einen Hund zugelegt. Sorry Hunde, wenn ich euch jetzt zu nahegetreten bin. Dazu muss ich sagen, es gibt auch einige, die ich mag. Die von der Nachbarin zum Beispiel. Vier Stück, in allen Größen. Sie wohnen hinter einem schmiedeeisernen Hoftor. Und wenn ich da lang spaziere, um mal wieder Miau zu sagen, werde ich immer mit fröhlichem Gebell begrüßt. Natürlich weiß ich, dass ich schön bin, aber als Katze zeige ich den Vieren dann trotzdem die kalte Schulter. Und vom Pfosten des Tores aus, beobachte ich ihre Freudentänze, oder was das sein soll. Okay, mit Hundesprache kenne ich mich nicht so wirklich gut aus. Also, meine Menschin weiß schon, warum sie mich einst vom Tierschutz geholt hat. Ich schmuse mit ihr, auch wenn sie arbeiten will. Mit mir hat sie immer Unterhaltung, vor allem, wenn der Napf leer ist. Und sie wird zu jeder Tages-, Nachts- oder Jahreszeit warmgehalten. Auch bei 30 Grad im Schatten. Dabei schnurre ich ihr was Nettes ins Ohr. Das ist besser als jede Meditation. Und sie bleibt auch immer ganz ruhig sitzen. Liegt vielleicht mit daran, dass ich sonst meine Haltegriffe ausfahre.

Nun kommen wir aber mal zum heutigen „Feier- und Gedenktag“. Das ist typisch Mensch, behaupte ich mal. Da hat einer irgendwann mal gesagt, es gibt einen Welttag der Katzen und alle Freunde meiner Spezies haben sich mit „Hurra“ angeschlossen. Finde ich ja toll, dass damit wohl ursprünglich mal auf das Elend hingewiesen werden sollte, in dem einige Kollegen meiner Gattung leider noch immer leben müssen. Mittlerweile hat sich allerdings daraus etwas entwickelt, das wohl unter dem Motto steht: „Wie schütte ich meiner Katze das Füllhorn an Liebe am besten über?“ Gegen eine weitere Schmuse-Einheit ist ja nichts einzuwenden. Wenn ich Lust dazu habe, versteht sich. Aber ansonsten lautet mein Motto: Dafür brauchst du nicht einen Tag im Jahr auszusuchen, Mensch. Das kannst du das ganze Jahr über haben.

Trotzdem hat der IFAW niemals einen solchen Tag ausgerufen – sagt er. Egal. Jetzt ist er da und gehört zu den Kuriositäten unter den Gedenktagen. Also wollen wir es dabei belassen. So sind sie die Menschen. Einer sagt was und viele machen mit. Die Amerikaner sind noch besser drauf mit ihren Kuriositäten. Die fangen schon am 2. Januar mit dem Katzen-Neujahrstag an. Und wenn „the Cat“ sie fragend anschaut, können sie ihr am 22. Januar zum „Beantworte-die-Fragen-Deiner-Katze“-Tag erklären, wieso Katzen ihren eigenen Neujahrstag haben müssen. Den „Respektiere-Deine-Katze-Tag“ am 28. März sollte es eigentlich nicht geben. Das ist doch wohl 365 Tage im Jahr selbstverständlich. Bei uns zu Hause zumindest. Es gibt für uns Stubentiger ja auch keinen „Respektiere-Deinen-Menschen-Tag“.

Am 4. Juni war „Umarme-die-Katze“-Tag. Da muss ich ein bisschen schmunzeln, wenn ich mir vorstelle, wie jemand sich einfach meinen Kumpel Wallace schnappen und umarmen will. Naja, das Usinger Krankenhaus ist nicht weit entfernt. Der Blutverlust dürfte bis dahin also nicht lebensbedrohlich werden. Und für alle meine schwarzen Kollegen gibt es am 17. August in Amerika noch einen Extra-Gedenktag: Den Tag der schwarzen Katze. Der ist wohl aufgrund eines Aberglaubens entstanden. Wenn eine Black Cat von links nach rechts über Straße läuft – oder doch anders herum? –, dann passiert ein Unglück. Und Hexen haben alle schwarze Katzen. Klar! Ich kann Euch versichern: Sie haben auch getigerte und farbige. Aber davon vielleicht beim nächsten Katzentag mehr. Bis dahin: Lasst es mir gut gehen. Eure Lissy von Laubach.

(cwa)
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