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Kreativtreff in Neu-Anspach: Alten Dingen noch eine Chance geben

Von Man muss nicht immer alles, was man nicht mehr benötigt, gleich wegwerfen. Sandy Raabe, Ursel Oestreich und Marianne Albrecht zeigen ab morgen im Café Hartel, was aus alten Dingen noch werden kann.
Eine Geschenkverpackung für Flaschen, ein Täschchen aus drei Hemden: Marianne Albrecht (links) und Ursel Oestreich zeigen, was aus abgelegten Sachen werden kann. Eine Geschenkverpackung für Flaschen, ein Täschchen aus drei Hemden: Marianne Albrecht (links) und Ursel Oestreich zeigen, was aus abgelegten Sachen werden kann.
Neu-Anspach. 

Die Jeans hat ein Loch? Das Hemd ist zerschlissen? Das alte Spitzendeckchen ist unmodern? Ab damit in die Mülltonne! So einfach machen es sich die meisten Menschen, so muss es aber nicht laufen. Sandy Raabe, hauptamtliche Mitarbeiterin im Caritas-Laden in der Bahnhofstraße, zumindest plädiert dafür, alten Lieblingsstücken noch eine zweite Chance zu geben. Gemeinsam mit Ursel Oestreich, die das von der Bildungsstätte Alte Schule Anspach betriebene Café Hartel leitet, lädt sie deshalb ab sofort zum offenen Kreativtreff in die Räume in der Taunusstraße 9 ein. An jedem letzten Dienstag im Monat soll gebastelt, gehäkelt, gestrickt, genäht und gestickt werden.

Upcycling heißt der nicht mehr ganz so neue Trend: Hier entsteht aus alten Dingen, die sonst im Abfall landen würden, doch noch etwas Schönes. Und das ist gleich in mehrfacher Hinsicht gut: Es spart Ressourcen, dient dem Umweltschutz und hilft, Geld zu sparen. Eine Idee, hinter der Sandy Raabe voll und ganz steht. Sie erlebt in dem in der Bahnhofstraße beheimateten Sozialkaufhaus der Caritas, was die Leute so alles aussortieren. Das meiste davon lässt sich noch zu einem kleinen Preis verkaufen, manchmal aber sind auch Sachen dabei, die nichts mehr sind, aus denen sich aber immer noch etwas Neues machen lässt.

„Fair-werten“

Unter dem Motto „Fair-werten“ sind sieben Ehrenamtliche der Caritas deshalb bereits seit Ende vergangenen Jahres dabei, aus alten Zeitungen, Textilien und anderen Materialien neue nützliche Dinge anzufertigen. Zum ersten Mal wurden diese im vergangenen Jahr mit großem Erfolg auf dem Nikolausmarkt und später dann im Café Hartel in einer Vitrine angeboten und gegen eine Mindestspende verkauft. „Die Ideen entstehen im Team“, erklärt Sandy Raabe und zeigt beispielsweise zwei Weihnachtskarten, die mit Wollfäden und Knöpfen gestaltet wurden, ein mit einem Spitzendeckchen und einem Stück Stoff verziertes Windlicht und eine Geschenkverpackung für Flaschen, die aus einem Hemdärmel entstanden ist. Das Gute daran: Sie lässt sich – im Gegensatz zu einer Verpackung aus Papier – immer wieder verwenden.

Eine der besonders kreativen Ehrenamtlichen ist Marianne Albrecht. Eine Nähmaschine benötigt die Seniorin nicht, sie fertigt alles mit der Hand, und was da so entsteht, ist einfach toll.

Jeans wird eine Tasche

Aus kaputten Jeans näht sie Handtaschen – gefüttert mit Reststoffen, ausgestattet mit einer kleinen Innentasche und verziert mit Borten und Litzen. Wahre Schmuckstücke sind auch die kleinen Täschchen, die aus drei Hemden entstanden sind. Eine von ihnen ist mit einem beschichteten Stoff gefüttert und kann deshalb für Toilettenartikel verwendet werden. Sehr originell sind auch die ebenfalls aus einem Herrenhemd gefertigten Einkaufstaschen, die sich zusammenfalten lassen und mit einem Schlips verschlossen werden. Der Clou: Aus einem Rest der Krawatte ist ein Schlüsselanhänger entstanden. Wie viele Stunden sie für eine Tasche benötigt, kann Marianne Albrecht nicht sagen. So fein gefertigt, wie sie sind, müssen es aber viele sein.

Ursel Oestreich ist begeistert von den vielen schönen Sachen, die vor ihr auf dem Tisch liegen. Nur zu gerne stellt sie, die Sandy Raabe über die Tafel und die Besuche des Caritas-Teams in ihrem Café kennengelernt hat, deshalb auch ihre Räume zur Verfügung und freut sich schon auf das erste Treffen.

Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber für Materialien, die der Caritas-Laden stellt, wird um eine kleine Spende gebeten. Kompliziert wird es morgen ab 14 Uhr allerdings noch nicht. Sandy Raabe möchte mit den Teilnehmern alte T-Shirts zu Brötchen-Beuteln umfunktionieren. Dazu müssen sie noch nicht einmal nähen können. Für die nächsten Treffen, bei denen die Ideen dann gemeinsam entwickelt werden sollen, steht eine Nähmaschine bereit. Und wie man mit der Hand näht, das zeigt Marianne Albrecht . . .

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