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Fastnachtssitzungen: Bütten-Ass und fette Zoten

Von Fastnacht in den Taunusbergen ist gar nichts so einfach: In Oberreifenberg fehlt der eigene närrische Nachwuchs, den Arnoldshainern Fassenachtern manchmal die Grenze für den guten Geschmack. Wir haben nachgefragt, was sich verändert.
Lokalkolorit darf bei Bütten-Ass Thomas Eckermann in Oberreifenberg nicht fehlen. Foto: Evelyn Kreutz Lokalkolorit darf bei Bütten-Ass Thomas Eckermann in Oberreifenberg nicht fehlen.
Oberreifenberg/Arnoldshain. 

In der Jahrtausendhalle geht es am kommenden Samstag wieder närrisch rund. „Es gibt für unsere Reifenberger Fastnachtssitzung nur noch wenige Karten an der Abendkasse“, teilt Alexander Beuth, Vorsitzender der organisierenden Feuerwehr mit. Unter dem Motto „Easy Reifenberger Fastnacht“ erwartet die Besucher eine bunte närrische Mischung. Auffällig ist, dass in Oberreifenberg die meisten Akteure aus der Nachbarschaft oder von befreundeten Vereinen kommen. Positiv ausgedrückt kann man das so interpretieren: Die Reifenberger wollen nur das Beste bieten, wie die Frankfurter Schwulen-Garde-Tanzgruppe Pink Tigers oder die Garde der Karnevalsgesellschaft Frankfurt-Niederrad. Tatsache ist aber: Den Reifenbergern fehlt vor allem in der Bütt der Nachwuchs. So leihen sie sich Redner aus Arnoldshain, Oberursel und Königstein aus.

Wiedereinstieg geplant

Würde nicht der Sitzungspräsident selbst seine Begrüßung zu einem gelungenen Vortrag machen, sähe es mau aus mit echtem Reifenberger Humor. Seitdem sich Peter Dorn und Holger Brendel sowie Reinhold Herr und Horst Knippler von der närrischen Bühne zurückgezogen haben, steht als bewährtes Bütten-Ass nur noch Thomas Eckermann zur Verfügung.

Einen Wiedereinstieg wagt in diesem Jahr Edgar Oberhansl, der früher bei der Pfarrfastnacht aktiv war. „Als Feuerwehr, die ganz andere Aufgaben hat, aber mit der Fastnachtssitzung wichtige Einnahmen generiert, ist es schwierig neue Akteure aus den eigenen Reihen zu gewinnen“, sagt Beuth. Er war daher sehr erstaunt, dass ein Teil der Aktiven jetzt das frühere Männerballett wiederbelebt haben. „Die haben sich richtig ins Zeug gelegt und wochenlang tanzen geübt, obwohl sie noch genug anderes für den Brandschutz zu tun hatten.“

Den Arnoldshainern, die am 3. Februar zur Faschingssitzung einladen, fehlt es zwar nicht an Nachwuchs. Ihnen wird jedoch nachgesagt, dass ihre Vorträge oft besonders derb, nicht nur schlüpfrig, sondern extrem zotig sind.

Zahmer geworden

Bei manchen Zuhörern stellt sich da schon einmal die Frage nach dem guten Geschmack. „In den letzten Jahren waren wir nicht mehr so deftig wie früher“, sagt die neue Sitzungspräsidentin Katharina Hoffmann, die wie ihr Vorgänger Raimund Kärtner vor der Sitzung jede Nummer abnimmt. „Alle Beiträge wurden und werden kritisch angeguckt“, versichert sie.

„Wir finden es alle gut, wenn kritische Themen aufgegriffen werden, dazu ist Fassenacht doch da“, meint sie. Dass der Vortrag von Peter Bellina, der sich im vorigen Jahr über Toiletten- und Stuhlgang ausgelassen hat, so zerrissen worden ist, kann sie nicht nachvollziehen. Das sei doch praktisch eine Art Tagesgeschäft, mit dem jeder zu tun habe. Seit Jahren habe es in Arnoldshain aber keine Bütten mehr gegeben, die sich nur mit sexuellen Themen beschäftigen. „Aber den einen oder anderen Witz in diese Richtung hört man doch mal gerne“, meint sie. Vor allem politisch dürfe man an Karneval eigentlich kein Blatt vor den Mund nehmen. Gerade zu diesen Vorträgen habe es in den vergangenen Jahren positive Rückmeldungen gegeben.

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