Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Neu-Isenburg 7°C Eine Angebot von Franfurter Neue Presse

Aussichtspunkt: Den Zugvögeln auf der Spur

Von Schon bald werden wieder Kraniche zu Tausenden in markanter Formation und unter lautem Geschrei über das Usinger Land ziehen. Völlig unauffällig bereiten sich hingegen die Zugvögel der heimischen Vogelwelt auf den Zug gen Süden vor.
HGON-Mitglied Anette Reinhard aus Neu-Anspach kann mit ihrem Spektiv die georteten Vögel in bis zu 60-facher Vergrößerung heranzoomen. Bilder > Foto: Pieren HGON-Mitglied Anette Reinhard aus Neu-Anspach kann mit ihrem Spektiv die georteten Vögel in bis zu 60-facher Vergrößerung heranzoomen.
Neu-Anspach. 

Der Blick in das Spektiv von Anette Reinhard ist atemberaubend: In brillanter Schärfe und mit 60-facher Vergrößerung sieht man in der Spitze eines Baumes einen Rotmilan vor dem unscharfen Hintergrund des bunt gefärbten Herbstwaldes sitzen.

Andere Teilnehmer der jüngsten Zugvogel-Exkursion haben ihre Ferngläser oder Feldstecher auf Punkte gerichtet, die mit dem bloßen Auge fast nicht auszumachen sind. Überall in den Hecken oder Baumgruppen auf der Wacht und drunten im Stahlnhainer Grund sitzen Vögel, die von der achtköpfigen Gruppe aufmerksam beobachtet werden.

In den Startlöchern

„In unserer Region machen sich in diesen Wochen Buchfinken, Feld- und Heidelerchen sowie Braun- und Schwarzkehlchen auf den Weg nach Süden. Selbst Feldsperlinge oder Ringeltauben sind dabei“, erklärt Gerrit Rohleder. „Auch, wenn es eher Standvögel sind, ziehen einige von ihnen zum Teil bis nach Südeuropa. Immer häufiger zieht es hingegen Bergfinken aus Skandinavien zu uns.“

Der Arbeitskreis Hochtaunus der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) hatte am Sonntagmorgen zu einer Zugvogel-Beobachtung auf die Wacht eingeladen. Der Hintergrund: Die Ornithologen hatten aus eigenem Interesse bereits vor einigen Jahren, als die ersten Planungen für Windkraftanlagen bekannt wurden, Vogelzählungen vorgenommen.

„Es hieß seinerzeit, hier seien keine Greifvögel unterwegs und das Gebiet werde von Kranichen großräumig umflogen – was bekanntlich nicht stimmt “, erläutert Rohleder. „Wir haben an einigen Tagen bis zu 100 Rotmilane und 70 Mäusebussarde gezählt. Generell sind die Kraniche bei ihrem Zug natürlich die auffälligste Zugvogelart. Die heimischen Kleinvögel sind beim Überflug nur schwierig zu bestimmen, weil sie dann nicht mehr singen.“

Die Arbeit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie ...

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz(HGON) hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt der Vogelwelt zu beobachten, zu erfassen und zu informieren – insbesondere über seltene und bedrohte Vogelarten.

clearing

Einfach ausgedrückt stelle sich Vögeln im Herbst die Frage: Ziehe ich wegen des Futters nach Süden oder bleibe ich an Ort und Stelle. Wenn die Entscheidung zum Bleiben falle, habe das den Vorteil, dass die Standvögel im Frühjahr die besten Brutplätze besetzen können.

Idealer Aussichtspunkt

Die Wacht sei ein idealer Aussichtspunkt für die Vogelbeobachtung: „Hier hat man eine gute vertikale und horizontale Zugvogelkonzentration im Taltrichter des Stahlnheimer Grund“, teilt Dr. Rudolf Hennes von der HGON mit. „An guten Tagen ist hier eine hohe Konzentration von Greifvögeln zu beobachten.“

Die Querung des Taunushaupt- und des Nebenkamms zwischen Sandplacken und Neu-Anspach stelle für Milane, aber auch andere Großvögel ein erhebliches Problem dar. Um Höhe zu gewinnen kreisen diese längere Zeit an den Hängen und wären dabei einem erhöhten Vogelschlagrisiko durch Windkraftanlagen ausgesetzt.

Die Untersuchungen des HGON haben ein großes Artenspektrum von ziehenden Greifen (Milanen, Bussarden, Weihen, Sperber, Falken, Fischadlern), wie auch von anderen Großvögeln nachgewiesen.

Zur Startseite Mehr aus Usinger Land

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse