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Feuerwehrleute machen sich mit Einsatzleitwagen vertraut: Die Technik optimal nutzen

Von Vor einem Jahr wurde an Vatertag in Arnoldshain offiziell der neue Einsatzleitwagen der Gemeinde Schmitten stationiert. Doch die modernste Ausstattung alleine ist nur so gut, wie sie auch genutzt wird. Um das zu optimieren, trifft sich monatlich eine Gruppe aus Mitgliedern verschiedener Ortsteilwehren.
Vor der Abfahrt muss das Fahrzeug richtig beladen werden. Vor der Abfahrt muss das Fahrzeug richtig beladen werden.
Arnoldshain. 

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr und löscht. So einfach ist das nicht immer. Sind bei großen Bränden oder Notfallsituationen viele Wehren im Einsatz, ist vor allem die Koordination zwischen Einsatzstelle, Leitstelle und gegebenenfalls einer Führungsstelle enorm wichtig. Dafür hat die Gemeinde Schmitten im Vorjahr für rund 75000 Euro einen neuen Einsatzleitwagen (ELW) angeschafft. Der ist im Gerätehaus in Arnoldshain stationiert und mit modernster Ausrüstung wie Digitalfunk, LTE sowie eigener Stromversorgung ausgestattet und mit Allrad und Automatikgetriebe geländegängig.

Acht Feuerwehrleute aus sechs der neun Ortsteilwehren treffen sich einmal im Monat, um das, was die Technik alles ermöglicht, optimal zu nutzen. Die Federführung der Gruppe haben Christoph Marx aus Dorfweil und Kevin Bingsohn aus Arnoldshain. Aus Brombach sind Lars Katz und Maximilian Lange dabei, aus Dorfweil Marco Henrich und Daniel Weber, aus Arnoldshain Ralf Dieckmann und aus Oberreifenberg Marc Ammoneit.

„Wir rücken nicht bei jedem Alarm aus“, sagt Marx. „Wenn eine Mülltonne brennt, schafft das eine Wehr allein. Wenn Menschen in Gefahr sind und andere Rettungseinheiten dazu geholt werden müssen, ist die Koordination das Entscheidende, auch wenn jeder Einzelne grundsätzlich weiß, was er zu tun hat.“ Bei bestimmten Stichworten aus der Leitstelle rückt der Einsatzleitwagen mit aus.

Im Idealfall transportiert er die Einsatzleitung zur Einsatzstelle. Wichtig ist, dass im Wagen Geräte zur Erkundung und zur Abwicklung des Funkverkehrs vorhanden sind. „Der Einsatzleiter trifft die Entscheidung, und die ELW-Truppe leitet sie in die Wege“, beschreibt Marx das Vorgehen. Es gehe darum, die Führung zu unterstützen. Mit vier fest verbauten und zwei mobilen Digitalfunkgeräten, drei Mobiltelefonen, zwei Laptops, einem iPad, einem Drucker-Fax-Kombigerät, aber auch Vordrucken auf Papier nebst Schere und Stiften ist der ELW für alle Eventualitäten gerüstet.

„In einigen Teilen von Schmitten gibt es Funklöcher, in anderen keine Internetverbindung, da müssen wir uns zu helfen wissen.“ Per Netzwerkeinspeisung kann sich die Besatzung des ELW etwa aus einem Haus mit Internet versorgen. Für den Fall, dass ein Einsatz länger dauert, gibt es ein Stromaggregat, damit der Fahrzeugmotor nicht dauernd laufen muss.

Im Regelfall sollten drei der acht aufeinander eingespielten Kameraden das Fahrzeug besetzen. „Bei größeren Einsätzen müssen wir zusehen, dass wir genug Leute sind, damit ein Schichtwechsel möglich ist, bevor die Konzentration nachlässt“, meint Bingsohn. Und welche Voraussetzungen brauchen die Besatzung eines Einsatzleitwagens? „Ohne Grund- und Funklehrgang geht es nicht, der Koordinator sollte auch einen Gruppenführerlehrgang haben“, so Marx. Vor allem müsse man Interesse an Computer- und Funktechnik haben. „Die Programme und Geräte können so viel Neues, das mussten wir erst einmal üben“, erzählen die Kameraden.

Ihre Arbeit beginnt schon bei der Abfahrt im Gerätehaus. „Da bekommen wir schon per Funk einen Überblick über den Ist-Zustand am Einsatzort. Als verlängerter Arm der Einsatzleitung klären sie dann, aus welchen Ortsteilen wie viele Kameraden ausrücken.

Bewährt hat sich der ELW bereits bei einer längeren Personensuche und dem Heuballenbrand, wo fast alle Schmittener Wehren viele Stunden im Einsatz waren. Doch die ELW-Gruppe besetzt nicht nur den ELW, sondern bei Sturm oder Hochwasser die ebenfalls in Arnoldshain eingerichtete Feuerwehr-Einsatzzentrale. „Das sind im Prinzip die gleichen Abläufe, nur dass die Funkgeräte fest im Gerätehaus eingebaut sind.“

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