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Wehrheimer Metzger erobern den Markt mit speziellem Hundefutter: Ein Exportschlager

Von Wehrheim nach ganz Deutschland geht ein exklusives Hundefutter. Entwickelt haben es zwei junge Metzger, die sich in der Branche einen Namen gemacht haben und deren Betrieb auf Wachstum ausgerichtet ist.
Die Chefs im eigenen Haus Bruno Merlitz und Timo Hertlein (von links) versenden von Wehrheim Hundefutter nach ganz Deutschland. Foto: Tatjana Seibt Die Chefs im eigenen Haus Bruno Merlitz und Timo Hertlein (von links) versenden von Wehrheim Hundefutter nach ganz Deutschland.
Wehrheim. 

12, 13 Stunden schuften für den eigenen Traum. Viele schaffen es trotzdem nicht diesen zu verwirklichen. Zwei die es geschafft haben, ihre Pläne in die Tat umzusetzen und den Traum zu leben sind Bruno Merlitz (30) und Timo Hertlein (38). Im August 2010 gründeten der Anspacher Merlitz und der Eschbacher Hertlein ihre Firma Brimo Hundefutter in Wehrheim. „Der Standort hat sich dadurch ergeben, dass das Haus meinen Eltern gehört“, erklärt Metzgermeister Merlitz. Zudem sei an der Adresse Am Wallgraben 1 bereits eine Schlachterei und später ein Zerlege-Betrieb angesiedelt gewesen. „Damit waren die notwendigen Voraussetzungen zur Fleischverarbeitung bereits geschaffen“, schildert Merlitz im Gespräch mit der TZ.

Die Idee, hochwertiges Hundefutter herzustellen, hat sich bei den beiden Metzgern, Merlitz führt auch den Meistertitel, während der Arbeit entwickelt. Beide waren im gleichen Usinger Unternehmen tätig und das sogar bis zum vergangenen Jahr. Mitten in der Nacht mussten sie anfangen und für beide ging es nach acht Stunden Arbeit teilweise weiter. Bis beide beschlossen, sich selbstständig zu machen. „Angefangen haben wir mit dem Hundefutter als Geschäft nach der eigentlichen Arbeit“, erzählt Hertlein. Der Name setzte sich aus den beiden Vornamen Bruno und Timo zusammen.

Jeden Cent gespart

Jeden Cent haben sie vor der Firmengründung gespart, „und in jedem Urlaub sind wir durch Deutschland gefahren und haben viele Futtermittelhändler abgeklappert um das Produkt anzubieten“, sagt Merlitz. Nicht immer mit Erfolg, wohl aber mit einem kontinuierlich wachsenden Kundenstamm. Zunächst in Süddeutschland, inzwischen haben sie auch schon den Norden der Republik erobert – und das Rhein-Main-Gebiet sowieso. Qualität ist beiden besonders wichtig. So verarbeiten sie für ihr Futter keine Schlachtabfälle, sogenanntes K3-Material, sondern ausschließlich Lebensmittel. Merlitz:„Bei der Entwicklung hatten wir Hilfe von einer Tierernährungsberaterin.“

Qualität zählt

Beide mögen sie Hunde, bis vor kurzem nannte Hertlein einen Hund auch noch sein eigen. Was er selbst dabei festgestellt hat, dass, wie beim Menschen auch, die Qualität der Nahrung über den Gesundheitszustand mitentscheidet. Vielfach nehmen Allergien und Unverträglichkeiten bei den Tieren zu. Und weil eine Allergie auf Rindfleisch oder Geflügel bei einem Hund zunächst erst einmal seltsam anmutet, aber dennoch vorkommt, haben die beiden ihr Futter auf eine breite Basis gestellt. So gibt es neben den Klassikern Huhn, Geflügel und Rind auch Hirsch, Pferd und Känguru. Gerade letztere Sorten seien sehr gefragt. „Wir garantieren, dass immer 50 Prozent Fleisch in der Dosen ist – und keine künstlichen Zusatzstoffe.“ Aber auch Gemüse und Obst findet sich in der Futtermischung. Allerdings kein Getreide.

Orientiert haben sich die Metzger bei der Zusammenstellung an dem, was der Wolf als Ursprung des Hundes schon zu sich nahm. Das war zwar in erster Linie Fleisch, „dadurch, dass er aber seine Beutetiere wie Mäuse komplett gefressen hat, bekam er auf sekundärem Weg pflanzliche Stoffe mit dazu“, erklärt Merlitz. Die Zutaten kommen tiefgefroren und werden nach dem Auftauen in Stücke geschnitten und portioniert. „Die Karotten sind zum Beispiel geschält und könnten, wenn sie nicht in die Futtermischung kämen, auch bei uns auf dem Teller landen.“

Vier Jahre lang arbeiteten die beiden Metzger noch als Angestellte im Betrieb, während das Geschäft nebenbei lief. Anfangs mit 400 bis 1200 Dosen pro Monat. Alles machen sie in ihrem Produktionsbetrieb selbst. Vom Würfeln des Fleisches über das Mischen und Abfüllen bis hin zum Kochen, um das Futter zwei Jahre haltbar zu machen.

Den Start legten sie ohne Kredit hin. Da mussten es am Anfang gebrauchte Gerätschaften sein, vieles lief noch von Hand. Inzwischen sind einige Maschinen erneuert, das Verschließen der Dosen verläuft automatisch. Von Hand muss jede Dose auf ihr Füllgewicht überprüft werden, danach geht’s ins Wasserbad und im Anschluss gibt’s noch die Etiketten. 10 000 Dosen gehen so pro Monat über das Band. Für das Verpacken und Versenden leisten sich die beiden eine Hilfe, ebenso für die Büroarbeiten. Denn die Bestellungen die deutschlandweit und aus der Schweiz eingehen, kommen über das Internet rein. Den Hochtaunuskreis und gen Frankfurt haben sich die beiden Unternehmer bereits erobert. Doch die Zeichen stehen langfristig auf Produktionswachstum. Und neue Produkte. So soll es auch Straußenfleisch geben. Schuften müssen die beiden immer noch zehn bis zwölf Stunden am Tag, „aber nicht mehr mitten in der Nacht und wir tun es für uns“, sagen beide überaus zufrieden.

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